2. Fastenpredigt Zum Nachhören oder Lesen

Sonntag, 15.03. | mit David Nassler | Johanniskirche Lauf

Das Thema der diesjährigen Fastenpredigten: „Seid getrost und unverzagt – Zuversicht in bewegten Zeiten?!“

Was hält uns innerlich stabil, wenn außen alles in Bewegung gerät? David Naßler, Geschäftsführer eines Laufer Unternehmens, teilt in dieser Fastenpredigt aus der Johanniskirche ehrlich und lebensnah, wie er in einer turbulenten Unternehmensphase gelernt hat, was Resilienz wirklich bedeutet – und warum das Bild vom Weizenkorn mehr ist als ein frommer Gedanke. Eine Predigt über stille Wurzeln, das Loslassen von Kontrolle und die Zuversicht, dass Gott auch dort wirkt, wo wir noch nichts sehen.

Text der Predigt:

Kennen Sie den „Stehaufmännchen-Effekt“? … Liebe Gemeinde, das ist gelebte „Resilienz“.

Resilienz bezeichnet die psychische Widerstandsfähigkeit, – Krisen, Stress oder traumatische Erlebnisse ohne dauerhafte Beeinträchtigung zu bewältigen.

Als ich gefragt wurde, ob ich eine Fastenpredigt über Resilienz halten möchte, habe ich erst einmal gezögert.

Nicht wegen des Themas – „Seid getrost und unverzagt“ klingt ja erstmal gut.
Sondern weil ich dachte:
Ein Unternehmer auf der Kanzel – das kann in zwei Richtungen gehen.

Entweder es wird eine Predigt…
oder ein Management-Meeting mit Chorbegleitung 😊

Keine Sorge – es wird keine PowerPoint geben.

Und ich verspreche Ihnen:
Es gibt heute keine Excel-Auswertung zur Resilienzquote der Gemeinde.

Mein Name ist David Naßler und ich stehe heute hier nicht als Theologe.
Ich habe zwar schon einige Jugendfreizeiten begleitet und war auch lange Jahre im Jugendausschuss der evang. Kirche.


Aber vor allem bin ich in meiner jetzigen Lebenssituation Geschäftsführer des Softwareunternehmens intex in Lauf.

55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, international agierend und doch ein bodenständiges Familienunternehmen.

Wenn man in der Wirtschaft über „bewegte Zeiten“ spricht,
dann meint man meistens:

Die Märkte sind volatil, die Prozesse ineffizient
… und irgendjemand hat wieder an einem Freitagabend ein Update beim Kunden eingespielt, und nichts geht mehr!

Aber im Ernst:

Hinter all diesen Begriffen steckt eine sehr echte Frage.
„Wie bleibt man innerlich stabil, wenn außen vieles wackelt?“

Oder in den Worten dieses Sonntags:

Wie kann man getrost und unverzagt sein – in bewegten Zeiten?

Und ich möchte diese Frage heute nicht theoretisch beantworten.

Sondern mit einer Story aus dem letzten Jahr im Spätsommer.

Ich bin seit wenigen Tagen offiziell zum Geschäftsführer der intex berufen worden.

Noch nicht lange genug im Amt, um alles gelassen zu sehen … das bin ich heute noch nicht!
Aber lange genug, um zu spüren,
dass Verantwortung Gewicht hat.

Und plötzlich schien es, als würde es überall gleichzeitig brennen.

Kunden eskalierten.
Nicht, weil sie ungeduldig waren – sondern weil wir nicht geantwortet hatten.

Wir hatten zu wenig Personal in der technischen Kundenberatung.
Zu viele Projekte gleichzeitig.
Zu viele Anfragen.

Unser vorgesehener Vertriebsleiter, ein guter Freund von mir, kündigte bei uns.
Ein strategischer Baustein, auf den wir gesetzt hatten – weg.

Und über allem schwebte eine Frage:
Wie geht es weiter?

Es war keine dramatische Krise mit Schlagzeilen in der Zeitung.
Aber es war eine dieser Phasen, in denen man morgens ins Büro fährt
und spürt:
Das hier ist mehr als nur operative Unruhe.

Das hier ist einer dieser Momente, die entscheiden,
ob etwas trägt – oder bricht.

Die innere Seite von Verantwortung

In solchen Zeiten merkt man schnell:
Unternehmerische Verantwortung ist keine abstrakte Größe.

Sie ist sehr konkret.

Sie sitzt mit am Tisch.
Sie schaut dich an.
Sie wartet auf eine Richtung.

Ich habe damals viel über das Wort „Resilienz“ nachgedacht.
Nicht als Trendbegriff.
Sondern als existenzielle Frage:

Wie bleibt man innerlich ruhig,
wenn außen alles in Bewegung ist?

Wie führt man Menschen,
wenn man selbst nicht jede Antwort hat?

Der biblische Satz „Seid getrost und unverzagt.“ kann hier eine religiöse Ermutigung sein.

Aber es ist keine Aufforderung zur Härte. Nicht als spirituelles „Reiß dich zusammen.“ zu verstehen.

Sondern als Einladung:
Lass dich nicht von der Unruhe regieren.

Das Krisenmeeting

Wir haben damals ein Krisenmeeting einberufen.
Nicht, um Schuldige zu suchen.
Sondern um ehrlich hinzusehen.

Wir haben aufgeschrieben, was ist.

Zu viele E-Mails.
Zu viele Projekte.
Zu wenig Mitarbeiter-Ressourcen.
Eskalationen wegen fehlender Kommunikation.
Produkte, die nicht klar aus Kundensicht entwickelt waren.
Alte Versionen, die uns im Support blockierten.

Es war kein schönes Bild.

Aber es war ein ehrliches.

Und dann haben wir gefragt:
Was jetzt?

