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Die Laufer Stadtstreicher

sind ein Streichorchester mit derzeit ca. 25 Mitgliedern, viele davon Jugendliche.
Sie spielen Musik aller Stilrichtungen, das Repertoire reicht von der Bachkantate, oder einer klassischen Sinfonie bis hin zu Gospel- und Filmmusik.
 
 

Musik und noch viel mehr

 
Warum die Laufer Stadtstreicher seit 20 Jahren mit viel Engagement und Freude zusammenspielen, hat sicher mehrere Gründe. Zunächst natürlich die Musik. Aber auch die Struktur der Gemeinschaft zeigt, wie hier jeder vom anderen profitiert: Das Miteinander junger und älterer Musiker, derer, die noch am Anfang der musikalischen Karriere stehen und den anderen, die schon ausgebildete Instrumentallehrer sind. Die Musik verbindet und schafft zudem noch mehr: Das wertschätzende Aufeinanderzugehen und eine herzliche Gemeinschaft, die trägt.
 
Muttertagskonzert 2017:
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Sonntag, 14. Mai 2017 – 17.00 Uhr im Dehnberger Hof Theater

2017 wagen sich die Laufer Stadtstreicher zurück auf inzwischen seltenes Terrain: Ganz ohne die Unterstützung von Blasinstrumenten lädt das Orchester unter Leitung von Heidi Braun ein auf eine Reise durch die Zeiten, in die Klangwelten anderer Länder und zu den unterschiedlichsten Kompositionsstilen und -techniken.

Die Eröffnung des diesjährigen Muttertagskonzerts bildet dabei eines der bekannteren Werke von Johann Sebastian Bach (1685-1750) und gleichzeitig ein Meisterwerk barocken Kontrapunktes, das Doppelkonzert für zwei Violinen und Streicher d-Moll, BWV 1043. Schon der dicht gefügte, lebhafte Eröffnungssatz (Vivace) präsentiert dabei die beiden Soloparts im Wechselspiel mit dem Orchester. Mal im Widerstreit, mal als Partner konzertieren dabei die beiden Sologeigen auf Augenhöhe mit den Begleitstimmen. In einem weiten, ausschwingenden Kanon im 12/8-Takt ist der berühmte zweite Satz (Largo) angelegt. Auf dem schwebenden Rhythmus der pastoralen Siciliano-Bewegung des Orchesters schwingen sich, angeführt von der zweiten Solo-Violine, die beiden Stimmen in immer neue Höhen. Ganz im Kontrast dazu steht das darauffolgende Allegro, ein stürmischer, fast dramatischer Wettlauf im Abstand einer Viertel. Eine beispiellose Schlusswirkung durch eine absteigende Tonleiter beendet den letzten Satz und spannt so das gesamte Konzert in einen Rahmen.

Die Soloparts übernehmen die beiden 14-jährigen Geigerinnen Clara Arantes und Annie Urbaniak, die beide langjährige Mitglieder der Laufer Stadtstreicher sind. Mit viel Temperament und jugendlicher Spielfreude treten sie in den konzertierenden Dialog mit dem Tutti-Orchester und zeigen ihr musikalisches Können.

Einen weiteren Höhepunkt in der Programmlandschaft für Streichorchester stellt auch die Suite „Aus Holbergs Zeit“ op. 40 von Edvard Grieg (1843-1907) aus dem Jahr 1884 dar. Er verbindet darin barocke Elemente mit seinem romantischen Kompositionsstil. Grundlage ist die französische Tanzsuite mit ihren Sätzen Präludium, Sarabande, Gavotte, Air und Rigaudon. Als Huldigungsmusik zum 200. Geburtstag des dänischen Dichters Ludvig Holberg „im alten Stil“ komponiert, werden die Sätze ganz unterschiedlich stilisiert und reizvoll, nicht ohne ein wenig romantische Sentimentalität zusammengefügt. Besonders in der Besetzung variiert Grieg spielerisch solistische Stimmen mit dem Tutti-Orchester, mal elegisch, mal virtuos. Überraschend wird hier eine ganze Instrumentengruppe hervorgehoben, an anderer Stelle musizieren einzelne Instrumente miteinander. Nach der von den Laufer Stadtstreichern schon aufgeführten „Peer Gynt“-Suite ist die so genannte „Holberg-Suite“ wohl eines der bekannten Werke des norwegischen Komponisten.

Nach der Pause führt das Concertino für Soloposaune und Streicher des schwedischen Komponisten Lars-Erik Larsson (1908-1986) in ganz andere Klangwelten. Zwar sind immer wieder die Anstöße erkennbar, die Larsson bei seinem Lehrer Alban Berg in Wien erhielt, trotzdem löste sich der Komponist später immer wieder von den so genannten „Neutönern“ und Techniken wie der Dodekaphonie. Wie Grieg in der Holberg-Suite beschäftigte sich auch Larsson mit vorromantischen Formen und Stilen, jedoch in neoklassizistischer Weise. In seinem Heimatland führte das zu einer Popularität, die für moderne Komponisten sehr selten ist. Das Concertino, namentlich ein „kleines Konzert“, ist in eine Reihe von zwölf Kompositionen der 1950er Jahre einzuordnen, die alle ein Soloinstrument einem Streichorchester gegenüberstellen. Formal und melodisch eingängig sprechen diese Konzerte eine gut verständliche Tonsprache, die gleichzeitig dem Solisten Raum geben, seine Virtuosität und Gestaltungskraft im Wechselspiel mit dem Orchester zu entfalten.

