Seid getrost und unverzagt, Zuversicht in bewegten Zeiten – 3. Fastenpredigt in der Johanniskirche Lauf, 22.3.2026 von Judit Herbst

Woher nehmen Menschen Zuversicht, die allen Grund hätten zu verzagen? Judit Herbst, Geschäftsführerin der Diakonie Unteres Pegnitztal, erzählt in ihrer Fastenpredigt über Jeremia 17 von Tiefwurzlern — Menschen, die wie Bäume am Wasser auch in Dürrezeiten grün bleiben und anderen Schutz und Halt geben. Mit zwei berührenden Lebensgeschichten und dem Gospelsong „Hold on a little while longer” im Ohr wird der Sonntagsname „Bereit zum Dienst” ganz konkret und persönlich. Hier zum Nachhören und Nachlesen.

„Doch Segen soll über alle kommen, die allein auf mich, den Herrn, ihr Vertrauen setzen. Sie sind wie Bäume, die am Wasser stehen und ihre Wurzeln zum Bach hin ausstrecken. Sie fürchten nicht die glühende Hitze. Ihr Laub bleibt grün und frisch. Selbst wenn der Regen ausbleibt, leiden sie keine Not. Nie hören sie auf, Frucht zu tragen.“ Jeremia 17,7-8
Judit Herbst und Pfarrer Thomas Reuß beim anschließenden Kirchencafe im Johannissaal

Predigerin Judit Herbst, Geschäftsführerin der Diakonie Unteres Pegnitztal

Eine Frau sitzt am Küchentisch. Sie ist alleinerziehend. Das jüngere ihrer zwei Kinder geht jetzt in die erste Klasse. Abends, wenn die Kinder eingeschlafen sind, ist ihr Tag noch lange nicht zu Ende. Sie schafft Ordnung in der Wohnung. Sie plant die nächsten Tage. Essen, Einkäufe, Termine der Kinder. Eigene Termine hat sie kaum. Ihre Kinder sind nicht so einfach, würden manche sagen. Ihr Verdienst als Pflegekraft ist gut, trotz Teilzeit. Aber Wohnen, Lebensmittel, Schulsachen und Geschenke, das alles kostet.

Er ist alt, manche würden sagen steinalt. Das Haus verlässt er nicht mehr so oft, Kontakte hat er nur noch wenige. Das Leben ist beschwerlich geworden, sein Gedächtnis lässt nach, das schmerzt. Er will nicht, dass seine Bekannten ihn so sehen. Früher war er Personalleiter einer Firma in der Stadt, angesehen und wichtig, aber jetzt …

Ich hoffe sehr, dass Ihr Leben leichter und unbeschwerter ist als das dieser bei den Menschen. Seid getrost und unverzagt, Zuversicht in bewegten Zeiten, das ist die Überschrift, die dieses Jahr über den Fastenpredigten steht. Seid getrost, Seid zuversichtlich, nicht verzagen. Es wäre einfach, dies der Mutter mit der großen Verantwortung und dem älteren Herrn zuzurufen. Aber in manchen Momenten ist das schwer, ist das wirklich viel verlangt.

Wenn ich mich bei den Menschen in meinem Umfeld umschaue, dann gibt es da ein paar Menschen, die besonders viel Zuversicht ausstrahlen. Kennen Sie auch solche Menschen, vielleicht am Arbeitsplatz, in der Familie, in Ihrem Freundeskreis oder in Ihrer Nachbarschaft? Vielleicht kennen Sie diese Menschen, bei denen man sich immer wieder fragt, woher nehmen Sie diese Zuversicht? Man könnte meinen, dass es besonders die Menschen sind, denen das Leben besonders wenig an Last gibt, die keinen Grund haben zu verzagen. Und aus meiner Erfahrung ist es genau andersherum: Die Menschen, die aufgrund von Schicksalsschlägen, Krankheiten, Belastungen nach unserer Meinung gutes Recht hätten zu verzagen und zu jammern, tun es nicht. Menschen, bei denen alle Verständnis hätten, wenn sie sich beschweren würden über die Ungerechtigkeit bei der Verteilung von Gesundheit, Chancen und Geld, tun es nicht. Gerade da sehe ich viel Zuversicht.

Ich kenne Menschen, die aus meiner Perspektive nichts umwirft. Sie haben eine besondere Standfestigkeit. Besonders große Zuversicht und viel Vertrauen. Sie sind nicht wie eine flachwurzelnde Fichte, die bei Dürre und Trockenheit, bei einem aufkommenden Sturm kapituliert. Sie kommen mir eher vor wie Tiefwurzler, tiefer im Boden verankert als der Durchschnitt. Nicht so leicht umzuwerfen, viel widerstandsfähiger. vielleicht wie eine Edelkastanie. Fest mit dem Boden verbunden, kann sie sich aus tieferen Erdschichten versorgen, nach oben hin ausladend und vielleicht einladend. Wenn ich an die tief wurzelnden, zuversichtlichen Menschen in meinem Umfeld denke, dann sind auch die besonders einladend. Sie sind in ihrer positiven Lebenseinstellung und in ihrem Gottvertrauen auch besonders ansteckend. Wie der Baum Schatten spendet, so sind es oft diese widerstandsfähigen Menschen, die den Leuten in ihrem Umfeld noch mehr geben: Schutz, Zuneigung, ein wirklich offenes Ohr für Sorgen und Nöte, vielleicht aufgrund ihrer eigenen Lebenserfahrung. sie haben besonders viel und ein besonderes Verständnis. In

Jeremia 17, Vers 7 bis 8 heißt es:

„Doch Segen soll über alle kommen, die allein auf mich, den Herrn, ihr Vertrauen setzen. Sie sind wie Bäume, die am Wasser stehen und ihre Wurzeln zum Bach hin ausstrecken. Sie fürchten nicht die glühende Hitze. Ihr Laub bleibt grün und frisch. Selbst wenn der Regen ausbleibt, leiden sie keine Not. Nie hören sie auf, Frucht zu tragen.“

 Der Bibelvers beschreibt einen Baum, der besonders widerstandsfähig ist. Und die Menschen, die allein auf Gott vertrauen, sind wie dieser Baum. widerstandsfähig, tief wurzelnd, sie breiten die Wurzeln in die richtige Richtung aus. Die Menschen, die auf Gott vertrauen, trotzen Hitze und Dürre.

Ja, das Leben hat immer wieder große Herausforderungen für uns. Wenn Alter oder Krankheit das Leben beschwerlich machen, ist es schwierig, den Kopf oben zu halten. Es ist schön, wünschenswert und bewundernswert, wenn Menschen es schaffen, allein auf Gott zu vertrauen. Einfach ist das nicht immer. Mit Krankheit, Alter, Leid und Schicksalsschlägen zu hadern, sie ungerecht zu finden, das ist menschlich. zu akzeptieren, wenn man Hilfe und Pflege braucht, zuzusehen, wie die sozialen Kontakte weniger werden, das sind typische und betrübliche Alterserscheinungen. Und hier gibt es auch Grund zur Zuversicht. Dabei geht es nicht darum, dass alle Schmerzen und Krankheiten, zack, verschwinden. Es geht um die Hoffnung und die Aussicht, dass es Hilfe gibt, Menschen, die im Ehrenamt, in Nachbarschaften, in Hilfsangeboten und in Kirchengemeinden Kontakt halten, die Begegnungen ermöglichen und die pflegerische, hauswirtschaftliche und soziale Bedürfnisse erfüllen. Wir brauchen Menschen, die körperliche und seelische Leiden lindern, mit Medikamenten, mit einem Lächeln und mit einem guten Wort. ‘Bereit zum Dienst’ steht über dem Sonntag. Diesen Dienst leisten Diakonie, Albrecht-Franz-Stiftung und so viele Gruppen und Einzelpersonen in und um Lauf. Diese Menschen sind bereit zum Dienst, sie sind bereit durch ihren Dienst Zuversicht zu vermitteln, Lasten abzunehmen oder mitzutragen. Sie bringen Trost. Durch sie, durch diese Menschen entsteht Begegnung. Sie hören zu, sie bauen auf und ich bin sehr dankbar, dass ich Teil dieser Dienstgemeinschaft sein darf.

