Ökumenische Alltagsexerzitien 2026
ab Dienstag, den 24.02.2026 I 19.00-21.00 Uhr I Pfarrzentrum St. Otto
Gestalten Sie die Fastenzeit ganz bewusst und gönnen Sie sich Zeit für sich und mit Gott!
Die ökumenischen Alltagsexerzitien stehen 2026 unter dem Motto „Wagemut“. Wir nehmen uns täglich ein wenig Zeit für die Impulse aus dem Exerzitienbuch und treffen uns einmal pro Woche zum Austausch.
Die Gruppentreffen in Lauf sind jeweils am Dienstag, 19.00 im Pfarrzentrum St. Otto, Ottogasse 10
24.02./03.03./10.03./17.03./24.03.
Wir laden Sie schon jetzt wieder ganz herzlich dazu ein!
Das Team der Alltagsexerzitien
Gertrud Bohrer – Josefa Peter – Holger Wielsch

Stufen des Lebens – Ein Kurs zum Glauben
5 Abende | Beginn: Donnerstag, 26.02.26 | 20.00 Uhr | Gemeindezentrum St. Jakob
Herzliche Einladung zu vier+eins Abenden mit dem Kurs „Stufen des Lebens“.
Diesmal geht es um das Thema: „Alles hat seine Zeit – Josefsgeschichten”

Alles hat seine Zeit: die Kindheit, die Jugend, das Erwachsenenalter, die Lebensmitte, das Alter. Jede Lebensstufe bringt Schönes und Schweres, hat Krisen und Chancen.
Was morgen sein wird, hat seine Wurzeln oft schon im Gestern. Und heute wird sich klären müssen, ob das Morgen trittfest ist. Wie gehen wir mit unserer Zeit um? Jagen wir bloß vom einen zum andern?
Wie erleben wir die uns gegebene Zeit? Zerrinnen die Tage nur so?
Im Alten Testament wird die Geschichte von Josef erzählt, eine Lebensgeschichte mit Höhen und Tiefen. Die verschiedensten Zeiten im Leben des Josef sind durchzogen vom Geheimnis der Treue Gottes.
Ich lade Sie herzlich ein zu unserem Kurs, in dem wir anhand der Josefsgeschichte die verschiedenen Lebensstufen genauer anschauen wollen.
Ihr Pfarrer Thomas Reuß und Mitarbeiterinnen
Wie funktioniert der Kurs Stufen des Lebens?
Hier ein Zitat eines Teilnehmers:
„Es ist ein sehr wohltuender, ganzheitlicher und nicht aufdringlicher Ansatz, um Glaubensfragen persönlich zu bedenken. Neue Impulse, Einsichten und Anregungen stellen sich auf diese Art oft wie von selbst ein. Die Einheiten leben von den Bodenbildern, die biblische Geschichten visualisieren und Lebensthemen mit biblischen Texten in Verbindung bringen.“ (aus Jubiläumsschrift 30 Jahre Segen, S. 40).
Wenn Sie neugierig geworden sind, dann melden Sie sich schriftlich bei Pfarrer Reuß an.
Email:
Peter-Henlein-Straße 21 in Lauf.
Die Kursgebühr beträgt 10 €.
Anmeldeflyer bekommen Sie im Pfarramt, bei Pfarrer Reuß oder in den Häusern und Kirchen unserer Gemeinde oder per Mailanfrage als pdf-Datei bei Pfarrer Reuß
Pfarrer Thomas Reuß (1831638)
Termine
Die vier + eins Treffen sind immer donnerstags im Februar und März im Gemeindezentrum St. Jakob (Breslauer Straße 21).
26.02. + 05.03. + 12.03. + 19.03. jeweils von 20-22 Uhr.
Am 26. März feiern wir den Festabend zum Abschluss der Reihe.
Weltgebetstag 2026
Freitag, 6. März 2026 I 19.00 Uhr I Christuskirche
Willkommen beim Weltgebetstag 2026
Liebe Gemeindemitglieder, liebe Interessierte,
herzlich laden wir Sie wieder ein, gemeinsam den Weltgebetstag 2026 zu feiern. In diesem Jahr steht das Land Nigeria im Mittelpunkt. Christinnen aus Nigeria haben die Liturgie vorbereitet und nehmen uns mit in ihre Lebenswirklichkeit, ihren Glauben, ihre Hoffnungen und Herausforderungen.

