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Fast jeden Monat eine Predigt - das werden sie hier finden. Jeden Monat von einem oder anderen der Laufer Pfarrerinnen und Pfarrer.

2 Predigten aus C1 Gottesdiensten in der Christuskirche September/Oktober 2013

Pfarrer Thomas Hofmann zum Erntedankfest am 6.Oktober
Erleben, Glauben und Dank
(hier als mp3 mit Band- und Gesangsumrahmung).
Zum Anhören (mit linker Maustaste) oder Herunterladen (mit rechter Maustaste)

 
 
Pfarrer Thomas Hofmann zur silbernen Konfirmation am 22.September
Blindheit, Sünde und Vergebung
(hier als mp3 mit Band- und Gesangsumrahmung)
Z
um Anhören (mit linker Maustaste) oder Herunterladen (mit rechter Maustaste)

Lisa Nikol-Eryazici: Zum Feldgottesdienst in Heuchling 11.August2013

Foto OWHeinze
Text: Markus Kapitel4, Verse 26-29
 
[Das Manuskript (mit der Begrüßung am Ende) als pdf-Datei zum Ausdrucken HIER]
 
Liebe Gemeinde,
„Vom Wachsen der Saat“ steht als Überschrift über dem Predigttext in meiner Bibel. Wenn ich dieses Gleichnis, das uns Jesus erzählt, aber so höre, möchte ich ihm noch eine andere Überschrift geben. „Von der Kunst des Lebens“ möchte ich es überschreiben. Denn Jesus erzählt uns hier von einem wahren Lebenskünstler.
Lebenskünstler? Mögen manche von Ihnen fragen? Einer, der gar nichts tut, sondern immer nur schläft und aufsteht, wieder schläft und gar nicht weiß, wie ihm geschieht? Einer, der keine Leistung vorweisen kann und am Ende auf eine reiche Ernte blicken kann? Das geht ja wohl kaum mit rechten Dingen zu. Um Erfolg und Frucht zu bringen, bedarf es ja wohl etwas mehr als bloß abzuwarten.
Lebenskünstler? Ja, schauen wir uns diesen Menschen einmal näher an.
Es ist ein Bauer, der wie in jedem Jahr die Saat auf sein Feld bringt. Ein Mann, der sich den Kräften der Natur anvertraut. Er hat keine Naturwissenschaften studiert. Im einzelnen kennt er nicht die Vorgänge und Bedingungen, die nötig sind, um seine Saat wachsen zu lassen. Er kümmert sich auch nicht mehr als eben nötig um sein Feld. Er macht sich nicht selbst verantwortlich für das Gelingen der Ernte. Er schläft und steht auf.
Dieser Nachsatz ist mir wichtig. Er schläft eben nicht nur. Es steht nicht da, dass er faul herumliegt und in Passivität versinkt.
Er steht auf. Das heißt, er beginnt den Tag und vertraut sich dem ganz natürlichen Lebensrhythmus an. Den Tag beginnen, da stelle ich mir schon viele Beschäftigungen vor. Den Tag beginnen, könnte ja auch heißen, das Leben beginnen. Essen, arbeiten, den Hof bestellen, die Saat ausstreuen, die Tiere füttern, mit den Kindern lachen, die Frau umarmen, den Nachbarn besuchen, über Gott sprechen, beten, Wasser aus dem Brunnen holen. Den Tag beginnen heißt, all das zu tun, zu erleben, was die täglichen Aufgaben gewöhnlicherweise mit sich bringen. Bei all seinem Tagwerk behält er den Kontakt zum Boden, zu seinem Boden, von dem er wie selbstverständlich eine reiche Ernte erhofft.
Das klingt nach unendlicher Gelassenheit, nach Warten können, nach Vertrauen haben, nach Zeit geben, nach lieben können, nach Verzicht üben, nach Ruhe genießen können. Ich stelle mir diesen Menschen sehr konzentriert vor, gesammelt und mit all seinem Vermögen bei der Sache, für die er sein Tagwerk beginnt. Gesammelt und nicht aufgescheucht. Konzentriert und nicht ruhelos. Fleißig und nicht gehetzt. Vor allem hebend, nicht herrschend, denn er wendet sich dem Land, das er zu bestellen hat, ehrfürchtig zu, nicht lenkend. Er weiß: Was lebendig ist, wird Leben hervorbringen zu seiner Zeit. Zu seiner eigenen Zeit, nicht in der Zeit, die Menschen meinen, dem Wachsen und
Gedeihen geben zu müssen. Der Mensch vertraut sich dem Rhythmus des Lebens an, ohne viele Fragen nach dem Warum und Wozu zu stellen.
Und so wie er aufsteht und vertrauensvoll den Tag beginnt, so legt er sich am Abend wieder schlafen und vertraut sich der Ruhe der Nacht an. Bis das Korn so weit gewachsen ist, dass die Erntezeit da ist.