Ich wünsche Ihnen, dass sie in ihrem Leben zuversichtlich und widerstandsfähig sind, dass sie ihre Wurzeln auch bei Lebensstürmen festhalten, dass sie sie mit viel Wasser und Kraft versorgen können. Ich wünsche Ihnen, dass sich in den Momenten, in denen Ihre Zuversicht schwächelt oder schwindet, dass sich dann Menschen an Ihre Seite stellen, in deren Windschatten sie auch getrost mal schwach sein dürfen.

Eine Frau sitzt am Küchentisch. Sie ist alleinerziehend. Das jüngere ihrer 2 Kinder besucht gerade die erste Klasse. Abends, wenn die Kinder eingeschlafen sind, ist ihr Tag noch lange nicht vorbei. Sie schafft Ordnung in der Wohnung. Sie plant die nächsten Tage: Essen, Einkäufe, Termine der Kinder. Eigene Termine hat sie kaum. Ihre Kinder sind nicht so einfach, würden manche sagen. Ihr Verdienst als Pflegekraft ist gut, trotz Teilzeit. Aber Wohnen, Lebensmittel, Schulsachen und Geschenke, das alles kostet. Und als sie abends an ihrem Küchentisch sitzt, gerade wieder eine Rechnung überwiesen hat, fällt ihr Blick auf die Karte am Kühlschrank. “Sei getrost und unverzagt”, steht in geschwungenen Buchstaben darauf. Dann greift sie zum Telefon. Sie ruft die Absenderin der Karte an, diese eine gute Freundin, die immer die richtigen Worte findet, um sie aufzubauen. Im Gespräch schafft sie es, sich wieder aufzurichten? Sie sitzt jetzt gerade am Tisch. Sie ist nicht nur aufgemuntert und aufgerichtet. Sie ist wieder ausgerichtet. Sie spürt: Ich darf stolz und selbstbewusst durchs Leben gehen. Ich bin wertvoll. Ich leiste Großes.

Er ist alt, manche sagen steinalt. Aus dem Haus kommt er nur noch selten. Kontakte hat er nur noch wenige. Das Leben ist beschwerlich geworden. Sein Gedächtnis lässt nach, das schmerzt. Er will nicht, dass seine Bekannten ihn so sehen. Früher war er Personalleiter einer Firma in der Stadt, angesehen und wichtig. Aber jetzt, manchmal sitzt er alleine in der Kirche, ganz still. wartend. Auf dem Weg nach Hause begegnet ihm heute eine Frau, bestimmt schon 50 Der alte Herr ist dankbar, dass sie sich gleich mit Namen vorstellt. Er erinnert sich an die Zeit, als sie Auszubildende in seiner Firma war. Sie tat sich schwer, hätte die Ausbildung fast abgebrochen, war leise und unsicher. jetzt strahlt sie ihn an. Sie erzählt, wie er sie damals geprägt hat, wie sie durch ihren damaligen Ausbilder Mut und Selbstvertrauen gefasst hat, wie groß sein Beitrag dazu war, dass sie über sich hinausgewachsen ist.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie bei allen Unruhen, Umbrüchen und Lebensstürmen, ihren Blick voll Vertrauen auf Gott richten können und wissen, dass sie dann auch diese Dürren überstehen.

Amen.

Predigerin Judit Herbst, Geschäftsführerin der Diakonie Unteres Pegnitztal

2. Fastenpredigt Zum Nachhören oder Lesen

Sonntag, 15.03. | mit David Nassler | Johanniskirche Lauf

Das Thema der diesjährigen Fastenpredigten: „Seid getrost und unverzagt – Zuversicht in bewegten Zeiten?!“

Was hält uns innerlich stabil, wenn außen alles in Bewegung gerät? David Naßler, Geschäftsführer eines Laufer Unternehmens, teilt in dieser Fastenpredigt aus der Johanniskirche ehrlich und lebensnah, wie er in einer turbulenten Unternehmensphase gelernt hat, was Resilienz wirklich bedeutet – und warum das Bild vom Weizenkorn mehr ist als ein frommer Gedanke. Eine Predigt über stille Wurzeln, das Loslassen von Kontrolle und die Zuversicht, dass Gott auch dort wirkt, wo wir noch nichts sehen.

Text der Predigt:

Kennen Sie den „Stehaufmännchen-Effekt“? … Liebe Gemeinde, das ist gelebte „Resilienz“.

Resilienz bezeichnet die psychische Widerstandsfähigkeit, – Krisen, Stress oder traumatische Erlebnisse ohne dauerhafte Beeinträchtigung zu bewältigen.

Als ich gefragt wurde, ob ich eine Fastenpredigt über Resilienz halten möchte, habe ich erst einmal gezögert.

Nicht wegen des Themas – „Seid getrost und unverzagt“ klingt ja erstmal gut.
Sondern weil ich dachte:
Ein Unternehmer auf der Kanzel – das kann in zwei Richtungen gehen.

Entweder es wird eine Predigt…
oder ein Management-Meeting mit Chorbegleitung 😊

Keine Sorge – es wird keine PowerPoint geben.

Und ich verspreche Ihnen:
Es gibt heute keine Excel-Auswertung zur Resilienzquote der Gemeinde.

Mein Name ist David Naßler und ich stehe heute hier nicht als Theologe.
Ich habe zwar schon einige Jugendfreizeiten begleitet und war auch lange Jahre im Jugendausschuss der evang. Kirche.


Aber vor allem bin ich in meiner jetzigen Lebenssituation Geschäftsführer des Softwareunternehmens intex in Lauf.

55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, international agierend und doch ein bodenständiges Familienunternehmen.

Wenn man in der Wirtschaft über „bewegte Zeiten“ spricht,
dann meint man meistens:

Die Märkte sind volatil, die Prozesse ineffizient
… und irgendjemand hat wieder an einem Freitagabend ein Update beim Kunden eingespielt, und nichts geht mehr!

Aber im Ernst:

Hinter all diesen Begriffen steckt eine sehr echte Frage.
„Wie bleibt man innerlich stabil, wenn außen vieles wackelt?“

Oder in den Worten dieses Sonntags:

Wie kann man getrost und unverzagt sein – in bewegten Zeiten?

Und ich möchte diese Frage heute nicht theoretisch beantworten.

Sondern mit einer Story aus dem letzten Jahr im Spätsommer.

Ich bin seit wenigen Tagen offiziell zum Geschäftsführer der intex berufen worden.

Noch nicht lange genug im Amt, um alles gelassen zu sehen … das bin ich heute noch nicht!
Aber lange genug, um zu spüren,
dass Verantwortung Gewicht hat.

Und plötzlich schien es, als würde es überall gleichzeitig brennen.

Kunden eskalierten.
Nicht, weil sie ungeduldig waren – sondern weil wir nicht geantwortet hatten.

Wir hatten zu wenig Personal in der technischen Kundenberatung.
Zu viele Projekte gleichzeitig.
Zu viele Anfragen.

Unser vorgesehener Vertriebsleiter, ein guter Freund von mir, kündigte bei uns.
Ein strategischer Baustein, auf den wir gesetzt hatten – weg.

Und über allem schwebte eine Frage:
Wie geht es weiter?