Nicht theoretisch.
Sondern konkret.

Wir haben ein Frühwarnsystem etabliert,
damit Eskalationen nicht mehr „aus heiterem Himmel“ kommen und wir diese besser nachverfolgen können, bis der Kunde zufrieden ist.

Wir beginnen nun, alte Software-Versionen abzukündigen,
um Erwartungshaltungen zu klären und Ressourcen zu entlasten.

Keine revolutionären Ideen.
Aber klare Schritte.

Und während wir diese und andere Maßnahmen formulierten,
passierte etwas Entscheidendes.

Die Stimmung im Raum änderte sich.

Nicht, weil das Problem weg war.
Sondern weil wir nicht mehr passiv waren.

Resilienz beginnt nicht mit einem Motivationsspruch.
Sie beginnt mit Ehrlichkeit und Aufgeschlossenheit gegenüber dem Unbekannten.

Das Weizenkorn

Jesus spricht im Johannesevangelium vom Weizenkorn.

Ein Korn, das in die Erde fällt. Es verschwindet.
Und es verliert seine bisherige Form.

Und genau dadurch bringt es Frucht.

Dieses Bild ist ein theologisches Gleichnis.
Aber man kann darin auch ein unternehmerisches Prinzip sehen.

Es gibt Momente, in denen ein System erst einmal „in die Erde“ muss.

In denen man zugibt:
So wie wir es bisher gemacht haben, funktioniert es nicht mehr.

In denen man Gewohnheiten loslässt.
Strukturen überprüft.
Rollen neu denkt.

Von außen sieht das manchmal wie Schwäche aus.

Intern fühlt es sich an wie Kontrollverlust.

Aber vielleicht ist genau das der Moment,
in dem echte Substanz entsteht.

Das Weizenkorn bleibt nicht, wie es war.
Und genau darin liegt das Wachstum.

Nach dem Krisenmeeting im Spätsommer war nicht plötzlich alles gut.
Die Maßnahmen standen.
Die Struktur war klarer.
Aber die Verantwortung war nicht kleiner.

Und in dieser Zeit habe ich etwas über mich gelernt.

Ich hatte oft das Gefühl,
ich müsse jetzt alles selbst tragen.

Jede Eskalation.
Jeden Konflikt.
Jede unangenehme Konfrontation.
Sogar einen laufenden Gerichtsprozess.

Und innerlich entstand dieser Druck:

Jetzt bist du Geschäftsführer.
Jetzt musst du liefern.
Jetzt darfst du nicht zurückweichen.

Und dann gab es Gespräche mit meinem Vater, der ja auch noch Geschäftsführer der intex ist.

Er ist für mich da oft ein Mentor.

Es gibt Situationen, da sagt er zu mir:

„Dieses Gespräch führe ich nicht mehr.
Das ist nicht mehr meine Aufgabe.
Danke, David, dass du das übernimmst.“

Und ich spüre:
Das ist keine Schwäche.
Das ist gewachsene Resilienz.

Er weiß, was er noch tragen will –
und was nicht mehr.

Und gleichzeitig gibt es Momente,
in denen ich vor einem Gespräch stehe
und denke:

Dafür habe ich nicht die Erfahrung.
Nicht das Alter.
Nicht die grauen Haare.

Und ich sage zu ihm:
„Ich weiß nicht, ob ich das kann.“

Und dann sagt er dann etwas sehr Einfaches:

„Du musst nicht alles machen.
Bürde dir doch nicht alles auf.“

Dieser Satz war für mich überraschend.

Weil ich dachte, Resilienz heißt,
möglichst viel auszuhalten.

Aber vielleicht heißt Resilienz auch,
Grenzen zu akzeptieren.

Nicht jede Konfrontation selbst zu führen.
Nicht jede Baustelle persönlich zu betreuen.
Nicht jede Last auf die eigenen Schultern zu legen.

Ich habe verstanden:

Zwischen „Ich kann das nicht mehr“
und „Ich kann das noch nicht“
liegt ein Entwicklungsraum.

Und Resilienz wächst genau dort.

Persönliche Praxis

In dieser Phase habe ich begonnen, bewusster auf mich zu achten.

Nicht spektakulär.
Sondern sehr schlicht.

Ich stehe morgens früher auf.
Gehe spazieren oder fahre Fahrrad.
Direkt nach dem Aufstehen.

Bewegung, bevor die erste E-Mail kommt.

Dann nehme ich mir Zeit für Stille.
Atemübungen – versuchen Sie mal 2 Minuten nur auf Ihren Atem zu achten – Aber bitte erst nach meiner Ansprache!

Achtsamkeit.
Gebet.

Einfach bewusst nichts tun.

Das klingt unspektakulär.
Aber für jemanden, der Verantwortung trägt,
ist bewusstes Nicht-Tun fast schon eine geistliche Übung

Ich beschäftige mich mit gesunder Ernährung,
mit dem, was meinem Körper gut tut.

Nicht aus Perfektionismus.
Sondern weil ich merke:

Wenn ich meinen Körper dauerhaft ignoriere,
meldet er sich irgendwann.

Es gelingt mir nicht immer.
Es gibt Wochen, da rutscht alles wieder durcheinander.

Aber ich merke:
Wenn ich diese Routinen ernst nehme,
werde ich resilienter.

Nicht dramatisch, nicht sofort.

Sondern von Woche zu Woche.

Wie beim Weizenkorn.

Man sieht nicht jeden Tag Wachstum.
Aber irgendwann merkt man:
Da sind Wurzeln entstanden.

Theologische Verdichtung

Ich glaube, Resilienz ist keine Technik.
Sie ist eine Haltung.

Und als Christ würde ich sagen:
Sie ist auch eine Vertrauensfrage.

Wenn ich glaube,
dass alles an mir hängt,
werde ich irgendwann zerbrechen.

