4./5.12.: 50 Jahre Christuskirche – immer Jünger!

Dieses Wochenende begehen wir das 50-jährige Jubiläum! Auf den Tag genau am 5.12.1971 wurde sie geweiht. So findet am Sa. 4.12. um 19.00 Uhr ein Erzähl- und Dankgottesdienst statt, am So. 5.12. um 10.30 Uhr der Festgottesdienst, letzterer präsentisch und im Livestream. Bitte an 3G-Nachweis, Ausweis und FFP2-Maske denken!

Ein Jubiläum in der momentanen Coronalage? Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht und das Konzert der MFL-BigBand auf unbestimmte Zeit verschoben. Doch die Gottesdienste finden – wie vorerst alle Laufer Präsenzgottedienste – statt. Zur Erhöhung der Sicherheit (auch für Geimpfte empfohlen) besteht ab 9.50 Uhr die Möglichkeit, einen Selbsttest unter Aufsicht unserer Ordner durchzuführen. Wenn irgend möglich, bringen Sie den neuen Test selbst mit, der Vorrat unserer Schnelltests ist begrenzt.

Wer Bedenken hat, zu kommen, kann den Sonntags-Gottesdienst live oder danach erleben durch Klick HIER.

Bitte unterstützen Sie mit Ihrem Kauf der schon bevorrateten Speisen unser SCH-LAU-Café, gern auch zum Mitnehmen! Wenn Sie im Gemeindehaus essen möchten, gilt 2G. Wer sicher einen Tisch möchte, wird um Anmeldung bis Freitag-Vormittag gebeten:

  1. Pikantes gemischtes Gulasch mit Penne
  2. Gemüse-Bolognese mit Penne
  3. Kürbis-Kartoffel-Suppe

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Als Doku-Serie erscheinen derzeit in unserer blick-Heften Artikel zum historischen Werdegang, die vielleicht noch als Sammelheft erscheinen. Doch hier einige zeitgeschichtliche Stationen im Überblick:

  • 17.11.1961: Beschluss des Kirchenvorstands Lauf, in “Lauf-links” eine Kirche und ein Pfarrhaus zu errichten
  • 1961-1971: Gottesdienste in der Kantine der Fa. Sembach
  • 1964: Errichtung einer neu geschaffenen Laufer Pfarrstelle IV, auf die 1.8.1964 der Laufer Pfarrer Rudolf Albrecht wechselt
  • Beschluss des Laufer Kirchenvorstands Kirchenbau: Sept. 1964
  • Sept. 1965 – Bezug Aug. 1966: Bau des Pfarrhauses Sprengel IV
  • Nach 7 vergeblichen Anträgen beim Landeskirchenamt in München wird erst der 8. Antrag im Jan. 1970 genehmigt
  • Baubeginn der Christuskirche: Aug. 1970
  • Architekt: Dipl.-Ing. Wolfgang Gsaenger, Georgensgmünd
  • Künstler Reinhart Fuchs (ebenfalls Georgensgmünd und Freund von Gsaenger) schafft die Principalia (= Kunstgegenstände/“Möbel“) wie Triumphkreuz, Altar, Taufstein, Kanzel (Innenausstattung von Gemeinde finanziert)
  • 14.09.1970 Beschluss über Namen: „Christuskirche“
  • Auf den Tage genau am 5.12.1971 geweiht, seitdem jeden 2. Advent Kirchweih-Gedenken
  • Zeltdach-Kirche: wanderndes Gottesvolk
  • 2. Advent 1972: Weihung Oster-Wandteppich (Motivvorschläge von Altbischof Wilhelm Stählin, Entwurf und Ausführung durch Künstlerin Edith Gsaenger – Frau des Architekten) an Altarwand: zeigt 5 Begegnungen mit dem Auferstandenen
  • 2. Advent 1975: Weihe des alten Gemeindehauses Christuskirche (im Laufer Volksmund: Gemeindehäusle) – Abriss auf Rat von Bau-Sachverständigen, weil Flachdach undicht und zu klein für die zahlreicheren Gruppen
  • 2. Advent 2011: Weihe des neuen Gemeindehauses Christuskirche
  • Gilt damals wie heute als vom Stil „junge“ Kirche. Bis heute mit Gottesdienstbesuchern von Jung bis Alt, sehr gut besucht (teils an normalen Sonntagen vor Corona 200 Teilnehmende)
  • Bandmusik und moderne Form: Was vorher zu gelegentlichen Gemeindewoche und Jugendgottesdiensten in Lauf schon gute Tradition hatte, wurde dann die Regel:
  • Im Zusammenspiel mit dem gesamt-gemeindlichen Konzept der unterschiedlichen Gottesdienst-Profile:
  • Seit 21.09.2003 jeden Sonntag in der modernen Gottesdienstform „C1. Ankommen. Aufatmen. Auftanken.“ Mit Bandmusik, kreativen Zugängen und parallelem Kindergottesdienst. Mit einem sehr engagierten ehrenamtlichen Team unter Leitung von Pfr. Thomas Hofmann, das anfangs jahrelang von Ehepaar Martina und Peter Stöppler koordiniert wurde.