Es war keine dramatische Krise mit Schlagzeilen in der Zeitung.
Aber es war eine dieser Phasen, in denen man morgens ins Büro fährt
und spürt:
Das hier ist mehr als nur operative Unruhe.

Das hier ist einer dieser Momente, die entscheiden,
ob etwas trägt – oder bricht.

Die innere Seite von Verantwortung

In solchen Zeiten merkt man schnell:
Unternehmerische Verantwortung ist keine abstrakte Größe.

Sie ist sehr konkret.

Sie sitzt mit am Tisch.
Sie schaut dich an.
Sie wartet auf eine Richtung.

Ich habe damals viel über das Wort „Resilienz“ nachgedacht.
Nicht als Trendbegriff.
Sondern als existenzielle Frage:

Wie bleibt man innerlich ruhig,
wenn außen alles in Bewegung ist?

Wie führt man Menschen,
wenn man selbst nicht jede Antwort hat?

Der biblische Satz „Seid getrost und unverzagt.“ kann hier eine religiöse Ermutigung sein.

Aber es ist keine Aufforderung zur Härte. Nicht als spirituelles „Reiß dich zusammen.“ zu verstehen.

Sondern als Einladung:
Lass dich nicht von der Unruhe regieren.

Das Krisenmeeting

Wir haben damals ein Krisenmeeting einberufen.
Nicht, um Schuldige zu suchen.
Sondern um ehrlich hinzusehen.

Wir haben aufgeschrieben, was ist.

Zu viele E-Mails.
Zu viele Projekte.
Zu wenig Mitarbeiter-Ressourcen.
Eskalationen wegen fehlender Kommunikation.
Produkte, die nicht klar aus Kundensicht entwickelt waren.
Alte Versionen, die uns im Support blockierten.

Es war kein schönes Bild.

Aber es war ein ehrliches.

Und dann haben wir gefragt:
Was jetzt?

Nicht theoretisch.
Sondern konkret.

Wir haben ein Frühwarnsystem etabliert,
damit Eskalationen nicht mehr „aus heiterem Himmel“ kommen und wir diese besser nachverfolgen können, bis der Kunde zufrieden ist.

Wir beginnen nun, alte Software-Versionen abzukündigen,
um Erwartungshaltungen zu klären und Ressourcen zu entlasten.

Keine revolutionären Ideen.
Aber klare Schritte.

Und während wir diese und andere Maßnahmen formulierten,
passierte etwas Entscheidendes.

Die Stimmung im Raum änderte sich.

Nicht, weil das Problem weg war.
Sondern weil wir nicht mehr passiv waren.

Resilienz beginnt nicht mit einem Motivationsspruch.
Sie beginnt mit Ehrlichkeit und Aufgeschlossenheit gegenüber dem Unbekannten.

Das Weizenkorn

Jesus spricht im Johannesevangelium vom Weizenkorn.

Ein Korn, das in die Erde fällt. Es verschwindet.
Und es verliert seine bisherige Form.

Und genau dadurch bringt es Frucht.

Dieses Bild ist ein theologisches Gleichnis.
Aber man kann darin auch ein unternehmerisches Prinzip sehen.

Es gibt Momente, in denen ein System erst einmal „in die Erde“ muss.

In denen man zugibt:
So wie wir es bisher gemacht haben, funktioniert es nicht mehr.

In denen man Gewohnheiten loslässt.
Strukturen überprüft.
Rollen neu denkt.

Von außen sieht das manchmal wie Schwäche aus.

Intern fühlt es sich an wie Kontrollverlust.

Aber vielleicht ist genau das der Moment,
in dem echte Substanz entsteht.

Das Weizenkorn bleibt nicht, wie es war.
Und genau darin liegt das Wachstum.

Nach dem Krisenmeeting im Spätsommer war nicht plötzlich alles gut.
Die Maßnahmen standen.
Die Struktur war klarer.
Aber die Verantwortung war nicht kleiner.

Und in dieser Zeit habe ich etwas über mich gelernt.

Ich hatte oft das Gefühl,
ich müsse jetzt alles selbst tragen.

Jede Eskalation.
Jeden Konflikt.
Jede unangenehme Konfrontation.
Sogar einen laufenden Gerichtsprozess.

Und innerlich entstand dieser Druck:

Jetzt bist du Geschäftsführer.
Jetzt musst du liefern.
Jetzt darfst du nicht zurückweichen.

Und dann gab es Gespräche mit meinem Vater, der ja auch noch Geschäftsführer der intex ist.

Er ist für mich da oft ein Mentor.

Es gibt Situationen, da sagt er zu mir:

„Dieses Gespräch führe ich nicht mehr.
Das ist nicht mehr meine Aufgabe.
Danke, David, dass du das übernimmst.“

Und ich spüre:
Das ist keine Schwäche.
Das ist gewachsene Resilienz.

Er weiß, was er noch tragen will –
und was nicht mehr.

Und gleichzeitig gibt es Momente,
in denen ich vor einem Gespräch stehe
und denke:

Dafür habe ich nicht die Erfahrung.
Nicht das Alter.
Nicht die grauen Haare.

Und ich sage zu ihm:
„Ich weiß nicht, ob ich das kann.“

Und dann sagt er dann etwas sehr Einfaches:

„Du musst nicht alles machen.
Bürde dir doch nicht alles auf.“

Dieser Satz war für mich überraschend.

Weil ich dachte, Resilienz heißt,
möglichst viel auszuhalten.

Aber vielleicht heißt Resilienz auch,
Grenzen zu akzeptieren.

Nicht jede Konfrontation selbst zu führen.
Nicht jede Baustelle persönlich zu betreuen.
Nicht jede Last auf die eigenen Schultern zu legen.

Ich habe verstanden:

Zwischen „Ich kann das nicht mehr“
und „Ich kann das noch nicht“
liegt ein Entwicklungsraum.

Und Resilienz wächst genau dort.

Persönliche Praxis

In dieser Phase habe ich begonnen, bewusster auf mich zu achten.

Nicht spektakulär.
Sondern sehr schlicht.

Ich stehe morgens früher auf.
Gehe spazieren oder fahre Fahrrad.
Direkt nach dem Aufstehen.

Bewegung, bevor die erste E-Mail kommt.

Dann nehme ich mir Zeit für Stille.
Atemübungen – versuchen Sie mal 2 Minuten nur auf Ihren Atem zu achten – Aber bitte erst nach meiner Ansprache!

Achtsamkeit.
Gebet.

Einfach bewusst nichts tun.

Das klingt unspektakulär.
Aber für jemanden, der Verantwortung trägt,
ist bewusstes Nicht-Tun fast schon eine geistliche Übung

Ich beschäftige mich mit gesunder Ernährung,
mit dem, was meinem Körper gut tut.

Nicht aus Perfektionismus.
Sondern weil ich merke:

Wenn ich meinen Körper dauerhaft ignoriere,
meldet er sich irgendwann.

Es gelingt mir nicht immer.
Es gibt Wochen, da rutscht alles wieder durcheinander.

Aber ich merke:
Wenn ich diese Routinen ernst nehme,
werde ich resilienter.

Nicht dramatisch, nicht sofort.

Sondern von Woche zu Woche.

Wie beim Weizenkorn.

Man sieht nicht jeden Tag Wachstum.
Aber irgendwann merkt man:
Da sind Wurzeln entstanden.

Theologische Verdichtung

Ich glaube, Resilienz ist keine Technik.
Sie ist eine Haltung.

Und als Christ würde ich sagen:
Sie ist auch eine Vertrauensfrage.

Wenn ich glaube,
dass alles an mir hängt,
werde ich irgendwann zerbrechen.

In einem Social Media Post habe ich letztens gelesen:

„Arbeite, als ob alles davon abhängen würde. Bete, als ob alles davon abhängen würde.“

Wenn ich glaube,
dass Gott auch dort wirkt,
wo ich nichts sehe,
kann ich loslassen.