Der Weltgebetstag verbindet Menschen weltweit im Gebet und im Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung. Auch bei uns in Lauf trifft sich in alter Tradition alljährlich eine ökumenische Gruppe von Frauen, um diesen Gottesdienst vorzubereiten und dann mit Ihnen/Euch – Männern wie Frauen- zu feiern und Teil dieser weltweiten Gemeinschaft zu sein.
„Kommt! Bringt eure Last“ lautet der offizielle deutsche Titel des Weltgebetstages 2026. Beschlossen wurde er auf der Komiteesitzung im November 2024.
Im Fokus des Gottesdienstes steht die Einladung aus Matthäus 11,28-30.
Kommt alle her, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.
Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen.
Denn mein Joch ist sanft und meine Last leicht.
„In einer Zeit, in der Menschen auf der ganzen Welt schwere Lasten zu tragen haben, bieten unsere nigerianischen Schwestern tiefgründige Erkenntnisse darüber, wie man in Gott Ruhe und Erholung findet“, schreibt Katie Reimer, Geschäftsführerin des Internationalen Weltgebetstagkomitees.
Titelbild zum Weltgebetstag 2026
Das Bild mit dem Titel “Rest for the Weary” (Erholung für die Müden) stammt von der jungen nigerianischen Künstlerin Gift Amarachi Ottah.
Im Hintergrund sind Frauen aus ländlichen Gegenden auf dem Weg zu ihren Farmen zu sehen – ein gefährlicher Weg, da sie Übergriffe und Hindernisse aller Art befürchten müssen. Im Vordergrund sind drei Frauen in typischer, traditioneller Kleidung abgebildet. Sie sollen die vielfältigen Kulturen Nigerias repräsentieren.
Im Anschluss an den Gottesdienst laden wir herzlich zu einer Begegnung mit landestypischen Kostproben im Gemeindehaus ein.
Wir freuen uns auf Ihr/Euer Kommen, auf gemeinsames Beten, Singen und Begegnen – über Länder- und Kulturgrenzen hinweg.
Herzliche Grüße vom Ökumenischen Weltgebetstagsteam
Termin: Freitag, 6. März 2026
Ort: Christuskirche Lauf
Beginn:19 Uhr
Gemeinsam wachsen – Ehe leben mit Gott
Ein Ehe-Hauskreis
Unsere Ehe, als Mann und Frau, ist ein Abenteuer, das Gott mit uns schreibt. Im Ehe-Hauskreis möchten wir Raum schaffen, um dieses Abenteuer bewusst zu gestalten – mit Gott im Zentrum.
Wir treffen uns in zwangloser Atmosphäre, um über Themen des Ehealltags zu sprechen, biblische Impulse aus dem Buch „Liebe & Respekt“ zu hören und füreinander zu beten.
Dabei geht es nicht um Perfektion, sondern um echtes Miteinander, gegenseitige Unterstützung und geistliches Wachstum.
Paare aller Altersstufen sind einmal im Monat herzlich eingeladen.
Gemeindehaus Christuskirche, 1. Stock, Martin-Luther-Str. 15
Die ersten drei Treffen sind am:
- Donnerstag, 22. Januar 2026, 19:30–21:00 Uhr
- Donnerstag, 19. Februar 2026, 19:30–21:00 Uhr
- Donnerstag, 19. März 2026, 19:30–21:00 Uhr
Weitere Termine folgen.
Kontakt:
Barbara und Günter Schlegl, Tel.: 09123 3837
“Stell dir vor es ist Krieg, und keiner geht hin”
20.11.25 | Ein Gespräch mit Soldaten und Kriegsdienstverweigerern
HORCH AMOL – Gespräche im Wirtshaus
Zum Zweiten Mal wurde im Rahmen der Veranstaltungsreihe „VerständigungsOrte“ von der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Lauf und dem CVJM Lauf ins Wirtshaus zum „Wollner“ in Heuchling eingeladen. Diesmal ging es um das hochaktuelle Thema „STELL DIR VOR ES IST KRIEG UND KEINER GEHT HIN“.