Der Solist Philippe Schwarz, geboren 1991, erhielt im Alter von acht Jahren Posaunenunterricht, nahm mit sehr guten Erfolgen bei Landes- und Bundeswettbewerben Jugend musiziert teil und war Mitglied und Orchestervorstand im Bayerischen Landesjugendorchester (BLJO). Schon als Schüler war er Jungstudent bei Prof. Silvan Koopmann in Nürnberg, nach seinem Abitur 2010 studierte er bei Prof. Oliver Siefert in Frankfurt am Main Posaune. Bereits vor dem Abschluss seines Studiums musizierte er mit dem hr-Sinfonieorchester, dem Internationalen Schleswig-Holstein-Festival-Orchester und dem Gustav-Mahler-Jugendorchester unter namhaften Dirigenten. Seit 2016 ist er Soloposaunist am Stadttheater Gießen und tritt zudem regelmäßig als Solist auf. Philippe Schwarz ist auch außerhalb der Musik engagiert, so z.B. als Gründungsmitglied eines Aidswaisenprojekts in Kenia oder als Initiator eines Musikprojekts für geflüchtete Jugendliche.
In der Zeit seiner Mitgliedschaft im BLJO entstanden Freundschaften zu einigen Mitgliedern der Laufer Stadtstreicher, die den Kontakt zwischen den Laufer Stadtstreichern und dem Posaunisten ermöglichten. Über das anstehende Solokonzert sagt Schwarz: „Ich freue mich sehr über die Möglichkeit, mit diesem Orchester ein Konzert spielen zu können. Als ich vergangenes Jahr im Muttertagskonzert war, fand ich beeindruckend, mit wie viel Freude und guter Laune die jungen und ‚fast-jungen‘ Musiker das Konzert gestaltet haben. Und: Ich freue mich natürlich darauf, wieder mit meinen Freunden zusammenzuspielen!“

Die zum Teil schon filmmusikalisch anmutenden Szenen aus dem letzten Satz des Posaunen-Concertinos, man denke nur an die Titelmelodie der amerikanischen Serie „Die Simpsons“, führen nahtlos in den abschließenden Teil des Konzertes, der gleichzeitig die Zuhörer in die Gegenwart zurückführt. Die beschwingten, mitreißenden, bisweilen auch träumerischen oder melancholischen Sequenzen aus den Filmmusiken zu „Schindlers Liste“ und „Slumdog Millionaire“, der rasenden Jagd „Zoosters Breakout“ aus Madagascar, sowie einem Medley verschiedener Filme der Pixar Animationsstudios („Findet Nemo“, „Cars“, „Die Unglaublichen“, „Oben“, „Toy Story“ und „Ratatouille“) zeigen die ganze musikalische Bandbreite der Laufer Stadtstreicher. Ob Australien, Frankreich oder Indien, der tiefe Ozean oder eine Ballonreise, die Filme aus den 1990er und 2000er Jahren entführen mit ihren Melodien und Rhythmen in ganz andere, spannende Welten.

Karten gibt es direkt beim Dehnberger Hof Theater unter der Telefonnummer 09123 / 95449-0, der Telefaxnummer 09123 / 95449-30 oder im  Internet
http://www.dehnbergerhoftheater.de/veranstaltungen/Muttertagskonzert.html

 


Auszug aus bisherigen Konzertprogrammen
·        Joh.Seb. Bach Weihnachtsoratorium in Teilen K1-3 und 4-6
          (in Zusammenarbeit mit der erweiterten Johanniskantorei
          unter Leitung des jeweiligen Kantors)
·        G. F. Händel, The Messiah (in Zusammenarbeit mit dem
          Projektchor der Johanniskantorei unter Leitung von
          Kantor Markus Kumpf)
·        W. A. Mozart, Jupitersinfonie, diverse Sinfonien, Requiem
          (mit dem Projektchor etc wie oben)
·        L. v. Beethoven: 1. Sinfonie
·        div. Solokonzerte: F. Mendelssohn-Bartholdy, Violinkonzert e-Moll
          (Solo: Sophia Maiwald (ex Stadt-Streicher)
          A. Vivaldi, „Frühling“ und „Winter“aus den „Vier Jahreszeiten“
·        Filmmusik: Medleys aus
          „Fluch der Karibik - am Ende der Welt“,
          „Charlie und die Schokoladenfabrik“,
          „Harry Potter und der Orden des Phönix“
 
PROBEN
Das Orchester probt jeden Donnerstag von 18.00 Uhr bis 19.30 Uhr im Evang. Gemeindehaus, Luitpoldstr. 5, außer in den Schulferien.
 
KONTAKT
Wer gerne Näheres erfahren möchte, kann sich gern telefonisch mit der Musikpädagogin und Dirigentin  Heidi Braun in Verbindung setzen (Tel. 09123/75251).