„Seid getrost“ heißt für mich heute:

Du musst nicht die ganze Welt tragen.
Du darfst tragen, was dir anvertraut ist.
Und Gott trägt dich.

Das verändert Führung.
Und das verändert das eigene Herz.

Das Schlussbild

Vielleicht ist Resilienz nicht das laute „Ich schaffe das“.
Vielleicht ist Resilienz das stille Wissen:

Ich wachse.
Auch wenn ich es gerade nicht sehe.

Und vielleicht ist das Weizenkorn deshalb so ein starkes Bild.

Es macht keinen Lärm.
Es kämpft nicht gegen die Erde.
Es bleibt.
Es treibt Wurzeln.
Es wächst.

Und erst später wird sichtbar,
was längst begonnen hat.

Unter der Oberfläche geschieht etwas Entscheidendes: Es entstehen Wurzeln.

Und vielleicht ist genau das die Botschaft dieses Sonntags:

Zuversicht in bewegten Zeiten heißt nicht,
dass alles schnell wieder sichtbar gut wird.

Zuversicht heißt,
dass unter der Oberfläche Wurzeln wachsen.

„Seid getrost und unverzagt.“

Nicht, weil es keine Krisen gibt.
Nicht, weil Entscheidungen leicht sind.
Nicht, weil wir alles kontrollieren.

Sondern weil wir glauben dürfen,
dass Gott auch im Verborgenen wirkt.

Wie bei einem Weizenkorn.

Und vielleicht gehen wir heute hier heraus
nicht mit fertigen Lösungen,
aber mit einem inneren Bild:

Dass kein Krisenmoment verloren ist, dem wir uns stellen und gestärkt daraus hervorgehen.
Dass kein Auseinandersetzen mit einer Unsicherheit sinnlos ist, denn wir lernen daraus.
Dass kein Korn in Gottes Erde vergeblich fällt.

Und das ist mehr als Optimismus – Das ist Hoffnung.

Amen.

Bilder aus dem Gottesdienst

David Nassler stellt sich vor

Liebe Gemeindeglieder,

mein Name ist David Naßler, ich bin 35 Jahre alt, glücklich verheiratet und lebe mit meiner Familie in Simonshofen. Beruflich bin ich Geschäftsführer eines Familienunternehmens, das ich in zweiter Generation mitgestalte und weiterführen darf.

Ich engagiere mich immer wieder gerne mit meiner Zeit und Expertise ehrenamtlich, besonders bei kirchlichen Themen und im Familienhaus Lauf e.V.. Außerdem betreibe ich gemeinsam mit David Geitner den Podcast „Der doppelte David“, in dem wir über Glauben, Business und Persönlichkeitsentwicklung sprechen.

Zu meinen Hobbys gehören Sport (Joggen, Wandern, Schwimmen), handwerkliche Projekte und Elektrotechnik. Und seit der Geburt meines Sohnes habe ich ein neues Lieblingshobby entdeckt: alles, was mit ihm zu tun hat.

Außerdem beschäftige ich mich leidenschaftlich gerne mit technischen KI-Lösungen – ein Feld, das mich fasziniert und in dem ich viel experimentiere.

Am 15. März werde ich im Gottesdienst die Fastenpredigt übernehmen. Unter dem Thema „Seid getrost und unverzagt – Zuversicht in bewegten Zeiten?!“, möchte ich von meinem eigenen Alltag erzählen – als Vater, als jemand, der Verantwortung im Beruf trägt, und als Christ – und dabei Brücken zu biblischen Bildern der Hoffnung schlagen.

Ich freue mich auf die Begegnung mit Ihnen und euch.

Herzliche Grüße

David Naßler

Die große Verwandlung – noli me tangere

Predigt von Pfarrer Jan-Peter Hanstein am Ostersonntag 2025 zu Joh 20

– es gilt das gesprochene Wort – hier die Audio-Datei

Tizian, Noli me tangere

11Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte, beugte sie sich in das Grab hinein 12 und sieht zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einen zu Häupten und den andern zu den Füßen, wo der Leichnam Jesu gelegen hatte.
13Und die sprachen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.
14Und als sie das sagte, wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und weiß nicht, dass es Jesus ist. 15 Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir: Wo hast du ihn hingelegt? Dann will ich ihn holen. 16Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf Hebräisch: Rabbuni!, das heißt: Meister!
17Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater.

Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.
18Maria Magdalena geht und verkündigt den Jüngern: »Ich habe den Herrn gesehen«, und was er zu ihr gesagt habe.

Johannes 20

Liebe Gemeinde,

Der Frühlingsmorgen liegt über unserer Stadt wie ein sanfter Schleier. Die Osterglocken wiegen sich im leichten Wind, die Kirschblüten und die Kirchenglocken haben uns aus unseren Häusern gerufen. Manche waren auf den Friedhöfen, unseren kleinen traurigen Paradiesen.

Ganz anders muss es gewesen sein, als Maria Magdalena durch den Garten Gethsemane eilte – der Tau noch auf den Gräsern, die Vögel erwachend, und ihr Herz erschreckt. Der Tag dämmerte erst. Der grausame Tod, sie war unter dem Kreuz gewesen, alles noch blutfrisch, sie war noch nicht zum Trauern gekommen. Sie konnte nicht schlafen und hat für sich beschlossen, dass sie dann auch gleich zum Felsengrab gehen könnte. Sie ist die Erste ganz früh und dabei hat sie die Amphore mit dem teuren Öl, um Jesus zu salben. Kann der  der Messias, der Gesalbte sterben? Ist er es wirklich gewesen? Sie weint und sieht durch die Tränen fast nichts.

1. Die Suche, die ins Leere führt

Maria heult laut auf, nachdem das Grab leer ist. Wo haben sie ihn hingetan? Nicht einmal mehr den Leichnam lassen sie ihr!

Dann geschieht etwas Bemerkenswertes: Sie sieht Jesus stehen und weiß nicht, dass es Jesus ist. So schreibt es Johannes und darin liegt ein großer Schatz, für uns alle. Die griechischen Wörter, aber auch im lateinischen, für „Wissen” und „Sehen” sind miteinander verwandt. Johannes leise Kritik am Sehen und Wissen. Maria sieht aber weiß nichts. Sie hält den Mann für einen Gärtner!

Maria erkannte Jesus erst, als sie ihren Namen HÖRT. Der Glaube kommt nicht aus dem Sehen, sondern dem Hören (Röm 10,17) … So wie eine Konfirmandin es ausdrückte: “Ich verstand nicht, was Glauben bedeutet, bis ich hörte: ‘Gott sieht dich.'” Wie Jesus sie sieht und sie anspricht – das versteht Maria, dass Jesus vor ihr steht.

2. “Rühre mich nicht an” – Die große Metamorphose

Als Maria Jesus erkennt, will sie ihn festhalten, umarmen, sich vergewissern. Jesus aber sagt zu ihr: “Rühre mich nicht an!” Es ist mehr als nur eine Geste der Zurückhaltung – es ist ein Hinweis auf die tiefgreifende Verwandlung, die gerade stattfindet. Wie soll das vor sich gehen?

Der Dichter Johann Peter Hebel hat sich vorgestellt, wie die Menschen alle das Material zurückhaben wollen, aus dem einmal ihr Körper bestanden hat: Wir müssten uns verzehnfachen und mehr. Und denkt an das ganze Wasser! Geschweige denn das ganze Essen … Heute wissen wir, dass sich die Dünndarmzellen alle 2-4 Tage erneuern, Lungenbläschen alle 8 Tage, nach sieben Jahren gibt es so gut wie keine Zelle mehr in und an unserem Körper, die sich nicht erneuert hat. nur die Herzmuskelzellen und Hirnzellen brauchen 40 Jahre. Aber ich bin schon 58 Jahre alt … Seht: die Materie, aus der wir bestehen, ist auswechselbar, ohne dass unsere Identität dabei verloren geht. Das geistige Prinzip, der Gedanke, das Gedächtnis ist mächtiger als all das, was wir jemals zu uns nehmen können.