Der Wollner war brechend voll. Über 80 Interessierende hatte das Thema angelockt. Sie erlebten einen spannenden Abend voller kontroverser Gedanken und fairer Debatten. Es wurde leidenschaftlich über die Themen Wehrpflicht, Pazifismus und Friedensicherung in einer Welt voller Spannungen mit vier eingeladenen Gästen und dem Publikum diskutiert. Professionell moderiert wurde der Abend von Christian Kempf vom CVJM. An einem Wirtshaustisch saßen die vier Gäste und der Moderator. Auf einem weiteren, freien Stuhl konnten im Wechsel Gäste aus dem Publikum Platz nehmen.

Einführungsrunde
Die vier eingeladenen Diskussionsgäste hatten Gelegenheit, kurz ihren Hintergrund sowie ihre Haltung zum Thema darzustellen.
Christian H. Werner (45) ist Familienvater, gläubiger Katholik und Reserveoffizier. Er hat sich vorübergehend freiwillig zur Bundeswehr gemeldet und ist derzeit Kompanie-Chef der Panzerbrigade 45 „Litauen“. Er bringt Erfahrung aus Ehrenämtern ein. Seine Haltung begründet er damit, dass es die aktuelle geopolitischen Lage erforderlich mache, unsere freiheitlich demokratische Grundordnung zu schützen und zu verteidigen. „Aus Freiheit erwächst Verantwortung.“
Leon Utz (27) ist als Oberleutnant aktiver Soldat auf Zeit, absolviert gerade die Ausbildung zum Jugendoffizier und befasst sich mit sicherheitspolitischer Bildung. Er ist 2017 als Gebirgsjäger zur Bundeswehr gekommen. Er schätzt die Bundeswehr als Ort, an dem junge Menschen Führungsverantwortung übernehmen und sich persönlich weiterentwickeln können.
Diakon Siegfried Laugsch (74) engagiert sich in der kirchlichen Friedensarbeit und war hauptamtlich in der Begleitung von Kriegsdienstverweigerern tätig. Er ist der Überzeugung, dass Konflikte regelbasiert und ohne Waffen gelöst werden müssen. „Wer das Schwert führt, wird durch das Schwert umkommen.“
Magnus Nockemann (21) ist ehrenamtlich im CVJM Lauf aktiv und sagt: „Ich würde nicht zur Bundeswehr gehen“. Er sieht seinen Beitrag zur Gesellschaft nicht in der Waffe, sondern im Stärken demokratischer Werte. „Wir sind keine Feiglinge – wir riskieren unser Leben für den Frieden.“
Gibt es aktuell eine akute Bedrohungslage?
Ein Gast aus dem Publikum setzte sich an den Wirtshaustisch und ergriff das Wort. Er sei lange Zeit davon ausgegangen, dass die Bundeswehr unnütz sei. Er stellte sich die Frage, warum es eine Armee in Friedenszeiten brauche? Aber mit dem Angriffskrieg Putins auf die Ukraine habe sich seine Meinung geändert. Er sehe jetzt angesichts der Bedrohungslage ebenfalls die Gefahr für unsere freiheitliche Werteordnung. Es entstand eine lebhafte Diskussion. Laugsch meinte, „der Russe stehe nicht vor unserer Tür“ und die Bedrohungslage sei nicht so relevant, wie sie in den Medien dargestellt werde. Utz bezog sich auf Erkenntnisse der Nachrichtendienste, die darauf hinweisen, dass Russland auf eine Kriegswirtschaft umgestellt habe und sich befähige, im Jahre 2029 Nato-Staaten angreifen zu können. Auch die heute schon existierende hybride Kriegführung mit Drohnen, Cyber-Angriffen und gezielter Destabilisierung stünden damit im Zusammenhang. „Wir befinden uns nicht mehr im Frieden, sondern in einer multipolaren Welt voller Risiken“, so Werner.
Ist Abschreckung das richtige Mittel der Wahl?
„Wir müssen verteidigungsfähig sein, um uns nicht verteidigen zu müssen“, sagen viele Politiker. Es wurde, auch mit Gästen aus dem Publikum darüber diskutiert, ob Abschreckung als Mittel zum Friedenserhalt geeignet ist. Utz und Werner bejahten diese Frage und wiesen auf die Notwendigkeit hin, den Frieden durch Bündnisse zu sichern. Angesichts der Entwicklung in der Nato sei dabei Europa besonders wichtig. Laugsch widersprach dem und verwies auf die Friedenslogik. Danach solle anders als beim Konzept der Sicherheitslogik der Wille zum Frieden durch Alternativen zur Rüstung und zu militärischen Drohpotenzialen erreicht werden.