In einem Social Media Post habe ich letztens gelesen:

„Arbeite, als ob alles davon abhängen würde. Bete, als ob alles davon abhängen würde.“

Wenn ich glaube,
dass Gott auch dort wirkt,
wo ich nichts sehe,
kann ich loslassen.

„Seid getrost“ heißt für mich heute:

Du musst nicht die ganze Welt tragen.
Du darfst tragen, was dir anvertraut ist.
Und Gott trägt dich.

Das verändert Führung.
Und das verändert das eigene Herz.

Das Schlussbild

Vielleicht ist Resilienz nicht das laute „Ich schaffe das“.
Vielleicht ist Resilienz das stille Wissen:

Ich wachse.
Auch wenn ich es gerade nicht sehe.

Und vielleicht ist das Weizenkorn deshalb so ein starkes Bild.

Es macht keinen Lärm.
Es kämpft nicht gegen die Erde.
Es bleibt.
Es treibt Wurzeln.
Es wächst.

Und erst später wird sichtbar,
was längst begonnen hat.

Unter der Oberfläche geschieht etwas Entscheidendes: Es entstehen Wurzeln.

Und vielleicht ist genau das die Botschaft dieses Sonntags:

Zuversicht in bewegten Zeiten heißt nicht,
dass alles schnell wieder sichtbar gut wird.

Zuversicht heißt,
dass unter der Oberfläche Wurzeln wachsen.

„Seid getrost und unverzagt.“

Nicht, weil es keine Krisen gibt.
Nicht, weil Entscheidungen leicht sind.
Nicht, weil wir alles kontrollieren.

Sondern weil wir glauben dürfen,
dass Gott auch im Verborgenen wirkt.

Wie bei einem Weizenkorn.

Und vielleicht gehen wir heute hier heraus
nicht mit fertigen Lösungen,
aber mit einem inneren Bild:

Dass kein Krisenmoment verloren ist, dem wir uns stellen und gestärkt daraus hervorgehen.
Dass kein Auseinandersetzen mit einer Unsicherheit sinnlos ist, denn wir lernen daraus.
Dass kein Korn in Gottes Erde vergeblich fällt.

Und das ist mehr als Optimismus – Das ist Hoffnung.

Amen.

Bilder aus dem Gottesdienst

David Nassler stellt sich vor

Liebe Gemeindeglieder,

mein Name ist David Naßler, ich bin 35 Jahre alt, glücklich verheiratet und lebe mit meiner Familie in Simonshofen. Beruflich bin ich Geschäftsführer eines Familienunternehmens, das ich in zweiter Generation mitgestalte und weiterführen darf.

Ich engagiere mich immer wieder gerne mit meiner Zeit und Expertise ehrenamtlich, besonders bei kirchlichen Themen und im Familienhaus Lauf e.V.. Außerdem betreibe ich gemeinsam mit David Geitner den Podcast „Der doppelte David“, in dem wir über Glauben, Business und Persönlichkeitsentwicklung sprechen.

Zu meinen Hobbys gehören Sport (Joggen, Wandern, Schwimmen), handwerkliche Projekte und Elektrotechnik. Und seit der Geburt meines Sohnes habe ich ein neues Lieblingshobby entdeckt: alles, was mit ihm zu tun hat.

Außerdem beschäftige ich mich leidenschaftlich gerne mit technischen KI-Lösungen – ein Feld, das mich fasziniert und in dem ich viel experimentiere.

Am 15. März werde ich im Gottesdienst die Fastenpredigt übernehmen. Unter dem Thema „Seid getrost und unverzagt – Zuversicht in bewegten Zeiten?!“, möchte ich von meinem eigenen Alltag erzählen – als Vater, als jemand, der Verantwortung im Beruf trägt, und als Christ – und dabei Brücken zu biblischen Bildern der Hoffnung schlagen.

Ich freue mich auf die Begegnung mit Ihnen und euch.

Herzliche Grüße

David Naßler

Gottesdienst an Himmelfahrt mit anschließendem Grillen

Donnerstag 14.05. um 10.45 Uhr | Gemeindezentrum St. Jakob, Breslauer Str. 21

Auch in diesem Jahr findet der Gottesdienst am Himmelfahrtstag, 14. Mai um 10.45 Uhr im schönen Garten des Gemeindezentrum St. Jakob statt. Begleitet von den Klängen unseres Posaunenchors Johannis Brass wollen wir Gott in unserer Mitte feiern.

Im Anschluss laden wir, wie in den vergangenen Jahren, ein zum gemeinsamen Grillen.

Bitte bringen Sie, wenn möglich, ihr eigenes Grillgut mit und einen Salat für das Buffet.

Für Brot und Getränke ist gesorgt.

Kirche Kunterbunt

Sonntag, 14.06. | 15.30 – 18.00 Uhr | CVJM-Wiese (bei schlechtem Wetter in St. Otto|

Eine Kirche, in die auch Pippi Langstrumpf aus der Villa Kunterbunt gerne gehen würde – das ist Kirche Kunterbunt. Mit diesem neuen Format von Kirche werden alle Generationen und v.a. junge Familien angesprochen. Es ist kein Familiengottesdienst, bei dem man stillsitzen muss. – Es ist ein Aktions-Nachmittag. An verschiedenen Stationen können Jung und Alt gemeinsam basteln, Experimente machen, werken und spielen. Bei einem kurzen Impuls wird die biblische Geschichte oder das christliche Thema kunterbunt und lebendig für Erwachsene und Kinder nahe betrachtet.
Wichtig ist uns außerdem die Zeit für Gemeinschaft bei einem kleinen Essen. Kirche Kunterbunt lebt Gastfreundschaft, ist generationenübergreifend, gibt Raum für Kreativität und will einen Zugang zum Glauben ermöglichen.

