Gottesdienste  >  Feldgottesdienst Heuchling

Nächster Termin: 13.08.'17 10.00 Uhr mit Lisa N-E


Lob & Dank auf Heuchlinger Flur

Sommer 2015: Neu ins Leben gehen

 
Die vielen Besucher des Flur-Gottesdienstes, dem elften in dieser schönen Tradition, woran Michael Schellberg von den veranstaltenden Kulturfreunden Heuchling in seiner Begrüßung erinnerte, konnten sich am Sonntag „in guter Gesellschaft“ fühlen, fanden doch Jesu Auftritte, lehrend disputierend, heilend oder verköstigend, allesamt unter Gottes freiem Himmel statt. Mit diesem humorvollen Hinweis leitete Heinrich Sommermann, Prädikant der ev. Kirchengemeinde Lauf, den Gottesdienst ein, den er in guter ökumenischer Tradition mit Wolfgang Böhm, Wortgottesdienstleiter von St. Otto, feierte.
    Es war eine fröhliche Feierlichkeit, zu der auch heuer wieder gekonnt der Gesangverein Heuchling beitrug, diesmal unter der souveränen, sehr pointierten Leitung von Daniela Röthlingshöfer-Müller, mit gewohnter Unterstützung durch ein gutes Dutzend Bläser aus Oberkrumbach und Hersbruck mit Rainer Hartmann, Leitung und Trompete.
    Fröhlichkeit, Freude, als Losung vom Altar her ausgegeben und besungen in Liedern wie „geh aus mein Herz…“, war zu spüren unter den Obstbäumen, nur der Blick auf die verdorrte Wiese schmälerte uneingeschränktes Wohlgefühl. Mit der Freude verschwistert ist die Liebe. In der von W. Böhm vorgetragenen Bibelgeschichte wird sie von Christus als zentral in seiner Lehre und im Leben von Christenmenschen erklärt: Die Liebe zu einem persönlichen Gott, „mit ganzem Herzen und ganzer Seele, ganzem Willen und ganzer Kraft“ und gleichermaßen: „Liebe deinen Nächsten, (mindestens) so wie dich selbst“. Nichts so wichtig wie dies und keines ohne das andere!
    Den Einwand, nur an etwas glauben, und erst recht etwas lieben zu können, was man sehen und begreifen kann, lässt Sommermann nicht gelten mit dem Hinweis, dass es weit mehr Dinge gibt, die nicht wahrnehmbar sind und dennoch eine immense Rolle im Leben eines jeden Menschen spielen – etwa das Phänomen Licht.
    Eine Gesellschaft ohne diese Liebe zu Gott, ohne Gott gar, „ist eine schreckliche Vorstellung, eine Gesellschaft ohne jede Orientierung“, zitiert Sommermann Gregor Gysi, dem, selbst Atheist, „vor der Gottlosigkeit und ihren Folgen graust“. Der 70. Gedenktag des 2. Atombombenabwurfs auf Nagasaki lässt in dieses Grauen, diesen Abgrund blicken.
    Liebe hat, nach biblischem Beispiel vom Samariter, viel mit Barmherzigkeit zu tun. Sie ist, in Konsequenz des Liebes-Doppelgebotes, nur glaubwürdig, wenn sie Hilfsbereitschaft einschließt gegenüber den Mitmenschen. Liebevolle ökumenische Hilfe etwa über das „Hans-Bößner-Hilfswerk“ der Pfarrgemeinde St. Otto für eine palliativ-medizinische Betreuung der „Ärmsten der Armen“ durch die „Seemanns-Mission“ in Lome/Togo, wofür W. Böhm wirbt. Und Hilfsbereitschaft gegenüber den oft traumatisierten Flüchtlingen in unserer Nähe. H. Sommermann möchte sie ausdrücklich miteinschließen.
    „Gott gab mir Hände“, so die Aufforderung, Einladung an alle Teilnehmer des Flurgottesdienstes zur tätigen Umsetzung dieses Liebesgebotes, „damit wir handeln. Er gab uns Füße, dass wir fest steh`n. Gott will mit uns die Erde verwandeln. Wir können neu ins Leben gehen…“.
 
Text:  Hermann Hatzelmann
Fotos & Redaktion: O.-W. Heinze