Genau das scheint bei der Auferstehung Jesu zu geschehen. Er ist derselbe und doch ganz anders. Sein Leib durchläuft eine Metamorphose im Schnelldurchgang  , er befindet sich in einem Zustand des Übergangs – “Ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater” – er ist nicht mehr der irdische Jesus, den Maria kannte, aber noch nicht der vollständig verherrlichte Christus.

“Rühre mich nicht an!” Noli me tangere…

Der Philosoph Jean-Luc Nancy sieht in dieser Szene etwas noch Tiefgründigeres: Jesus sagt eigentlich “Halte mich nicht auf meinem Weg zur Auferstehung auf.” Es geht nicht um ein Berührungsverbot, sondern um eine neue Art der Beziehung. Nancy macht uns klar: Wahre Begegnung bedeutet nicht, den anderen zu besitzen oder festzuhalten. Wir müssen lernen, einander zu berühren, ohne Besitz zu ergreifen. Genau das ist es, was Jesus von Maria verlangt – eine Liebe, die frei ist von dem Wunsch, den anderen für sich zu behalten. Diese Art von Liebe ist der Grundstein für jede echte menschliche Berührung.

Das “Halte mich nicht fest” bedeutet also: Halte nicht an deinem alten Bild von mir fest. Ich muss mich vollenden in der Auffahrt zum Vater. Die Auferstehung ist kein Zurück zum Status quo, sondern der Beginn einer kosmischen Transformation, die bis heute andauert.

3. “Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater” – Ein vertrautes Gottesbild

Was Jesus hier sagt, erscheint uns selbstverständlich, war es aber nicht. Er spricht von Gott als seinem Vater. Jesus hat nicht eine völlig neue Religion gestiftet, sondern er stand tief in der Tradition Israels.

Wenn Jesus Gott als Vater anspricht, dann knüpft er an, was im jüdischen Glauben bereits angelegt war. Kritische Theologen behaupten oft, diese Anrede sei ein Zeichen dafür, dass diese Worte nicht authentisch sein könnten – zu einzigartig, zu revolutionär. Doch dieses Kriterium der Unableitbarkeit verpufft angesichts der Tradition.

Die ersten Christen haben nur zögernd ausgesprochen, dass Jesus Gott als seinen besonderen Vater beanspruchte. Aber die Anrede “euer Vater”, die Jesus in seinen Unterweisungen verwendet, gehört zu den ältesten Überlieferungsschichten. Wie unser ehemalige Stadtarchivar Glückert gerne sagt: “Das Neue ist oft nur das längst Vergessene, das wiederentdeckt wurde.”

4. “Mein Vater und euer Vater” – Die Einladung zur Gemeinschaft

Am Ende gibt Jesus Maria einen Auftrag: “Geh zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.”

Jesus bindet Gott nicht exklusiv an sich. Er öffnet die Tür für alle.

Dies erinnert mich an eine Geschichte – ein Gleichnis – ist sie aus dem Talmud?

Ein Prinz besaß einen wunderschönen Garten mit seltenen Blumen und Früchten, den er sorgsam pflegte. Eines Tages entschloss er sich, die Tore für alle zu öffnen und verkündete: “Was mein ist, soll auch euer sein. Wie mein Vater, der König, mir diesen Garten geschenkt hat, so schenke ich euch den Zugang dazu.” Die Menschen kamen zögernd, denn sie waren es nicht gewohnt, königliche Gärten zu betreten. Doch der Prinz begrüßte jeden Einzelnen mit den Worten: “Mein Vater ist auch euer Vater, mein König auch euer König.”

Das Vaterunser bleibt ein Wir-Gebet. Jeden Sonntag beten wir es gemeinsam: “Unser Vater im Himmel.” Nicht “mein” Vater, sondern “unser” Vater. In der Johannesformel findet dies seinen vollendeten Ausdruck: “Mein Vater und euer Vater”, “mein Gott und euer Gott”.

Ein marokkanischer Mann, der Muslim war, tolerierte den Wunsch der deutschen Mutter, auch christlich zu heiraten. Damals musste ich diese kirchliche Trauung beim Dekan mit einem seelsorgerlichen Gutachten genehmigen lassen. Der damalige etwas autoritäre Dekan zu Regensburg, sagte zu mir jungen Pfarrer z.A.: “Aber sorgen Sie dafür, dass in jedem Gebet klar wird, dass Sie sich an Gott den Vater Jesus Christi wenden und nicht an Allah!” Ich war schon immer etwas frech und sagte: “Herr Dekan, ich wusste gar nicht, dass Sie Polytheist sind!” Da wurde er etwas ungehalten und ich musste ihn beruhigen. Ich erzählte ihm von dem Traugespräch – Raten Sie mal Herr Dekan, was der muslimische Ehemann jeden Abend mit seinem Sohn betet!” – “Ja was denn?” Ich: “Er sagte an diesem Gebet stimme jedes Wort. Es sei so schön. Er betet jeden Abend Das Vater Unser mit seinem Sohn.” – Da ließ es der gestrenge Herr Dekan geschehen…

Versteht ihr jetzt – was es heißt, den Garten zu öffnen?

5. Der Weg zum Thron Gottes

Der Theologe Dietrich Bonhoeffer schrieb aus der Gefängniszelle: “Unser Christsein wird heute nur in zweierlei bestehen: im Beten und im Tun des Gerechten unter den Menschen.” Im Gebet sprechen wir Gott als Vater an, im Handeln behandeln wir andere als Geschwister.

Liebe Gemeinde, wenn wir heute vom Ostergottesdienst zurück in unsere Häuser gehen, wenn wir am gedeckten Tisch sitzen und Ostereier suchen, wenn wir das “Christ ist erstanden” noch im Ohr haben – dann lasst uns daran denken: Der Auferstandene hat uns zu seinen Geschwistern gemacht. Sein Vater ist unser Vater. Sein Gott ist unser Gott. Er ist beim Vater. Die Botschaft ist mehr als nur die Auferstehung, mehr als Jesus gesehen zu haben – Jesus erscheint, um seine Jünger auf den nächsten Schritt vorzubereiten. Er wird zu seinem Vater in den Himmel hinaufgehen! Im Glaubensbekenntnis heißt es nach der Auferstehung:

Aufgefahren in den Himmel – Er sitzt zur Rechten Gottes des Vaters, des Allmächtigen, von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten.

Aber das ist Maria und uns heute an Ostern zu viel. Wie Maria damals vom Grab zurücklief zu den Jüngern, so lasst uns diese Botschaft hinaustragen in unser Städtchen, zu unseren Nachbarn, zu allen, die noch im Dunkeln sind. Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Und wir werden auch auferstehen!

Er wird zu seinem Vater auffahren! Und wir auch!

AMEN.

Der Friede Gottes, der höher ist, als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Kirchweih Dehnberg (Predigtskizze) von Jan-Peter Hanstein

Lk 18, 9-14  Lektorin Pharisäer und Zöllner

Nikolauskirche Dehnberg
Nikolauskirche Dehnberg

18,9 Er sagte aber zu einigen, die sich anmaßten, fromm zu sein,

und verachteten die andern, dies Gleichnis:

18,10 Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel,

um zu beten, der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner.

18,11 Der Pharisäer stand für sich und betete so:

Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Betrüger, Ehebrecher

oder auch wie dieser Zöllner. 18,12 Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme.