Kirche Kunterbunt Lauf ist ein Gemeinschaftsprojekt der Evangelischen Kirchengemeinde Lauf, der katholischen
Pfarrgemeinde St. Otto Lauf und des CVJM Lauf

Das Mitarbeiterteam freut sich auf Euer Kommen!
Sonntag von 15.30–18.00 Uhr
Nächste Termine: 14.06., CVJM-Wiese (bei schlechtem Wetter in St. Otto)
Save the date: 04.10. / 29.11.
Nähere Informationen werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Brunch & Talk in Juni: Thema: „Familien unter Druck“

Sonntag, 14.06. | St. Jakob | 9.30 Buffet, 10.30 Talk

Gottesdienst mit Buffet und Podiumsgespräch im Gemeindezentrum St. Jakob zum Thema:

Familien unter Druck

Was brauchen Eltern, was brauchen Kinder?

Wir wollen der Frage nachgehen, was sich in den letzten Jahrzehnten für Familien verändert hat – zum Guten wie zum Schlechten. Wir wollen die Gründe benennen, die zu diesen Veränderungen geführt haben. Wir wollen fragen, was Kinder brauchen, damit sie (wieder) echte Quality-Time erleben können, und was Familien nach innen stärken kann. Und es wird darum gehen, was Eltern sich von der Gesellschaft und vom Staat wünschen. Als Gäste am Podium erwarten wir die Diplom-Psychologin und Autorin Julia Tomuschat und den Soziologen Hendrik Meyer.

Ort: Gemeindezentrum St. Jakob, Breslauer Str. 21

Zeit: Sonntag, 14.06.2026, ein köstliches Frühstücksbuffet wird um 9.30 Uhr eröffnet. Der Talk beginnt um 10.30 Uhr.

Das Ev. Familienhaus e.V. sorgt für die Kinderbetreuung.

Jugendfreizeit Ostsee

22.08. bis 31.08.26 | Grömitz

Freizeit für Teenies

Die Evang. Jugend im Dekanatsbezirk Hersbruck bietet 13 bis 15jährigen die Möglichkeit, unvergessliche Sommerferien zu erleben.

Vom 22. bis 31. August fährt ein Team der Evang. Jugend in ein Gruppenferienhaus in Grömitz an der Ostsee. Das Haus liegt am Ostseestrand und lädt zum Baden und Relaxen ein. Ein vielfältiges Programm, unteranderem ein Ausflug nach Hamburg, garantieren eine gute, unvergessliche Zeit mit Gleichaltrigen.

Weitere Informationen und die Anmeldemöglichkeit ist unter
https://www.dekanatsjugend-hersbruck.de/programm zu finden.

“Fast schöner als Weihnachten“

Unter dem Motto „Wir haben den Herrn gesehen“ erlebten mehrere hundert Menschen an Ostern in der evangelischen Kirchengemeinde Lauf die ganze Bandbreite der Emotionen. Am Gründonnerstag wurde in St. Jakob der Abschied Jesu liturgisch und kulinarisch als Feierabendmahl gestaltet. Am Karfreitag in der Johanniskirche tröstete ein Trio mit Gesang, Flöte und Klavier über den Tiefpunkt der Sterbestunde hinweg. Am Ostersonntag selbst strömte die Gemeinde auf den Kunigundenberg zur Osternacht mit Osterfeuer, auf den Salvatorfriedhof zur Auferstehungsfeier mit der Johanniskantorei und in die Kirchen, wo musikalisch und fröhlich gefeiert wurde.  In St. Jakob feierte Vikarin Anne Richter mit den Familien. In der voll besetzten Christuskirche hatte das C1-Team sogar ein aufwändiges Osterspiel mit Kulissen vom leeren Grab vorbereitet.

Ein Gottesdienstbesucher äußerte sich begeistert: „So bunt – fast schöner als Weihnachten!“

Jan-Peter Hanstein, Bilder von privat

Die große Verwandlung – noli me tangere

Predigt von Pfarrer Jan-Peter Hanstein am Ostersonntag 2025 zu Joh 20

– es gilt das gesprochene Wort – hier die Audio-Datei

Tizian, Noli me tangere

11Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte, beugte sie sich in das Grab hinein 12 und sieht zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einen zu Häupten und den andern zu den Füßen, wo der Leichnam Jesu gelegen hatte.
13Und die sprachen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.
14Und als sie das sagte, wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und weiß nicht, dass es Jesus ist. 15 Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir: Wo hast du ihn hingelegt? Dann will ich ihn holen. 16Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf Hebräisch: Rabbuni!, das heißt: Meister!
17Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater.

Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.
18Maria Magdalena geht und verkündigt den Jüngern: »Ich habe den Herrn gesehen«, und was er zu ihr gesagt habe.

Johannes 20

Liebe Gemeinde,

Der Frühlingsmorgen liegt über unserer Stadt wie ein sanfter Schleier. Die Osterglocken wiegen sich im leichten Wind, die Kirschblüten und die Kirchenglocken haben uns aus unseren Häusern gerufen. Manche waren auf den Friedhöfen, unseren kleinen traurigen Paradiesen.

Ganz anders muss es gewesen sein, als Maria Magdalena durch den Garten Gethsemane eilte – der Tau noch auf den Gräsern, die Vögel erwachend, und ihr Herz erschreckt. Der Tag dämmerte erst. Der grausame Tod, sie war unter dem Kreuz gewesen, alles noch blutfrisch, sie war noch nicht zum Trauern gekommen. Sie konnte nicht schlafen und hat für sich beschlossen, dass sie dann auch gleich zum Felsengrab gehen könnte. Sie ist die Erste ganz früh und dabei hat sie die Amphore mit dem teuren Öl, um Jesus zu salben. Kann der  der Messias, der Gesalbte sterben? Ist er es wirklich gewesen? Sie weint und sieht durch die Tränen fast nichts.