Ein Lebenskünstler ist dieser Mann, so glaube ich noch immer oder jetzt erst recht. Denn er verkörpert so vieles von dem, was uns Neuzeitmenschen so fern ist und fehlt. Ohne Hetze und ständigen Druck zu leben, Geduld aufzubringen, bis das zum Ernten reif ist, was er gesät hat, sich einfinden in den Kreislauf des Lebens.
Wenn Jesus das Gleichnis von der selbstwachsenden Saat oder vom Lebenskünstler, wie ich es auch genannt habe, erzählt, dann hat er natürlich eine Absicht damit. Er will uns nicht die Abläufe des Wachsens oder der Landwirtschaft erklären, sondern uns ein Bild dafür geben, dass und wie Gott wirkt hier und jetzt bei uns.
Das ist gar nicht so selbstverständlich. Wir machen unsere Arbeitspläne und unsere Pläne für die Freizeit ja doch in der Regel, ohne mit Gottes Wirken zu rechnen. Wir verlassen uns nur auf uns, unser Tun, unsere Arbeits- und Leistungskraft. Wahrscheinlich können wir nicht anders. Vielleicht wäre unser Leben gar nicht anders planbar. Aber es ist doch nur eine einseitige Wahrnehmung unserer Wirklichkeit. In dem, was wir tun, vielleicht auch in dem, was wir nicht tun, irgendwie verborgen, wirkt Gott. Und zwar zum Guten. Er wird auf eine Art und Weise wirksam, dass am Ende plötzlich Früchte da sind. Eine ganze Ernte, die man nur noch pflücken muss. Das, was wir ernten, steht in keinem Verhältnis zu dem, was wir mit unserer Hände Arbeit bewirken können. Wir werden immer schon reichlich beschenkt. Für uns wird gesorgt, ohne dass wir wissen, wie. Wir sind oft nur auf das fixiert, was wir noch alles zu tun haben. Ich denke an die lange Liste der Aufgaben, an die Termine und Anforderungen an uns. Aber dabei verlieren wir aus dem Blick, was diesseits unserer Aufgaben und Anforderungen schon alles zu ernten ist. Was wir genießen dürfen, ohne dass wir etwas dazu beigetragen haben.
Menschliches Handeln wird nicht entwertet, aber es wird relativiert, das heißt: in ein Verhältnis zu Gottes Handeln gesetzt. Und es wird doch auch ein deutliches Fragezeichen hinter die Vermessung unserer Welt gesetzt. Die Noten, die in der Schule oder im Studium vergeben werden, sagen doch nur zu einem kleinen Teil aus, was da in einem Menschen gewachsen ist, worüber wir uns freuen können und es bewundern dürfen. Sie zeigen nur oberflächliche Effekte von dem, was sich in der Tiefe geheimnisvoll vollzieht in einem Menschen. Manchmal ist mir etwas, was ich gelesen habe oder was jemand zu mir gesagt hat, erst Jahre später zu einer wichtigen Einsicht geworden. „Nacht und Tag, und der Same geht auf und wächst – und man weiß nicht, wie.“
Gottes Wirken und Wachsen in einem Menschen, in der Welt ist oftmals unseren Blicken entzogen. Der ganze Sachverhalt vom selbst wachsenden Korn ist ja ein Gleichnis dafür, dass das Eigentliche, das Wichtige im Verborgenen geschieht und doch Wirkung zeigt. Gottes Reich, Gottes Wirken liegt nicht im Jenseits, sondern ereignet sich in dieser Welt. Es ist da, es geschieht wunderbar und ist doch nicht zu fassen. Die einzig angemessene Haltung dazu ist die Geduld. Geduldiges Vertrauen darauf, dass das in die Welt gekommene Wort Gottes seine Wirkung haben wird. Vielen Menschen, gerade auch religiösen Menschen fällt diese Haltung schwer. Sie können und wollen nicht abwarten, dass das Reich Gottes seinen eigenen Zeitplan hat. Schon Judas, der Jünger Jesu, wollte eingreifen, wollte alles beschleunigen, damit endlich die Erfüllung all dessen, was mit Jesus in die Welt gekommen ist, eintritt. Ja, darum hat er ihn wohl verraten, in der Hoffnung, dass Jesus in dieser Situation eingreift, seine Macht demonstriert und das Reich Gottes sich erfüllt.
Immer wieder wurde bis in unsere Zeit hinein versucht, den jüngsten Tag zu berechnen, auch in der Bibel gibt es dazu schon Hinweise. Jesus kritisiert eine Gruppe Schriftgelehrter, die das genaue Datum wissen wollen: „Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es beobachten kann; man wird auch nicht sagen: Siehe, hier ist es, oder: Da ist es. Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch.“ Die Saat ist ausgelegt und jetzt wächst sie hier und jetzt, auch hier mitten unter uns, wenn wir wieder zu Hause sind, unserem Tagwerk nachgehen oder schlafen.