18,13 Der Zöllner aber stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig!

18,14 Ich sage euch:  Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, nicht jener.

Glaubensbekenntnis

EG 601 „Singt dem Herrn und lobt ihn“

Predigt

Liebe Gemeinde,

Jesus gibt uns hier eine Anleitung zum Beten, wie er es mit dem Vater Unser gegeben hat.  HERR LEHRE UNS BETEN!

Es geht nicht um das Gebet an sich, sondern um eine innere Einstellung.

Das ist neu an Jesus – zwei machen äußerlich dasselbe, das verlangte Ritual –

Aber nur der eine ist am Ende vor Gott gerechtfertigt. 18,14

18,9 Er sagte aber zu einigen, die  sich anmaßten, fromm zu sein, und verachteten die andern, dies Gleichnis:

Manchmal wäre es besser nur wenige Worte zu beten. Als viele Worte zu verlieren und damit den Überblick auf was es ankommt. Nicht plappern wie die Heiden oder darüber zum Heide zu werden… Analysieren wir das Gebet des „Pharisäers“:

Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute,

-> Danken für etwas, was Gott nicht gegeben hat.  Dazu Hochmut: sich darüberstellen und Verallgemeinerung: nicht wie die anderen! Wir und die anderen!!

Im Gebet haben wir uns immer solidarisch mit den Menschen zu verhalten angesichts des großen Unterschiedes zu Gott.

Gutheißen der eigenen Taten –>  kein Räuber, Betrüger, Ehebrecher

oder auch wie dieser Zöllner. 18,12 Ich faste zweimal in der Woche und gebe

den Zehnten von allem, was ich einnehme.

Braver Kirchensteuerzahler …

Der Pharisäer sieht an sich nur das, was sowieso erlaubt und gewünscht ist. Ein Mensch, der sich nach dem Durchschnitt vergleicht und Gott auch noch dafür dankt. Es fehlt jegliche innere Suche, jede Frage die Gott an uns stellt, und von Gott wird nichts verlangt, keine Bitte, kein Lob – nur Dank für das Gegebene und gegebenen Umständen. Dazu glaubt er frei beten zu können und plappert munter vor sich her.

 Sehen wir auf den Zöllner:

18,13 Der Zöllner aber stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig!

Wir haben uns angewöhnt zu sagen, dass alles Formelhafte, Gewohnte quasi „pharisäerhaft“ ist.

Alles Individualistische Freie sei dagegen von Jesus erwünscht.

Gerade das kann ich aus der Geschichte nicht herauslesen!!

Der Zöllner betet durchaus nicht frei. Sondern das vorgeschriebene Formular zur Sündenvergebung. Mit Gesten der Reue und des Respekts.

Deshalb: (liebe konfis)

Das Sündenbekenntnis am Anfang: natürlich ist es formelhaft. Aber doch verbindet es uns mit allen Konfessionen der Welt. Erfahrung in England: Jugendgottesdienst, Farben, Laser alles: Sündenbekenntnis nach Common Prayer Book zu Zeiten von King James und – los ging es …

Und siehe dieser ging gerechtfertigt hinunter nach Hause …

ORT DES LERNENS Daher die Psalmen als Schule des Gebets!

Lk 18,10 Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel,

 „Hinauf in den Tempel:“

Am Tag der Kirchweih frage ich: Warum überhaupt in einen Tempel oder eine Kirche: können die beiden nicht zu Hause beten?

Ist Gott nicht überall?

Ja – aber wo die Gemeinde zusammenkommen will, da werden überall Häuser gebaut. 

Aufgrund der Erfahrung auf Reisen zumindest in PNG – An den heiligen Stätten, den Kirchen kann man gleich sagen, in welchem Zustand die Gemeinde ist.

Deshalb braucht es das Korrektiv der Gemeinschaft, des regelmäßigen Ortes und der Zeit. Alles andere ist Augenwischerei. Wir brauchen unsere Kirche, und wir sollten sie auch so pflegen, das wir diese Sorgfalt und der Respekt vor dem beten in diesem Haus sichtbar wird. Mit den schönen Blumen, mit dem baulichen Zustand und alles drum herum. Ich freue mich an dem renovierten Kirchturm und der neuen besseren Zugänglichkeit.

HERR LEHRE UNS GEMEINSAM BETEN!

Es ist nämlich ein protestantisches Missverständnis, zu meinen, bräuchten die Kirche nicht mehr als Ort der Sündenvergebung, des Hörens auf die Schrift und des Feierns der Sakramente, das alles wäre „äußerlich“! Das ist für mich unernstes Geplapper!

Kirche und Gemeinde braucht eben auch Räume und Orte. Für die Form, das Formular, die Wiederholung, den gewohnten Ort.

Hier in der Kirche und zu Hause. Wir brauchen die Tradition und das Verständnis dafür, damit wir nicht in eine Gotteslästerung hineinfallen, die wir dann nicht einmal mehr merken.

Trotzdem: Wir verlieren beschleunigt viele Mitglieder. Ich weiß nicht, welche Häuser unsere Kirchengemeinde wird aufgeben müssen. Manche Nutzungen werden sich wieder rückwärts bewegen, so wie die Verringerung der Anzahl der Gottesdienste in unserer Gesamtgemeinde. Natürlich steht da die Kirche Dehnberg als kleinster Ortsteil unter besonderem Druck. Wir schließen uns als Kirchenvorstand zusammen, um Dehnberg mit hineinzunehmen in das lebendige Leben der Gesamtgemeinde mit vielen anderen Aktivitäten.

Ich rufe die Kirchenvorsteher und alle anderen dazu auf, die es ernst meinen, mit sich und mit dem, was Gott mit ihnen vorhat, unsere Kirchengebäude nicht zu vernachlässigen und es gegen etwas anderes Subjektiveres zu setzen. Wir verlieren dann alles: das Gebet, den Lobgesang, und die Feier.

Jede Generation hat auch die Aufgabe, ihre Zeit nicht zu verpassen. 

Ich wünsche, dass wir die 7 Kirchen unserer Kirchengemeinde in Ehren halten und erhalten. Johanniskirche, Dehnberg, Kunigundenkapelle, Salvator, Günthersbühl, Christuskirche und St. Jakob.

Wenn wir uns in Konkurrenz zu anderen sehen in unserem Glauben, dann ist der Tod schon im Topf. Ich bevorzuge das alte Wort „Kirchspiel“ – miteinander spielen, singen und  zusammenarbeiten zum Lobe Gottes.

Vieles in unseren Gottesdiensten wird andere und neue Formen annehmen. Wir sind gemeinsam unterwegs. Wichtig ist, dass wir nicht auf andere zeigen und glauben besser zu sein. Gott lenkt den Blick des Zöllners auf sich selbst und dann kann er ihn in die Gemeinschaft einfügen.

Wir brauchen das heilige, Abgegrenzte, das Andere – das TEMPLUM – in unserem Leben, weil sonst alles nur noch Selbstbestätigung oder Selbstperfektionierung wird wie eine Fernsehwerbung!

Die Nikolauskirche wird ihre Funktion erhalten. Noch mehr. Ich wünsche mir, dass sie  geöffnet wird für alle Dehnberger Bürger und die Wanderer, damit sie viele Erfahrungen wie der des Zöllners machen können.

Und siehe dieser ging gerechtfertigt hinunter nach Hause …

AMEN.

Pfarrer Hofmann grüßt aus Bayreuth

Liebe Laufer Gemeinde! Für alle Eure Besuche, Mails und Segenswünsche zu meiner Amtseinführung in der Bayreuther Nikodemuskirche sage ich Euch herzlich Dank! Bleiben wir in Glauben und Gebet verbunden, Euer (ehemaliger) Pfarrer Thomas Hofmann

Wer sich für den Einführungsgottesdienst interessiert, findet ihn durch Klick HIER.