1. Die Suche, die ins Leere führt

Maria heult laut auf, nachdem das Grab leer ist. Wo haben sie ihn hingetan? Nicht einmal mehr den Leichnam lassen sie ihr!

Dann geschieht etwas Bemerkenswertes: Sie sieht Jesus stehen und weiß nicht, dass es Jesus ist. So schreibt es Johannes und darin liegt ein großer Schatz, für uns alle. Die griechischen Wörter, aber auch im lateinischen, für „Wissen” und „Sehen” sind miteinander verwandt. Johannes leise Kritik am Sehen und Wissen. Maria sieht aber weiß nichts. Sie hält den Mann für einen Gärtner!

Maria erkannte Jesus erst, als sie ihren Namen HÖRT. Der Glaube kommt nicht aus dem Sehen, sondern dem Hören (Röm 10,17) … So wie eine Konfirmandin es ausdrückte: “Ich verstand nicht, was Glauben bedeutet, bis ich hörte: ‘Gott sieht dich.'” Wie Jesus sie sieht und sie anspricht – das versteht Maria, dass Jesus vor ihr steht.

2. “Rühre mich nicht an” – Die große Metamorphose

Als Maria Jesus erkennt, will sie ihn festhalten, umarmen, sich vergewissern. Jesus aber sagt zu ihr: “Rühre mich nicht an!” Es ist mehr als nur eine Geste der Zurückhaltung – es ist ein Hinweis auf die tiefgreifende Verwandlung, die gerade stattfindet. Wie soll das vor sich gehen?

Der Dichter Johann Peter Hebel hat sich vorgestellt, wie die Menschen alle das Material zurückhaben wollen, aus dem einmal ihr Körper bestanden hat: Wir müssten uns verzehnfachen und mehr. Und denkt an das ganze Wasser! Geschweige denn das ganze Essen … Heute wissen wir, dass sich die Dünndarmzellen alle 2-4 Tage erneuern, Lungenbläschen alle 8 Tage, nach sieben Jahren gibt es so gut wie keine Zelle mehr in und an unserem Körper, die sich nicht erneuert hat. nur die Herzmuskelzellen und Hirnzellen brauchen 40 Jahre. Aber ich bin schon 58 Jahre alt … Seht: die Materie, aus der wir bestehen, ist auswechselbar, ohne dass unsere Identität dabei verloren geht. Das geistige Prinzip, der Gedanke, das Gedächtnis ist mächtiger als all das, was wir jemals zu uns nehmen können.

Genau das scheint bei der Auferstehung Jesu zu geschehen. Er ist derselbe und doch ganz anders. Sein Leib durchläuft eine Metamorphose im Schnelldurchgang  , er befindet sich in einem Zustand des Übergangs – “Ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater” – er ist nicht mehr der irdische Jesus, den Maria kannte, aber noch nicht der vollständig verherrlichte Christus.

“Rühre mich nicht an!” Noli me tangere…

Der Philosoph Jean-Luc Nancy sieht in dieser Szene etwas noch Tiefgründigeres: Jesus sagt eigentlich “Halte mich nicht auf meinem Weg zur Auferstehung auf.” Es geht nicht um ein Berührungsverbot, sondern um eine neue Art der Beziehung. Nancy macht uns klar: Wahre Begegnung bedeutet nicht, den anderen zu besitzen oder festzuhalten. Wir müssen lernen, einander zu berühren, ohne Besitz zu ergreifen. Genau das ist es, was Jesus von Maria verlangt – eine Liebe, die frei ist von dem Wunsch, den anderen für sich zu behalten. Diese Art von Liebe ist der Grundstein für jede echte menschliche Berührung.

Das “Halte mich nicht fest” bedeutet also: Halte nicht an deinem alten Bild von mir fest. Ich muss mich vollenden in der Auffahrt zum Vater. Die Auferstehung ist kein Zurück zum Status quo, sondern der Beginn einer kosmischen Transformation, die bis heute andauert.

3. “Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater” – Ein vertrautes Gottesbild

Was Jesus hier sagt, erscheint uns selbstverständlich, war es aber nicht. Er spricht von Gott als seinem Vater. Jesus hat nicht eine völlig neue Religion gestiftet, sondern er stand tief in der Tradition Israels.

Wenn Jesus Gott als Vater anspricht, dann knüpft er an, was im jüdischen Glauben bereits angelegt war. Kritische Theologen behaupten oft, diese Anrede sei ein Zeichen dafür, dass diese Worte nicht authentisch sein könnten – zu einzigartig, zu revolutionär. Doch dieses Kriterium der Unableitbarkeit verpufft angesichts der Tradition.

Die ersten Christen haben nur zögernd ausgesprochen, dass Jesus Gott als seinen besonderen Vater beanspruchte. Aber die Anrede “euer Vater”, die Jesus in seinen Unterweisungen verwendet, gehört zu den ältesten Überlieferungsschichten. Wie unser ehemalige Stadtarchivar Glückert gerne sagt: “Das Neue ist oft nur das längst Vergessene, das wiederentdeckt wurde.”

4. “Mein Vater und euer Vater” – Die Einladung zur Gemeinschaft

Am Ende gibt Jesus Maria einen Auftrag: “Geh zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.”

Jesus bindet Gott nicht exklusiv an sich. Er öffnet die Tür für alle.

Dies erinnert mich an eine Geschichte – ein Gleichnis – ist sie aus dem Talmud?

