Tanto Quanto – Konzertbericht

Konzert vom Samstag, 26.09. | 17.00 Uhr | Johanniskirche Lauf, Kirchenplatz 1

Ein spätsommerlicher Konzertabend voller Klangfarben

Über einhundert Besucherinnen und Besucher erlebten am vergangenen Samstag in der Johanniskirche einen außergewöhnlichen Konzertabend mit dem Ensemble Tanto Quanto. Das Publikum durfte sich auf ein abwechslungsreiches Programm freuen, das Musik aus mehreren Jahrhunderten miteinander verband und durch seine Vielfalt ebenso begeisterte wie durch die hohe musikalische Qualität der Ausführenden.

Das Ensemble, bestehend aus Barbara Ertl, Heide Garbs-Indefrey, Susanne Merklein und Susanne Richter, wurde an diesem Abend durch die Percussionistin Doris Hamann ergänzt. Mit großer Sensibilität bereicherte sie das Klangbild der Flöten und Gamben durch zahlreiche perkussive Akzente und sorgte immer wieder für überraschende musikalische Farbtupfer.

Bereits die ersten Werke machten deutlich, was den besonderen Reiz dieses Konzerts ausmachte: Die Musikerinnen verbanden technische Virtuosität mit großer Ausdruckskraft und einem feinen Gespür für die unterschiedlichen musikalischen Stile. Renaissance-Kompositionen erklangen abwechslungsreich und lebendig, mal tänzerisch beschwingt, mal innig und lyrisch. Besonders beeindruckend war dabei die Vielfalt der Besetzungen und Klangkombinationen, die den einzelnen Werken jeweils eine eigene Atmosphäre verliehen.

Die Musik der Renaissance erhielt durch das engagierte Zusammenspiel und die fantasievolle Gestaltung eine bemerkenswerte Frische. Ob humorvolle Szenen des Alltags, lebhafte Tanzrhythmen oder zarte Liebeslieder: Die Musikerinnen verstanden es, Charakter und Ausdruck der alten Musik unmittelbar erlebbar zu machen. Dabei überzeugten sie durch eine hervorragende Abstimmung und einen warmen, ausgewogenen Gesamtklang.

Zu den Höhepunkten des ersten Konzertteils gehörte das eindrucksvolle „Sicut Servus“von Giovanni P. da Palestrina mit seinen verschieden großen Instrumenten: Die Bass – Flöte, die Großflöte und die Subbass- Flöte im Flöten-Consort beeindruckten durch ihren weichen und warmen Klang und ließen das Publikum staunen. Die besondere historische Klangwelt beruhte auf handgemachte nach dem Vorbild von Renaissance-Blockflöten gebaute Instrumente, sie verströmte sanft eine große Ruhe und wirkte dabei immer berührend, lebendig und präsent.

Ebenso faszinierend war die Begegnung mit neueren Kompositionen und Arrangements. Mit großer Kreativität führte Tanto Quanto die Zuhörerinnen und Zuhörer in Klanglandschaften voller Naturbilder und ungewöhnlicher musikalischer Einfälle. Vogelrufe, tierische Charakterstücke und folkloristische Einflüsse sorgten für abwechslungsreiche Hörerlebnisse. Dabei wechselten sich rhythmische Energie und lyrische Momente immer wieder wirkungsvoll ab.

Besonders die von südosteuropäischen und jüdischen Traditionen geprägten Stücke entfalteten eine mitreißende Wirkung. Treibende Rhythmen, raffinierte Taktarten und temperamentvolle Steigerungen ließen die Musik stetig an Spannung gewinnen und rissen das Publikum förmlich mit. So entwickelte sich der Konzertabend von einem feinsinnigen Beginn bis zu einem begeisternden Finale voller musikalischer Intensität.

Der anhaltende Applaus zeigte deutlich, wie sehr dieses spätsommerliche Konzert die Besucherinnen und Besucher berührt hatte. Tanto Quanto gelang es eindrucksvoll, Brücken zwischen Epochen, Klangwelten und musikalischen Ausdrucksformen zu schlagen. Das Konzert wurde so zu einem besonderen Erlebnis, das noch lange nachklang.

Artikel: Andreas Schmidt; Fotos: Michaela Herberich

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