Für die aktuellen Kreise und Angebote am Gelände Christuskirche beachten Sie bitte unsere neue Broschüre zum Festjahr (statt Einzelflyer der Gruppen), die ab dem Festwochenende druckfrisch vorliegt. Kostenfrei, doch erbitten wir eine kleine Spende.

Zum silbernen Jubiläum: Die Laufer Stadtstreicher schreiben Geschichte(n)

25 Jahre sind eine gerade noch überschaubare, zweifellos lange Zeit. Wie auch immer man diese Zeitspanne betrachtet, wird sie ein Leben verändert haben. Für ein musikalisches Ensemble gilt dies umso mehr. Seit 1995 bestehen die Laufer Stadtstreicher der Johanniskantorei Lauf. Seit der ersten Stunde ist Heidi Braun als Gründerin und Leiterin der unermüdliche Motor und das Herzstück des Orchesters. Bei einem festlichen Muttertagskonzert am 10. Mai 2020 wird das Orchester mit seiner Dirigentin dieses Jubiläum mit den Zuhörenden im Dehnberger Hof Theater feiern. (Anmerkung der Redaktion: Aufgrund der aktuellen Lage steht noch nicht fest, ob das Konzert wie geplant stattfinden kann.) Grund genug, die Anfänge und Hintergründe, Geschichte und Geschichten des Orchesters einmal genauer zu betrachten, Mitglieder zu Wort kommen zu lassen und auch einen kleinen Blick in die Zukunft zu werfen.

Die Stadtstreicher 1997
Weihnachten 1996

Den Anstoß zur Gründung der Stadtstreicher gab die Laufer Geigen- und Klavierlehrerin Heidi Braun, die ihren jugendlichen Schülerinnen und Schülern ermöglichen wollte, die Freude des gemeinsamen Musizierens in einem kleinen Orchester zu erleben. Zusammen mit dem damaligen Kantor Reinhold Schelter entstand die Idee, das Ensemble an die Johanniskantorei zu binden, um Chorprojekte in Zukunft gemeinsam bestreiten zu können. Den Anfang wagte die Dirigentin mit einigen wenigen Musikerinnen und Musikern. Wie Günter Kohl sich erinnert, war der Erfolg des Projekts keinesfalls von Beginn an gesichert. „Natürlich war an große Werke bei unserem ersten Auftritt beim Adventssingen 1995 noch nicht zu denken. Aber manche Dinge brauchen eben ihre Zeit – und es hat sich wirklich gelohnt!“, erzählt Heidi Braun schmunzelnd. Gelohnt hat es sich in der Tat, denn die Begleitung des Weihnachtsoratoriums von J. S. Bach, ebenso wie die Aufführung des Mozart-Requiems sind nur zwei prominente Beispiele für die fruchtbare Zusammenarbeit der beiden Ensembles. Auch Kantorin Silke Kupper sieht eine große Bereicherung für das Gemeindeleben in den gemeinsamen Projekten: „Heidi Braun macht eine wunderbare Jugend- und Erwachsenen-Arbeit, und durch ihre kompetente und mitreißende Art hat das Orchester ein hohes musikalisches Niveau. Die Stadtstreicher machen unser Laufer Gemeindeleben und die Gottesdienste bunt und es ist zu spüren, dass es eine feste und bereichernde Orchestergemeinschaft gibt.“ So ist die Gestaltung von Gottesdiensten auch außerhalb von Lauf beispielsweise fester Bestandteil des Sonntagvormittags bei der Orchesterfreizeit. Für Heidi Braun ist das „Wunderbare an der aktiven Ausübung der Kirchenmusik, dass Menschen spirituelle Erfahrungen machen und innerlich tief berührt werden können von Inhalten, die mit Worten allein oft nur schwer auszudrücken sind.“

Gleichzeitig nahmen die Stadtstreicher immer komplexere Werke in ihr Repertoire auf, wie klassische Sinfonien, aber auch Werke aus der Film- und Musicalwelt. Oft spielten sie gemeinsam mit befreundeten Bläserinnen und Bläsern aus dem Großraum Nürnberg. „Wer kann schon behaupten, schon mal ein Marimbaphon-Konzert gespielt zu haben?“, so Andrea Sowa aus der Cellogruppe. Doch auch „Eigengewächse“ der Stadtstreicher sind solistisch immer wieder mit dem Ensemble zu hören und sie wachsen an diesen Aufgaben weit über sich hinaus.