Ein Prinz besaß einen wunderschönen Garten mit seltenen Blumen und Früchten, den er sorgsam pflegte. Eines Tages entschloss er sich, die Tore für alle zu öffnen und verkündete: “Was mein ist, soll auch euer sein. Wie mein Vater, der König, mir diesen Garten geschenkt hat, so schenke ich euch den Zugang dazu.” Die Menschen kamen zögernd, denn sie waren es nicht gewohnt, königliche Gärten zu betreten. Doch der Prinz begrüßte jeden Einzelnen mit den Worten: “Mein Vater ist auch euer Vater, mein König auch euer König.”

Das Vaterunser bleibt ein Wir-Gebet. Jeden Sonntag beten wir es gemeinsam: “Unser Vater im Himmel.” Nicht “mein” Vater, sondern “unser” Vater. In der Johannesformel findet dies seinen vollendeten Ausdruck: “Mein Vater und euer Vater”, “mein Gott und euer Gott”.

Ein marokkanischer Mann, der Muslim war, tolerierte den Wunsch der deutschen Mutter, auch christlich zu heiraten. Damals musste ich diese kirchliche Trauung beim Dekan mit einem seelsorgerlichen Gutachten genehmigen lassen. Der damalige etwas autoritäre Dekan zu Regensburg, sagte zu mir jungen Pfarrer z.A.: “Aber sorgen Sie dafür, dass in jedem Gebet klar wird, dass Sie sich an Gott den Vater Jesus Christi wenden und nicht an Allah!” Ich war schon immer etwas frech und sagte: “Herr Dekan, ich wusste gar nicht, dass Sie Polytheist sind!” Da wurde er etwas ungehalten und ich musste ihn beruhigen. Ich erzählte ihm von dem Traugespräch – Raten Sie mal Herr Dekan, was der muslimische Ehemann jeden Abend mit seinem Sohn betet!” – “Ja was denn?” Ich: “Er sagte an diesem Gebet stimme jedes Wort. Es sei so schön. Er betet jeden Abend Das Vater Unser mit seinem Sohn.” – Da ließ es der gestrenge Herr Dekan geschehen…

Versteht ihr jetzt – was es heißt, den Garten zu öffnen?

5. Der Weg zum Thron Gottes

Der Theologe Dietrich Bonhoeffer schrieb aus der Gefängniszelle: “Unser Christsein wird heute nur in zweierlei bestehen: im Beten und im Tun des Gerechten unter den Menschen.” Im Gebet sprechen wir Gott als Vater an, im Handeln behandeln wir andere als Geschwister.

Liebe Gemeinde, wenn wir heute vom Ostergottesdienst zurück in unsere Häuser gehen, wenn wir am gedeckten Tisch sitzen und Ostereier suchen, wenn wir das “Christ ist erstanden” noch im Ohr haben – dann lasst uns daran denken: Der Auferstandene hat uns zu seinen Geschwistern gemacht. Sein Vater ist unser Vater. Sein Gott ist unser Gott. Er ist beim Vater. Die Botschaft ist mehr als nur die Auferstehung, mehr als Jesus gesehen zu haben – Jesus erscheint, um seine Jünger auf den nächsten Schritt vorzubereiten. Er wird zu seinem Vater in den Himmel hinaufgehen! Im Glaubensbekenntnis heißt es nach der Auferstehung:

Aufgefahren in den Himmel – Er sitzt zur Rechten Gottes des Vaters, des Allmächtigen, von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten.

Aber das ist Maria und uns heute an Ostern zu viel. Wie Maria damals vom Grab zurücklief zu den Jüngern, so lasst uns diese Botschaft hinaustragen in unser Städtchen, zu unseren Nachbarn, zu allen, die noch im Dunkeln sind. Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Und wir werden auch auferstehen!

Er wird zu seinem Vater auffahren! Und wir auch!

AMEN.

Der Friede Gottes, der höher ist, als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Feierliche Wiedereröffnung der Christuskirche: Ein Fest der Gemeinschaft und der Hoffnung

Am Sonntag, den 8. Dezember 2024, erstrahlte die Christuskirche nach umfangreicher Renovierung in neuem Glanz. Rund 300 neugierige Besucher feierten die Wiedereröffnung am 2. Advent und füllten die Kirche bis auf den letzten Platz. Ein Dreiviertel Jahr hatte die Gemeinde für ihre Gottesdienste in das benachbarte Gemeindehaus ausweichen müssen.

Das C1-Team hat das Fest gestaltet. Inzwischen umfasst das Team 80 Mitarbeitende und ist bekannt für seine kreativen und modernen wöchentlichen Gottesdienste in der Kirchengemeinde Lauf. Natürlich begleitete die C1-Band wie jeden Sonntag den Gottesdienst mit passender Popmusik.

Am Eingang trug das Mesnerteam die Altargeräte in die stimmungsvoll abgedunkelte Kirche, bis der Altar in vollem Glanz die Kirche erhellte. Im Anschluss überraschte eine bunte Reisegruppe die Gemeinde mit einem Besuch der Notre Dame zu Lauf. Die technischen Errungenschaften wie moderne Licht- und Tontechnik, Klimatisierung, verbesserte Akustik und barrierefreie Bühne wurden dabei humorvoll vorgestellt. Besonders stolz ist die Gemeinde auf die neue Fußbodenheizung mit Wärmepumpen, die pünktlich zur kalten Jahreszeit in Betrieb genommen wurde.

In einem lebhaften Dialog verglichen Pfarrerin Dümmler und Pfarrer Hanstein die eine Million Euro teure Sanierung der Zeltkirche mit einem langen Pilgerweg nach Jerusalem. Endlich könne man mit Gottes Segen und dem Einsatz vieler Helfer mit dem Lied der Erlösten in Zion einziehen. Besonders hervorgehoben wurde das Engagement der Familien von Johannes und Philipp Höcht, die zusammen mit 25 weiteren Bauhelfern geehrt wurden. Ein fotografischer Rückblick auf die Bauetappen verdeutlichte den Besuchern, wie durch viele Eigenleistungen und großen Einsatz der Firmen und die gute Planung von Architekt Thiemann die Christuskirche zu einem modernen Ort für viele Formate der Feier und Gemeinschaft weiterentwickelt wurde.