Das Reich Gottes wächst mitten unter euch - das ist die ungeheuere Spannung, in der wir stehen, denn ich denke, viele von uns haben schon die Erfahrung von Gottes Wirken in ihrem Leben machen dürfen – Momente, wo wir  wirklich das Gefühl hatten, ja, da ist die Liebe Gottes für mich spürbar geworden oder wir haben selbst erlebt, was für eine Kraft das Wort Gottes in unserem Leben hatte, wie heilend und heilsam es ist, wenn Menschen sich im Namen Jesu miteinander auf den Weg machen, wenn die Liebe Gottes spürbar ist, wenn wir vom Vertrauen auf Gottes Zusagen für unser Leben leben können. Da spüren und sehen wir das Wachsen der Saat.
Und doch wissen wir auch, dass trotz dieser vielen, vielen Erfahrungen von Gottes Gegenwart in unserem Leben die Gewalt, Hass, Kriege, Hunger, Naturkatastrophen dennoch weitergegangen sind in den letzten 2000 Jahren, dass die Ernte der gesäten Saat einfach noch nicht einzuholen ist, um in den Worten des Gleichnisses zu sprechen.
Ja, wir leben in dieser Spannung des “schon jetzt“, ja, das Reich Gottes ist mit dem Kommen Jesu in unsere Welt angebrochen, die Samenkörner sind eingebracht, sie wachsen, aber wir leben auch in der Spannung des „noch nicht“. Es ist noch nicht Erntezeit und wir können die Halme nicht aus dem Boden ziehen, um ihr Wachstum zu beschleunigen, ja, das würde sie gar zerstören.
Aber es liegt doch an uns Menschen – müssten wir als Christen nicht noch viel mehr tun, um diese Saat zum Wachsen zu bringen, uns engagieren, Missionsstrategien entwickeln, viel mehr selbst helfen, um Leid zu mindern, auf Menschen zugehen, Kranke besuchen und und und...
„Macht mal langsam“... höre ich Jesus aus dem Gleichnis sprechen. Ja, es ist euere Aufgaben als meine Schwestern und Brüder diese Samenkörner des Reiches Gottes zu streuen, so wie ihr es vermögt. Aber ihr könnt ihr Wachsen – auch bei allem guten Willen nicht beschleunigen. Die Saat wachst automatä steht im griechischen Text, automatisch, ohne euer Dazutun. braucht seine Zeit, die Zeit, die Gott, mein Vater für das Wachsen des Reiches Gottes vorgesehen hat. Deshalb werdet ruhig, geht euerem Tagwerk nach, lebt in dieser Welt als meine Schwestern und Brüder und vertraut darauf, dass Gott am Werke ist. Und wenn ihr euere Augen richtig aufmacht, dann könnt ihr das frische Grün der Spitzen des Reiches Gottes überall sehen, wie sie heranwachsen, Halme bilden, dann die Ähren, danach den vollen Weizen. Und ich bin mir sicher, die ein oder andere Ähre ist in euerem Leben auch schon reif für die Ernte geworden.
So sind wir tatsächlich mit diesem Bauer, dem Lebenskünstler, wie ich ihn genannt habe vergleichbar.
Er war nicht faul, er hat das ihm Mögliche getan, und lebt nun ganz gelöst und innerlich ruhig, weil er weiß, dass die Saat am Wachsen ist. Er kann sich nicht wirklich erklären, wie das vor sich geht, aber er hat es erfahren, viele Jahre lang immer wieder erfahren, deshalb vertraut er darauf
So ist Kennzeichen dieses Reiches Gottes genau das, was dieser Bauer lebt und durch sein Tun und Lassen verkörpert:
ein innerer Raum, in dem sich Vertrauen, Liebe, Hingabe, Glauben, Gelassenheit, Sorglosigkeit, Geduld, Hoffnung und Gewissheit vollziehen.
Ein innerer Raum, der getragen wird von der Ruhe. Gott wirkt, er ist da, auch in meinem Leben, inmitten meines Tagwerks, inmitten meines Schlafes, inmitten von Freude und Leid.
Der Lebenskünstler zeigt mir, dass ich nicht der Illusion von allem menschlich Machbaren nacheilen muss. Nicht ich muss für das Heil sorgen, denn eine solche Sorge ließe mich nicht mehr ruhen und raubte mir den Schlaf. Ich darf ausgeschlafen und ausgeruht dem nachgehen, was meiner Kraft entspricht und alles darüber hinaus in die Hände dessen legen, der mich, die Welt und nicht zuletzt die Ruhe erschaffen und gegeben hat.
Amen.