Folgendes steht demnächst im Bayreuther Gemeindebrief:

Predigt im Fahrradgottesdienst in Lauf an der Pegnitz, in der Kirche in Güthersbühl von Pfr. i.R. Kuno Hauck, 11. Juli 2023

26 Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie?

27 Wer ist aber unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt?

28 Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht.

29 Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.

Matthäus 6, 26-29

Liebe Fahrradfreundinnen und Freunde, liebe Gemeinde,

„Seht die Vögel unter dem Himmel“, sagt Jesus in der Bergpredigt und erinnert die Menschen daran, wie wichtig es ist, sich als Teil der guten Schöpfung Gottes zu sehen.

„Seht die Vögel unter dem Himmel“.

Seit Jahren beobachte ich gerne Vögel und freue mich besonders, wenn ich einen Vogel entdecke, den ich schon länger nicht mehr oder noch nie gesehen habe.

Erst vor kurzem, als wir mit dem Fahrrad um einen See in Frankreich fuhren, entdeckte ich im Schilf einen seltenen Purpurreiher. Seit mehreren Jahren hatte ich keinen mehr gesehen. Sofort kehrten wieder um, um ihn genauer zu beobachten.

Wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist, nimmt man die Welt um einen herum unmittelbarer wahr. Meistens kann man auch sofort anhalten. Die Natur rauscht nicht einfach vorüber, sondern ist sichtbarer, riechbarer, spürbarer. Steigungen, auf die man mit dem Auto gar nicht achtet, werden plötzlich in den Beinen spürbar. Das haben alle, die heute mit dem Fahrrad von Lauf gekommen sind, gleich bei der Anfahrt nach Günthersbühl gemerkt.

Mit dem Fahrrad spüren auch E-Biker*innen schnell ihre Grenzen, wenn der Akku leer und man noch nicht am Ziel ist. Aber wie schön ist es dann, wenn eine steile Abfahrt kommt und man das Rad laufen lassen kann.

Zum Beispiel, wenn man gleich hier um die Ecke, von Tauchersreuth nach Beerbach runterbraust und ohne bremsen, schnell die 50 km/h und mehr erreicht sind. Und ist es nicht wunderbar, an blühenden Linden vorbeizufahren und sich von ihrem Duft verzaubern zu lassen?

Ja, auch die Wahrnehmung der Temperaturen ist ganz anders. Die Kühle am Morgen, die stechende Sonne, an Tagen wie heute. Dann über 33 Grad im Schatten und es gibt außer dem Fahrtwind keine Klimaanlage die man einschalten kann.

Wer viel in der Natur unterwegs ist, nimmt die Welt anders wahr.

„Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch.“

Wie lange wird das noch so sein, frage ich mich?

Wie lange noch können wir die Vögel in ihrem geschäftigen Treiben, unter dem Himmel beobachten? Das Vogelsterben hat dramatische Ausmaße angenommen. Eine Ursache neben vielen ist, dass Vögel keinen geeigneten Lebensraum und nicht mehr genügend Nahrung finden. Besonders betroffen sind die Vögel der Agrarlandschaften. „Sie säen nicht, sie ernten nicht“ sie leben von dem, was wir Menschen ihnen lassen und deshalb sterben sie jetzt aus.

Noch vor ein paar Jahren musste man bei einer Autofahrt im Sommer, regelmäßig die Windschutzscheibe mit einem Insektenschwamm reinigen. Jetzt kann man hunderte von Kilometern fahren ohne, dass dies notwendig ist.

„Seht die Vögel unter dem Himmel an …Seid ihr … nicht viel kostbarer als sie?“

Unsere Erde, Gottes Schöpfung, der wunderbare blaue Planet, der vielleicht einzige bewohnbare Planet im Weltall, ist ein einzigartiges Ökosystem, das Millionen von Jahren gebraucht hat, so zu werden, dass sie zur Heimat für uns Menschen werden konnte.

Seit 4,5 Milliarden Jahren kreist die Erde um die Sonne und Gott hat sich sehr lange Zeit gelassen mit seiner Entwicklung des homo sapiens, des späteren Menschen. Wenn man die Geschichte der Erde mit einem 24 Stundentag vergleichen würde, müssten wir eingestehen, dass es uns Menschen erst seit 4 Sekunden gibt. Seit es vernunftbegabte Menschen gibt, bestaunen, bewundern und besingen sie diese wunderbare Schöpfung, unseren einzigartigen Lebensraum.

So wie wir es auch im ersten Lied gemacht haben: Himmel, Erde, Luft und Meer, zeugen von des Schöpfers Ehr; meine Seele, singe du, bring auch jetzt dein Lob herzu.

„Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen“

Über viele Jahrtausende mussten sich die Menschen, abgesehen von einzelnen Naturkatastrophen, nie um ihre Existenz grundsätzlich sorgen machen.

Sie erlebten, dass das ökologische Gleichgewicht der Erde immer wieder ins Lot kam.

Sie erlebten, dass man sich auf die Worte am Ende der Sintflutgeschichte verlassen konnte: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“

Glaubt man den Meteorolog*innen, Klimaforscher*innen und Fachleuten haben wir Gott einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Harald Lesch, aus Fernsehen und Internet bekannter Astrophysiker und Philosoph erzählt in seinem Buch „Die Menschheit schafft sich ab“ folgenden bösen Witz.

„Treffen sich zwei Planeten.

Der Eine: „Du siehst aber schlecht aus.“

Der Andere: „Ich habe Menschen!“

Der Eine: „Oh, das geht vorbei.“

Wahrscheinlich sind wir tatsächlich die letzte Generation die die Erde noch vor dem berühmten Kipppunkt erlebt, den Moment, wo es kein zurück mehr gibt. Wissenschaftler verwenden dazu gerne das Bild des Tisches und des Tellers. Man kann einen Tisch mit einem Teller darauf kippen und zusehen wie der Teller sich langsam auf den Rand zubewegt. Irgendwann fällt der Teller vom Rand und zerbricht. Selbst wenn wir dann den Tisch wieder gerade stellen, ist der Teller kaputt.

Eckhart von Hirschhausen, hat beim Evangelischen Kirchentag in Nürnberg einen anderen eindrücklichen Vergleich verwendet. Er sagte, wenn wir ein Ei erhitzen, haben wir bald ein gekochtes Ei. Wir können es danach abkühlen wie wir wollen, es wird kein flüssiges Ei mehr werden.

Der Teller Erde bewegt sich mit einer erschreckenden Geschwindigkeit auf diesen Kipppunkt zu.

Wir können unsere Erde, Gottes gute Schöpfung, aber nicht einfach durch eine andere ersetzen. Gott wird uns auch keine neue geben.

Und jetzt? Was machen wir mit diesem Wissen und diesen Prognosen?

„Ich werde dieses Jahr noch einmal die Malediven besuchen“ sagte jemand zu mir, als ich nach seinen Urlaubsplänen fragte. „Man weiß ja nie, wann sie im Meer versinken bei dieser Klimakatastrophe.“ Ist das nicht zynisch im Hinblick auf die Menschen, die dort bald ihre Heimat verlieren?

Oder denken wir einfach: „So schlimm wir es sicher nicht kommen?“

Unsere Erde ist zu kostbar und zu einmalig, um nichts zu tun. Noch nicht lange her bekam ich ein Buch geschenkt mit dem Titel: „Warum Radfahren glücklich macht und dabei hilf, die Welt zu retten“.

Ein gutes Beispiel dafür, dass sich bei allen katastrophalen Klimanachrichten viele sich nicht entmutigen lassen.