Der Moderator Frank Wüst begrüßte zahlreiche Ehrengäste, darunter die Bundestagsabgeordneten Ralph Edelhäußer (CSU) und Kristine Lütke (FDP), Landrat Armin Kroder und Laufs Ersten Bürgermeister Thomas Lang. Die Ehrengäste gratulierten herzlich zur Wiedereröffnung. Besonders beeindruckt zeigten sie sich vom straffen Zeitplan und der Einhaltung des Budgets. Neben den politischen Vertretern kamen auch anerkennende Worte vom Kirchenvorstand, der katholischen und griechisch-orthodoxen Kirche und dem CVJM Lauf. Der ehemalige Laufer Pfarrer Thomas Hofmann übermittelte seine Grüße schriftlich aus Bayreuth.

Nach dem Gottesdienst klangen die Feierlichkeiten bei Kaffee und Kuchen sowie einem gemeinsamen Mittagessen im Gemeindehaus aus. Ab sofort finden die Gottesdienste wieder in der Christuskirche statt. Weitere Veranstaltungen finden Sie auf der Homepage der Evangelischen Kirchengemeinde Lauf.

Autor: C1-Team Öffentlichkeitsarbeit; Fotos: Markus Meidlein

Spenden sind sehr willkommen!

Kirchweih Dehnberg (Predigtskizze) von Jan-Peter Hanstein

Lk 18, 9-14  Lektorin Pharisäer und Zöllner

Nikolauskirche Dehnberg
Nikolauskirche Dehnberg

18,9 Er sagte aber zu einigen, die sich anmaßten, fromm zu sein,

und verachteten die andern, dies Gleichnis:

18,10 Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel,

um zu beten, der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner.

18,11 Der Pharisäer stand für sich und betete so:

Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Betrüger, Ehebrecher

oder auch wie dieser Zöllner. 18,12 Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme.

18,13 Der Zöllner aber stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig!

18,14 Ich sage euch:  Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, nicht jener.

Glaubensbekenntnis

EG 601 „Singt dem Herrn und lobt ihn“

Predigt

Liebe Gemeinde,

Jesus gibt uns hier eine Anleitung zum Beten, wie er es mit dem Vater Unser gegeben hat.  HERR LEHRE UNS BETEN!

Es geht nicht um das Gebet an sich, sondern um eine innere Einstellung.

Das ist neu an Jesus – zwei machen äußerlich dasselbe, das verlangte Ritual –

Aber nur der eine ist am Ende vor Gott gerechtfertigt. 18,14

18,9 Er sagte aber zu einigen, die  sich anmaßten, fromm zu sein, und verachteten die andern, dies Gleichnis:

Manchmal wäre es besser nur wenige Worte zu beten. Als viele Worte zu verlieren und damit den Überblick auf was es ankommt. Nicht plappern wie die Heiden oder darüber zum Heide zu werden… Analysieren wir das Gebet des „Pharisäers“:

Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute,

-> Danken für etwas, was Gott nicht gegeben hat.  Dazu Hochmut: sich darüberstellen und Verallgemeinerung: nicht wie die anderen! Wir und die anderen!!

Im Gebet haben wir uns immer solidarisch mit den Menschen zu verhalten angesichts des großen Unterschiedes zu Gott.

Gutheißen der eigenen Taten –>  kein Räuber, Betrüger, Ehebrecher

oder auch wie dieser Zöllner. 18,12 Ich faste zweimal in der Woche und gebe

den Zehnten von allem, was ich einnehme.

Braver Kirchensteuerzahler …

Der Pharisäer sieht an sich nur das, was sowieso erlaubt und gewünscht ist. Ein Mensch, der sich nach dem Durchschnitt vergleicht und Gott auch noch dafür dankt. Es fehlt jegliche innere Suche, jede Frage die Gott an uns stellt, und von Gott wird nichts verlangt, keine Bitte, kein Lob – nur Dank für das Gegebene und gegebenen Umständen. Dazu glaubt er frei beten zu können und plappert munter vor sich her.

 Sehen wir auf den Zöllner:

18,13 Der Zöllner aber stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig!

Wir haben uns angewöhnt zu sagen, dass alles Formelhafte, Gewohnte quasi „pharisäerhaft“ ist.

Alles Individualistische Freie sei dagegen von Jesus erwünscht.

Gerade das kann ich aus der Geschichte nicht herauslesen!!

Der Zöllner betet durchaus nicht frei. Sondern das vorgeschriebene Formular zur Sündenvergebung. Mit Gesten der Reue und des Respekts.

Deshalb: (liebe konfis)

Das Sündenbekenntnis am Anfang: natürlich ist es formelhaft. Aber doch verbindet es uns mit allen Konfessionen der Welt. Erfahrung in England: Jugendgottesdienst, Farben, Laser alles: Sündenbekenntnis nach Common Prayer Book zu Zeiten von King James und – los ging es …

Und siehe dieser ging gerechtfertigt hinunter nach Hause …

ORT DES LERNENS Daher die Psalmen als Schule des Gebets!

Lk 18,10 Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel,

 „Hinauf in den Tempel:“

Am Tag der Kirchweih frage ich: Warum überhaupt in einen Tempel oder eine Kirche: können die beiden nicht zu Hause beten?

Ist Gott nicht überall?

Ja – aber wo die Gemeinde zusammenkommen will, da werden überall Häuser gebaut. 

Aufgrund der Erfahrung auf Reisen zumindest in PNG – An den heiligen Stätten, den Kirchen kann man gleich sagen, in welchem Zustand die Gemeinde ist.