Segenswünsche für Annette Hofman zum Abschied am 14. Juli

Christuskirche 14.Juli Predigt Annette Hofmann

Christuskirche 23.Juni 2013 AndyTirakitti:


Mitarbeiterjahresgottesdienst Johanniskirche 6.Juni 2013

'Ihr seid das Salz der Erde'-Predigt von Stadtpfarrer Friedhelm Beck

Dieser Text als pdf-Datei zum Ausdrucken
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2. Sonntag nach Trinitatis  9.6.2013  LaJo
 
Stilles Gebet
 
Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater und  unserem Herrn Jesus Christus
 
 
 
Text: Matth.  5, 13-1
 
Liebe Gemeinde und heute natürlich besonders, liebe  Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Gemeinde!
Mögen Sie Radieschen? Ich mag sie richtig gern. Vor allem, wenn sie richtig schön knackig sind und natürlich ein bisschen  scharf!
Aber das Höchste ist natürlich dazu eine Prise Salz!
Nicht zu viel und nicht zu wenig – eben eine Prise Salz, dann  schmeckt´s so richtig gut!
Läuft Ihnen auch schon das Wasser im Mund zusammen? Keine  Sorge – gleich nach dem Gottesdienst beim Kirchenkaffe gibt´s gute Sachen!
So eine Prise Salz – und das Radieschen schmeckt noch einmal so  gut, würzig und intensiv!
Ein Salzstreuer ist dafür natürlich ganz toll! Er muss das Salz fein  abgeben, damit es so richtig würzen kann!
Salz ist schon was ganz tolles!
Was wären wir ohne Salz – das Leben wäre ziemlich  geschmacklos und eintönig.
Stellen Sie sich vor, das Salz fehlt!  Das Leben würde Ihnen und mir nicht mehr schmecken! Alles  wäre fade und ohne pfiff.  Sie und ich – wir würden auf die Dauer kraftlos und schwach,  denn das Salz – richtig dosiert – ist lebensnotwendig. Was würde uns an Inhalt fehlen, wenn das Salz nicht da wäre!?!  Das Salz in der Suppe des Lebens ist lebenswichtig.
Jesus sagt das ja in der Bergpredigt:  Ihr seid das Salz der Erde!
Ja – wir – Sie und ich – wir Christen sind das Salz der Erde!
Wir sind die, die das Leben auf dieser Erde schmackhaft machen.  Wir sind die, die dafür sorgen, dass das Leben in unserer  Gesellschaft würzig ist und die Menschen Geschmack daran  finden.
Wir sind die, die helfen, dass die Suppe des Lebens nicht lustlos  ausgelöffelt wird, sondern wir geben Salz in die Suppe des Lebens.
Und gerade Sie, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, würzen  das Leben unserer Gemeinde, unserer Stadt.  

Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt. Sie, liebe  Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wir, die Christen dieser Stadt, wir sind die Hoffnung dieser Welt .Wir sind die, die diese Welt  und die Gesellschaft in unserem Land, in unserer Stadt prägen und  gestalten. 
 Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt. Jesus sagt  das seinen Nachfolgern und heute sagt er das besonders uns, die ihr heute diesen besonderen Gottesdient für die Menschen  unserer Gemeinde halten, die sich engagieren und einsetzen mit Zeit und Kraft, mit Phantasie und mit großer Treue und  Beharrlichkeit.
Sie stehen auf gegen alle Null-Bock-Einstellung und Ich  Gesellschaft und setzen sich ein für diese Welt und für die Menschen dieser Erde. Wir Christen gestalten entgegen aller  Politikverdrossenheit und Resignation die Zukunft dieser Erde, so dass Menschen miteinander leben können, die Arbeit teilen und  die Schätze dieser Erde verantwortlich verwalten.
Ihr seid das Salz der Erde – wir, die Christen dieser Erde und wir  Christen hier in Lauf. 
Wenn uns in dieser Welt Menschen fehlen, die bereit sind, sich  einzusetzen für diese Welt und für die Menschen, dann wird das Leben auf unserem Planeten, in unserem Land nicht nur fade,  dann sähe es schlecht aus um die Zukunft. Dann wird es eines Tages niemanden mehr geben, dem das Leben hier schmeckt.  Dann werden wir nur noch Haare in der Suppe des Lebens finden.
Dann fehlt es uns an der Kraft zum Leben, an der Kraft neue Wege  für unser gemeinsames Leben zu finden. Dann wird es niemand mehr geben, der Neues wagt für Frieden, für Gerechtigkeit und die  Bewahrung der Schöpfung.
Sie, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Gemeinde –  wir Christen, wir sind das Salz der Erde. Sie und ich, wir sind wichtig für unsere Gemeinde, für diese Stadt, für diese Welt. Wir  sind das Licht der Welt. Sie sind keine blinden Typen, die allem nachrennen, weil irgendeiner voraus rennt. Ihr seid das Licht der  Welt. Sie bringen in die allgemeine Stimmung von Politikverdrossenheit und Ohnmacht gegenüber den scheinbar allmächtigen Mächten dieser Welt neue Fröhlichkeit und  Menschen bekommen neuen Mut zum Leben, wenn sie Ihnen begegnen. 
Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt. Und heute,  in diesem Gottesdienst wollen wir Ihnen dafür danken und unseren neuen Mitarbeitern Gottes Segen dafür zusprechen.
 Ich muss noch mal einen Bissen vom Radieschen nehmen!
Und ein bisschen Salz – wie gesagt!
Oh – da kommt nichts mehr raus! Verstopft! Feucht geworden?  Ja, das kann passieren – mit dem Salz. Dann ist es ziemlich nutzlos!
Es geht uns manchmal ja so in der Gemeinde – unter uns Christen  – in der Kirche. Manchmal sind wir ja ganz zufrieden, wenn es ist, wie es ist. Und so soll es bleiben. Da geht dann nichts mehr raus  von dem Salz. Es bleibt im Streuer – ach Verzeihung es bleibt unter uns.