Gestern gab es z.B. eine Sternfahrt von Lauf und Altdorf nach Hersbruck unter dem Motto: „Radeln für den Klimaschutz“. Rund 200 Radler*innen waren dabei.

Im Mai fuhren 170 Radfahrer*innen vom Kind bis zur Oma beim ersten KIDICAL MASS durch Lauf, um für sicherere Radwege ein Zeichen zu setzen. Am 21.7. wird es in Röthenbach eine Raddemo geben, weil der Stadtrat beschlossen hat aus der „Arbeitsgemeinschaft der fahrradfreundlichen Kommunen“ auszutreten.

Liebe Fahrradfreundinnen und Freunde, liebe Gemeinde,

natürlich rettet Radfahren allein nicht die Welt! Es zeigt aber, dass wir alle etwas tun können.

„Seid ihr denn nicht viel kostbarer …“. In der Bibel wird der Mensch als die Krone der Schöpfung beschrieben.

Das Klima schützen, heißt daher auch den Menschen zu schützen, Gottes Ebenbild. Jedes Zehntel Grad an Erderwärmung, was wir verhindern können, ist ein riesiger Erfolg. Radfahren macht glücklich das erleben viele, wenn sie mit dem Rad unterwegs sind, aber wichtig ist es, das Fahrrad auch im Alltag zu verwenden, nicht nur in der Freizeit.

Daher läuft parallel zum Stadtradeln, ja auch die Laufer Radl-Shopper-Aktion, die dazu einlädt, mit dem Fahrrad einzukaufen.

„Seht die Vögel unter dem Himmel, … schaut die Lilien auf dem Feld“.

Das heißt: Geht mit offenen Augen durch die Welt, und hinterfragt immer wieder euren Lebensstil.

Haltet Gottes Geist, die Liebe zur Schöpfung immer in euren Herzen.

Amen

Pfr. i.R. Kuno Hauck

Pfarrer Hofmann sagt DANKE!

Für die überwältigende Wertschätzung bei meiner Verabschiedung danke ich Ihnen / Euch allen so sehr, auch im Namen meiner Frau und Kinder! Und bitte um Verständnis, dass ich (noch) nicht einzeln antworten kann.

Meine Abschiedspredigt online nach-schauen kann man durch Klick HIER. Während dieser Zusammenschnitt mit Predigt, Begrüßung, einigen Gebeten nur 32 min. dauert, können Sie den gesamten Gottesdienst (incl. Liedern, Danksagungen und Entpflichtung durch den Dekan) online sehen durch Klick HIER.

Bei meiner gestrigen Verabschiedung mit weit über 600 präsentischen Gästen wurde meiner Familie und mir so viel Wertschätzung, Liebe und Verbundenheit gezeigt, dass wir ganz überwältigt waren! DANKE Ihnen und Euch allen für Kommen, Herzlichkeit und Mitbeten – und alle Ehre Gott! Ich werde das nie vergessen. Einen Riesendank auch allen Aktiven in Gottesdienst, Empfang und Mitsing-Konzert, auch hinter den Kulissen in Vor- und Nachbereitung!

Nach dem Empfang, mind. 1 Stunde später als geplant, hatten einige vor, das geplante “Fest zur Ehre Gottes” extrem kurz zu halten. Doch mit vielen musikalischen Freunden und erstaunlich ausdauernder und zahlreicher Fest-Gemeinde erlebten wir abends einen wunderbaren Ausklang bis ca. 21.00 Uhr – und wollten schier nicht aufhören im Lob Gottes! Trotz Erschöpfung war ich zu Hause noch bis 2 Uhr nachts wach und habe die vielen Eindrücke nachklingen lassen.

Schade, dass jeweils nach Gottesdienst und Empfang leider zu wenig Gelegenheit war, persönlich Hände zu schütteln, Worte und Umarmungen auszutauschen. Gern hätte ich jede und jeden einzeln wahrgenommen oder zumindest einmal alle vorbeilaufen sehen. Aber ich verspreche, alle persönlichen Karten, Briefe, Mails und Fotos in Ruhe zu genießen und aufzubewahren. Bitte fühlt Euch auch so umarmt von mir – und Gott.

Falls Sie in der Menschenmenge nicht zu mir durchkamen und noch eine dankbare Erinnerung oder eine Hilfe Gottes berichten möchten, können Sie das gerne tun per Mail an:
oder bis Mitte August in unsern Briefkasten am Pfarrhaus Christuskirche. Dann packen wir für den Umzug Anfang September.

Bald können Sie – außer den Laufer Gottesdiensten vor Ort – auch mich weiter “verfolgen” auf meinem YouTube-Kanal: Pfarrer Thomas Hofmann , hier geht auch ab Oktober mein “Bibellesen” weiter, das evtl. auf Mittwoch der ungeraden Kalenderwochen wechselt.

Falls Sie mal nicht in die Kirche können, gibt es jeden Sonntag, bisher 9.30 Uhr, Gottesdienste meiner künftigen Gemeinde auf nikodemuskirche.de
(Am 17.9. um 14.00 Uhr ist meine Amtseinführung, ab da 9.30 Uhr meist mit mir. Ich füge den Link für zu Hause oder unterwegs nur deshalb an, weil in Lauf derzeit keine bis wenige Gottesdienst-Streams geplant sind.)

Beten wir bitte weiterhin füreinander! Seid und bleibt unserm wunderbaren Herrn und Retter Jesus Christus anbefohlen und vertraut fest auf IHN!

Euer Thomas Hofmann mit Ingegerd, Marie, Johannes und Micha

Pfingst-Predigt von Pfr. Hofmann

Heute, an seinem letzten Dienst-Sonntag vor seiner Verabschiedung, predigte Pfarrer Thomas Hofmann in Dehnberg und Christuskirche vor prall gefüllten Reihen. Seine Predigt hören und sehen Sie durch Ihren Klick HIER.

Sowohl in Dehnberg als auch in der Christuskirche hatten Mitarbeitende liebevolle Worte und Überraschungen vorbereitet, die der Seelsorger vor seiner Zwischenphase dankbar und überwältigt entgegennahm – und beim Dank an ihn mit beiden Händen nach oben zeigte, zum Zeichen, wem aller Dank gebührt.

Auch wenn Familie Hofmann noch bis Ende August in Lauf wohnt, bitten wir um Verständnis, wenn er in seiner Zwischenphase aus Resturlaub, geistlicher Auszeit, Fortbildung und einzelnen Diensten von Juni bis August nicht mehr für jede Anfrage erreichbar ist.

Die Verabschiedung folgt am 23.7. um 15.00 Uhr in der Christuskirche, präsentisch, ohne Stream.

Vielfach nachgefragt wurde Pfarrer Hofmanns Pfingst-Gedicht, mit dem er die Predigt beschloss:

Mehr als Gefühl, weit anderes als Schall und Rauch:

Meist fängt’s so an: Ich merk, ich HABE nicht, ich BRAUCH.

Denn selig preist Du, Jesus, ja die geistlich Armen.

Die Bettler um den Geist beschenkst Du voll Erbarmen.

Wir, die wir böse, geben Gutes unsern Kindern.*

Was sollte Gott, den höchsten Vater, daran hindern,

uns, seine Kinder, die im Glauben Ihn heut‘ bitten,

mit Seinem Geist, mit Gaben uns zu überschütten?

Erwecke die Gemeinde und fange an bei MIR!

Aus Lethargie und Hochmut reiß uns herum zu Dir!

Wenn durch dein Wort noch mancher sich zu Dir bekehre,

gebührt Dir, Heil’ger Geist, alleine alle Ehre!

Sei alles Du, wir die Geringsten

dann wird’s Pfingsten.

Amen.

——————–

* nach Jesu Worten in Lukas 11,13: Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!