Deshalb braucht es das Korrektiv der Gemeinschaft, des regelmäßigen Ortes und der Zeit. Alles andere ist Augenwischerei. Wir brauchen unsere Kirche, und wir sollten sie auch so pflegen, das wir diese Sorgfalt und der Respekt vor dem beten in diesem Haus sichtbar wird. Mit den schönen Blumen, mit dem baulichen Zustand und alles drum herum. Ich freue mich an dem renovierten Kirchturm und der neuen besseren Zugänglichkeit.

HERR LEHRE UNS GEMEINSAM BETEN!

Es ist nämlich ein protestantisches Missverständnis, zu meinen, bräuchten die Kirche nicht mehr als Ort der Sündenvergebung, des Hörens auf die Schrift und des Feierns der Sakramente, das alles wäre „äußerlich“! Das ist für mich unernstes Geplapper!

Kirche und Gemeinde braucht eben auch Räume und Orte. Für die Form, das Formular, die Wiederholung, den gewohnten Ort.

Hier in der Kirche und zu Hause. Wir brauchen die Tradition und das Verständnis dafür, damit wir nicht in eine Gotteslästerung hineinfallen, die wir dann nicht einmal mehr merken.

Trotzdem: Wir verlieren beschleunigt viele Mitglieder. Ich weiß nicht, welche Häuser unsere Kirchengemeinde wird aufgeben müssen. Manche Nutzungen werden sich wieder rückwärts bewegen, so wie die Verringerung der Anzahl der Gottesdienste in unserer Gesamtgemeinde. Natürlich steht da die Kirche Dehnberg als kleinster Ortsteil unter besonderem Druck. Wir schließen uns als Kirchenvorstand zusammen, um Dehnberg mit hineinzunehmen in das lebendige Leben der Gesamtgemeinde mit vielen anderen Aktivitäten.

Ich rufe die Kirchenvorsteher und alle anderen dazu auf, die es ernst meinen, mit sich und mit dem, was Gott mit ihnen vorhat, unsere Kirchengebäude nicht zu vernachlässigen und es gegen etwas anderes Subjektiveres zu setzen. Wir verlieren dann alles: das Gebet, den Lobgesang, und die Feier.

Jede Generation hat auch die Aufgabe, ihre Zeit nicht zu verpassen. 

Ich wünsche, dass wir die 7 Kirchen unserer Kirchengemeinde in Ehren halten und erhalten. Johanniskirche, Dehnberg, Kunigundenkapelle, Salvator, Günthersbühl, Christuskirche und St. Jakob.

Wenn wir uns in Konkurrenz zu anderen sehen in unserem Glauben, dann ist der Tod schon im Topf. Ich bevorzuge das alte Wort „Kirchspiel“ – miteinander spielen, singen und  zusammenarbeiten zum Lobe Gottes.

Vieles in unseren Gottesdiensten wird andere und neue Formen annehmen. Wir sind gemeinsam unterwegs. Wichtig ist, dass wir nicht auf andere zeigen und glauben besser zu sein. Gott lenkt den Blick des Zöllners auf sich selbst und dann kann er ihn in die Gemeinschaft einfügen.

Wir brauchen das heilige, Abgegrenzte, das Andere – das TEMPLUM – in unserem Leben, weil sonst alles nur noch Selbstbestätigung oder Selbstperfektionierung wird wie eine Fernsehwerbung!

Die Nikolauskirche wird ihre Funktion erhalten. Noch mehr. Ich wünsche mir, dass sie  geöffnet wird für alle Dehnberger Bürger und die Wanderer, damit sie viele Erfahrungen wie der des Zöllners machen können.

Und siehe dieser ging gerechtfertigt hinunter nach Hause …

AMEN.

Lust auf ein FSSJ – Freiwilliges Soziales Schuljahr in unserer Evangelischen Kirchengemeinde!

Freiwilliges Soziales Schuljahr?! – Was ist das? Nutze die Chance, dich bei uns „voll sozial“ zu engagieren!

Für deine ehrenamtliche Mitarbeit stehen dir viele Türen offen!

Du bist…

  • Schüler/in ab der 8. Klasse 
  • neugierig darauf, einen Blick über deinen Tellerrand in die Berufswelt zu werfen
  • motiviert, neue Fähigkeiten zu erlernen und andere mit deinem Können zu unterstützen

 

Du hast…

  • Zeit, für 80 Stunden im Schuljahr ehrenamtlich tätig zu sein (2 Stunden pro Woche oder blockweise in den Ferien)
  • Lust, im Team zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen

Dann bieten wir dir…

  • eine große Vielfalt an Einsatzstellen, bei der bestimmt auch für dich die richtige dabei ist
  • die Möglichkeit, im Umgang mit anderen Menschen deine sozialen Kompetenzen zu stärken
  • eine Chance, dich beruflich zu orientieren
  • ein qualifiziertes Zeugnis über dein eingebrachtes Engagement, das du super deinen Bewerbungsunterlagen beilegen kannst!

Einsatzbereiche sind:

  • Kindergärten oder Hort
  • Beschäftigungs- und Betreuungsangebote in der Tagespflege der Diakonie
  • Kindergruppen und Freizeiten
  • Kindergottesdienste
  • Evang. Bücherei
  • Als Konfirmandenteamer beim Konficamp und der KonfiArbeit

Besonders dringend gesucht

Mitarbeit in der Kindergruppe in St. Jakob, Kotzenhof, Mittwoch Nachmittag. Hier gleich anmelden!

https://durchstarter-fssj.de/job/4380

Dann melde dich doch bei unserer Jugenddiakonin oder bei Pfarrerin Lisa Nikol-Eryazici

oder schreib eine Email an