Kann die Friedensbewegung das Problem lösen?
Kontrovers wurde über das Konzept der Friedensbewegung diskutiert, die sich für regelbasierte politische Konfliktlösungen, Diplomatie und Abrüstung einsetzt. Auch die Initiative „Sicherheit neu denken“ kam zur Sprache. Die Initiative verfolgt, so Laugsch, die Idee, dass Deutschland und Europa bis 2040 militärische Aufrüstung zugunsten ziviler Sicherheitsstrategien überwinden sollten. Dies umfasse die Förderung nachhaltiger Entwicklung und gerechtes Wirtschaften sowie Sicherheitsgarantien durch die Vereinten Nationen. Nockemann und Vertreter der Friedensbewegung kritisierten die „Kriegslogik“ und die wirtschaftlichen Interessen hinter Rüstung. Sie setzten auf zivile Verteidigung und gesellschaftliche Resilienz statt militärischer Eskalation.
Auch die aktuelle Denkschrift der Evangelischen Kirche Deutschlands wurde angesprochen, die den Einsatz militärischer Mittel als „ultima ratio“ legitimiert, um Menschen vor Gewalt zu schützen. Werner und Utz pflichteten dem bei und warnten davor „Putin Tor und Tür zu öffnen“.
Fazit
Die Diskussionen auf hohem Niveau, mit guter Gesprächskultur und tiefen Einblicken machte deutlich, dass es einfache Antworten nicht gibt. Aber alle Diskussionsteilnehmer waren sich einig, den Frieden und unsere Werteordnung unbedingt erhalten zu wollen. Aber das „Wie“ war umstritten!
Annemarie Wiehler, Mitveranstalterin von „HORCH AMOL“ bedankte sich bei den vier Diskussionsgästen für die eingebrachten Perspektiven und Antworten und beim Publikum, das sich eingebracht und zugehört und hat.
Text: Hans Dieter Munker
Foto: Annemarie Wiehler
“Ist das noch meine evangelische Kirche?”
22.05.25 | Mit der Präses der Synode der evangelischen Kirche in Deutschland Anna-Nicole Heinrich und dem Theologieprofessor Dr. Ralf Frisch
Mit der Veranstaltungsreihe ´VerständigungsOrte der Evangelischen Kirche Deutschlands` (EKD) wurde bei uns ein neues Format ausprobiert. Unter dem Motto „HORCH A MOAL“ hatte unsere Kirchengemeinde und der CVJM ins Wirtshaus eingeladen.

Beim „Wollner“, dem „Heuchlinger Wohnzimmer“ gelang es eine fränkische Wirtshausatmosphäre zu schaffen. Rund 80 Besucher waren da, um die Diskussion über das Thema „Ist das noch meine evangelische Kirche?“ zu verfolgen oder selbst mitzureden.
Prominente Gäste am Wirtshaustisch
Die Präses der Synode der evangelischen Kirche in Deutschland Anna-Nicole Heinrich und der Theologieprofessor Dr. Ralf Frisch saßen am Wirtshaustisch. Sie diskutierten miteinander und mit Gästen aus dem Publikum. Moderiert hat Pfarrerin und Kirchenrätin Mirjam Elsel. Die Gäste kamen nicht nur aus unserer Kirchengemeinde, sondern auch von auswärts. Es war ein Wirtshaustisch aufgebaut, an dem die prominenten Gäste saßen. Am Tisch waren weitere Stühle frei, die im Wechsel Gäste aus dem Wirtshaus eingenommen hatten.
Fragen zum Aufwärmen
Nach der Begrüßung durch Diakon David Geitner und Christian Kempf vom CVJM stellte die Moderatorin Fragen, die von den Gästen bei Zustimmung durch Hand heben beantwortet werden konnten. So zum Beispiel „Ist Ihnen der Glaube an Gott wichtig?“ oder „Sind Christen bessere Menschen?“ Nach der Frageaktion begann eine muntere Diskussion.

Hat unsere Kirche ein Identifikationsproblem?