Die gewachsene Gemeinschaft des Orchesters zeichnet sich dadurch aus, dass Junge und Junggebliebene zwischen neun und über achtzig Jahren in einem generationsübergreifenden Ensemble musizieren. Viele Mitglieder der Stadtstreicher sind selbst noch keine 25 Jahre alt, denn auch heute spielen vorwiegend Schülerinnen und Schüler von Heidi Braun mit, der die Nachwuchsförderung nach wie vor besonders am Herzen liegt. Und trotz der großen Altersunterschiede, „ist die Gemeinschaft einfach cool“, wie Lina Kupper findet. Anders als in anderen Ensembles ist der Wechsel der Mitspielenden ungewöhnlich hoch, denn viele gehen nach der Schule andere Wege, die sie aus Lauf wegführen. Oft bleibt der Kontakt über weite Entfernungen dennoch erhalten und spätestens zum Gottesdienst am Heiligen Abend in St. Johannis freuen sich die „alten Hasen“, wieder Teil der Stadtstreicher zu sein. „Dieses Orchester ist definitiv mehr als die Gruppe der musizierenden Menschen“, so Gründungsmitglied und langjährige Konzertmeisterin Kristina Glücker. Ein fester Kern von Erwachsenen verleiht den Stadtstreichern darüber hinaus Kontinuität und Stabilität. Die innige Verbindung der Musizierenden entsteht durch die geteilte Liebe zur Musik und die Freude an den gemeinsamen Proben, der jährlichen Orchesterfreizeit und den Konzerten. „Ich bin sehr dankbar, dass mich dieses Orchester in meiner Jugend begleitet hat“, so Sophia Maiwald, die wie Kristina Glücker selbst inzwischen die Geige zu ihrem Beruf gemacht hat und gerne an ihre ersten Orchestererfahrungen zurückdenkt. Und Clara Arantes fügt hinzu, dass ihr diese frühen Erlebnisse eine profunde Basis für das Spielen in anderen, größeren Orchestern mitgegeben haben.

Weihnachtsoratorium 2015

Die Laufer Stadtstreicher sind nun seit Jahr(zehnt)en eine etablierte Institution im Kulturleben der Stadt Lauf und weit über ihre Grenzen hinaus. Dabei wollen das Ensemble und seine Leiterin aber nicht stehen bleiben. Es ist eine immerwährende Aufgabe, das Gewachsene zu pflegen und doch neue Herausforderungen zu suchen. Dies bedeutet auch, sich neuen Gegebenheiten anzupassen. „Herausfordernd ist, dass sich Menschen heute nicht mehr so gern langfristig festlegen für eine Sache. Insofern arbeiten wir mit Projektprobenplänen, so dass die nötige Planungssicherheit für beide Seiten dennoch besteht“, erläutert Heidi Braun. Und sie fügt schmunzelnd hinzu, dass für das nächste Projekt im Herbst – ausschließlich mit Werken von J. S. Bach und in Kooperation mit der Johanniskantorei und Silke Kupper noch Musizierende an der Geige und der Bratsche gesucht werden. Die Proben für das Konzert am 22. November 2020 beginnen am 28.5. – denn dann heißt es nach dem Jubiläumskonzert an Muttertag wieder: „Nach dem Konzert ist vor dem Konzert.“

Dass die Musiker auch individuell von den Orchestererfahrungen profitieren und ihr Können auf ihren Instrumenten weiterentwickeln, macht Cellistin Nicola Pfriem deutlich: „Ich lerne durch unsere Dirigentin Heidi Braun klassische Werke und Komponisten neu kennen, sie vermittelt uns anschaulich ein Verständnis für die Musik und ich entwickle mich durch ihre fachlichen Tipps auch auf meinem Instrument musikalisch weiter.“ Ein glückliches Händchen bei der Wahl der Stücke ist von Nöten, wenn man ein Ensemble gleichzeitig fördern und fordern möchte. So war es, so Heidi Braun, nie das vorrangige Ziel, möglichst schwierige Stücke einzuüben, sondern dem Orchester in seinem aktuellen Können gerecht zu werden und so der Freude an der Musik Raum zu geben.

Die Stadtstreicher 2019

Für weitere Informationen zum Konzertprogramm findet sich unter den Ankündigungen ein kurzer Überblick, auch auf den Seiten der Evangelischen Kirchengemeinde Lauf gibt es Aktuelles und Kontaktdaten: https://www.lauf-evangelisch.de/laufer-stadtstreicher/.

Katharina Leniger