Wenn wir uns damit begnügen, wie viele unserer Gemeinde den  Gottesdienst besuchen – und die kennen wir ja – und es ist ja auch sehr schön vertraut untereinander zu sein.
Es ist doch immer so schön gewesen, in unserer Luitpoldstraße.  Wir haben uns so an sie gewöhnt. Das darf sich nichtändern.
Unsere Gruppe, unser Hauskreis, unsere Runde ist uns so vertraut.  Eigentlich wollen wir niemanden neues dazu. Vielleicht stört der nur.
Liebe Gemeinde, ich kann das gut verstehen. Das Vertraute  kennen wir eben und es ist schön und gut darin zu leben. Und auch da gibt es viel Salz des Lebens einander zu geben und zu  nehmen.
Aber Jesus sagt etwas anderes: Ihr seid das Salz der Erde!   Und das bedeutet eben, dass wir dieses Salz nicht nur für uns verbrauchen, denn vielleicht wird es dann langsam ungenießbar.  Die Erde und die Menschen brauchen das Salz der Güte und der Herausforderung Gottes. Sie brauchen den Zuspruch Gottes und  die Erfahrung seiner Liebe, damit die Suppe des Lebens schmeckt!
Den letzten Bissen vom Radieschen – dann ist Schluss. Ach – geht  ja nichts raus. Dann eben so: Aufschrauben! So und jetzt ist es versalzen! Ungenießbar.
Manchmal sind wir auch ungenießbar, wir Christen, wenn wir Salz  der Erde sein wollen, auf Biegen und Brechen und mit Wucht – nicht mit dem Salzstreuer, sondern mit dem Salzfass.
Aber manchmal müssen wir auch anderen die Suppe versalzen,  Wenn wir eintreten für Menschen, die unter die Räder gekommen sind,  wenn wir aufschreien für die Schöpfung, die Gott uns anvertraut  hat,  wenn wir denen entgegentreten, die andere Menschen treten und  verfolgen. Dann langt manchmal nicht mehr der Salzstreuer, dann braucht´s ein bisschen mehr, um denen die Suppe zu versalzen,  dass sie nur noch Haare in der Suppe finden!
Ihr seid das Salz der Erde! Und das schönste daran ist, dass wir uns um das Salz keine  Sorgen machen müssen. Es wird uns geliefert – frei Haus. In jedem Gottesdienst, in jedem Gebet – jedes Mal, wenn wir mit  dem Lieferanten in Kontakt treten – dann füllt sich unser Salz auf!
 
Gott sei Dank!
 
Amen   


Christuskirche 26.5.2013: Thomas Reuß


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Andrea Schmolke: Epiphanias 6.Januar


Weihnachten 2012 mit Ehepaar Beck

Ansprache im Gottesdienst in der Christuskirche Lauf am 2 Feiertag, dem 26. Dezember 2012, mit musikalischer Umrahmung durch Kantor Kumpf am elektrischen Klavier.
Audio-Datei zum Anhören (linke Maustaste) und/oder Herunterladen (rechte Maustaste)

Pfarrerin Andrea Schmolke Johanniskirche 5.August 2012

Über Jeremia 1, 4-10
Dies war die erste von 3 prämierten Predigten vom
 www.predigtpreis.de
des Verlages für die Deutsche Wirtschaft Bonn
 Die Predigt ist zu finden auf der WebSite:
http://www.predigtpreis.de/nc/predigtdatenbank/predigt/article/predigt-ueber-jeremia-1-4-10.html