Frisch wünscht sich eine Kirche, in der man nicht nur „anders“, sondern sogar „anders, anders“ sein könne. Man müsse „den Mumm haben, anders zu denken und zu provozieren“. Er kritisierte den Moralismus in unserer Kirche, „der sich dadurch auszeichnet, dass Letztinstanzen sagen, was sich eigentlich gehört“. Er erlebe eine gewisse „Glaubensscham“ und sprach von einem Identifikationsproblem, bei dem es den Menschen oft schwerfalle, über den Glauben zu sprechen.
Heinrich hob hingegen hervor, dass es in unserer Kirche sehr wichtig sei, ins Gespräch zu kommen und sich in Glaubensfragen auszutauschen. Man müsse die Menschen ermutigen, über ihren Glauben zu sprechen. Man müsse erzählen, was uns im Glauben trägt. Sie erlebe in Gesprächen – auch mit Menschen, die nicht christlich sind – offene Herzen.
Braucht unsere Kirche ein Markenzeichen?
Frisch kritisierte das fehlende Kreuz im Logo des künftig erscheinenden neuen evangelischen Gesangbuches. Das Kreuz sei ein zentrales Symbol und Markenzeichen der Kirche, was nicht fehlen dürfe. Heinrich vertrat die Auffassung, dass nicht immer ein riesiges Kreuz in den Kirchen hängen müsse. Man könne, wenn man danach suche, Kreuze an vielen Stellen in der Kirche entdecken, wie oben an der Decke, in Gemälden oder im Taufbecken. Nach einem Beitrag eines Gastes aus dem Publikum setzte sich die Diskussion fort, bis zur Frage „Ist der Christus am Kreuz noch unser Markenzeichen oder den Menschen nicht mehr zumutbar?“
Diversität und Schubladen
Bei der Diskussion über unterschiedliche Meinungen in unserer Kirche waren sich beide einig, dass es Vielfalt geben müsse. Auch Schubladen seien möglich, wie zum Beispiel die eher konservativen oder die eher fortschrittlichen Christen. Kirche müsse ein Ort sein, „an dem Menschen miteinander reden, wo andere das nicht mehr können“. Das erfordere Mut: „Andere sollen sehen, was uns trägt, wenn wir von Gott erzählen“, so Heinrich.
Kirche und Politik?
Ein nächster Gast aus der Kommunalpolitik stellte die Frage, „wie politisch darf unsere Kirche sein?“ „Jesus war politisch, er war da, wo die Menschen waren, vor allem die Schwachen“, sagte Heinrich. Einig war man sich, dass Christen sich in der Gesellschaft engagieren sollten und es für die Kirche wichtig sei, mit der Politik klug und umsichtig im Gespräch zu bleiben.

Zuviel Strukturen und zu wenig Seelsorge?
Zwei Gäste, die nicht unserer Gemeinde angehören, stellten kritische Fragen. Einer sagte, er könne sich nicht mehr wiederfinden in der Kirche, in der er lange ehrenamtlich tätig gewesen sei. Die Kirche beschäftige sich zu viel mit sich selbst und habe zu wenige Kontakte zu den Gemeindegliedern. Die Kirche solle sich weniger um die internen Strukturen, sondern um die Seelsorge kümmern. Der Gast fragte, warum so viele Menschen aus der Kirche austreten, und ein weiterer Gast: „Wozu braucht es uns noch?“
Heinrich wies darauf hin, dass Entscheidungen zu Strukturen, die Mitarbeitende und Liegenschaften betreffen, „von oben“ getroffen werden müssten. Sie sei aber davon überzeugt, dass dennoch viele Entscheidungsspielräume vor Ort gegeben seien. „Die Kirche hat mehr als ein Wohlfühlprogramm zu bieten, die hat Hoffnung zu verkünden“, ergänzte Frisch. Heinrich meinte: „Dazu braucht es Identifikationsfiguren, die überzeugt ihren Glauben und ihre Beziehung zu Gott leben“.
Fazit
Diakon Geitner fasste die Veranstaltung zusammen: „Wir haben Klartext gesprochen und gerungen“. Es stünden die Fragen im Raum „Was heißt es heute als Christ zu leben und wie sieht die Zukunft der Kirche aus?“
Auszeichnung für Engagement
Das Wagnis dieses innovativen Formats zahlt sich aus: Das Vorbereitungsteam um David Geitner und Christian Kempf mit Pfarrer Jan-Peter Hanstein, Annemarie Wiehler, Joachim Wartha und Fritz Blanz erhält den Ehrenamtspreis der Diakonie Bayern. Die mit 2.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 28. Oktober bei der Mitgliederversammlung der Diakonie Bayern in Nürnberg überreicht.
Text: Hans Dieter Munker
Bilder: Christian Kempf
Traumjob für Leseratten zu vergeben
Hilfe bei der Ausleihe in der Bücherei St. Jakob

Die Bücherei im Gemeindezentrum St. Jakob ist freitags von 8:30 bis 9:30 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 15:00 bis 17:30 Uhr geöffnet. Bevor die Kinder Freitag früh in die Kindergartengruppe gehen, kommen viele Eltern gerne mit den Kleinen noch bei uns zur Buchausleihe vorbei. Dienstag- und Donnerstagnachmittag schauen viele Familien und auch erwachsene Leser bei uns rein, um sich mit Lesefutter einzudecken. Da ist´s manchmal ganz schön turbulent.

Aber strahlende Augen, wenn der „Buch-Schatz“ gefunden wurde, erhellen selbst den trübsten Tag. Und für diese Stunden wünschen wir uns IHRE Unterstützung. Wir haben keinen schwierigen PC, wir arbeiten noch althergebracht mit Leserkarte und Stempel. Da stürzt kein Programm ab, da vertauscht man eher mal eine Buch- oder Leserkarte. Und das klärt sich wieder. Am wichtigsten ist die Freude an Büchern und am Umgang mit Menschen.
Wenn wir mehrere Personen für die Unterstützung gewinnen könnten, wäre jede/r einmal im Monat dabei. – In den Ferien ist die Bücherei geschlossen.

Bei Interesse: Zu den Öffnungszeiten vorbeikommen oder telefonisch bei Dagmar Brandt – 09123 / 987563 – melden. Wir freuen uns auf Sie!
Ihr Bücherei-Team St. Jakob
Paar sein in herausfordernden Zeiten
Bericht über den Vortrag vom 14. März 2024
Referentin: Fr. M. Graf, Dipl.-Psychologin und Systemtherapeutin, Erziehungs-und Beratungsstelle Landkreis Nürnberger Land, Caritas Nürnberger Land, Lauf / Hersbruck / Neumarkt
Rund 40 Zuhörer erlebten einen engagierten Fachvortrag für Paare und Familien in einer herausfordernden Zeit mit hohen Veränderungsraten. Hilfreiche Gedankenmodelle bekannter Psychologen und Psychotherapeuten, die durch Forschung abgesichert sind, wurden kurz vorgestellt. Sie dienen bei Selbstreflexion und Gesprächen der Beschreibung und Erklärung der eigenen und der Partnersituation und –rolle. So ermöglichen sie einen qualifizierten, vorwurfsfreien konstruktiven Dialog auch in unserer komplexer werdenden Welt mit Mikrokosmos Familie / Berufen / wechselnden Randbedingungen und Anforderungen. Die Gedankenmodelle und betrachteten Themen umfassen u.a.:
Bindungsmuster und –stile (Bowlby & Ainsworth) / Transaktionsanalyse (Jürg Willi) zur Benennung und Beschreibung von Gedanken- und Verhaltensmustern / Machtgefälle (Herrscher versus Untertan) / 4 Jahreszeiten der Liebe (Hans Jellouschek) / Streß bei kritischen Veränderungen und deren Bewältigung (Am Du zum Ich werden, Martin Buber) / Gedankliche Gestaltungsräume von Flachdachbungalow (Paar) bis Familienhaus zur Balancierung zwischen „Ich“ und „Wir“ / Tiefe Glaubenssätze („ich genüge nicht, kann nicht etc.) / Täter-Opfer-Verfolgungsjagd (Hans Jellouschek).
Einfühlsame Gesprächstechniken und Gespräche steigern die Aussicht, verstanden zu werden und kooperative Lösungen zu finden.
Der Caritas-Verband bietet an vielen Orten u.a. kompetente Angebote und praktische Hilfe, Gespräche und Schulungen für die gemeinsame Entwicklung von Familien auf dem Weg durch eine volatile Welt.
Martin Seidel
