Erfolgreicher Start der Online-Themenreihe „Was bleibt“ aus St. Jakob in Lauf

ZOOM-Studio in St. Jakob, Foto: privat

Die Veranstaltungsreihe rund um die von der evangelischen Landeskirche in Bayern und dem Diakonischen Werk Bayern konzipierte Ausstellung „Was bleibt.“ ist erfolgreich angelaufen. Ein Team um Stadtpfarrer Jan-Peter Hanstein hat den Besuch der Ausstellung sowie die begleitenden Veranstaltungen digitalisiert und dafür das evangelische Gemeindezentrum St. Jakob in ein Filmstudio verwandelt. Die ersten erfolgreichen Veranstaltungen zeigen, dass die technische Qualität der virtuellen Veranstaltungen, für die die Gemeinde bereits seit Beginn der Pandemie mit ihren digitalen Gottesdiensten bekannt ist, auch für „Was bleibt.“ erreicht hat.

Am vergangenen Mittwoch stellte Dipl. soz. päd. Jürgen Baumann, Leiter des Diakonie Betreuungsvereins, in seinem Vortrag Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung vor. An seiner Seite war Dr. Edmund Sandermann, Betreuungsrichter im Ruhestand und damit ausgewiesener Experte für alle juristischen Fragen in diesem Zusammenhang. Es war ein Abend voller wertvoller Informationen und Praxisbeispiele, der von persönlichen Fragen seitens der Teilnehmer abgerundet wurde. Etliche Teilnehmer des gut besuchten Webinars schienen dazu angeregt worden zu sein, lange Aufgeschobenes nun tatsächlich einmal regeln und für den Ernstfall vorsorgen zu wollen. Dabei helfen werden die Links, Adressen und weiterführenden Literaturhinweise sowie die von den Referierenden zur Verfügung gestellten Präsentationen, die allen Teilnehmenden per Mail zugänglich gemacht werden.

Tags darauf ging es um das Thema Demenz. Diplom-Pflegewirtin Ilka Kolb von der Fachstelle für pflegende Angehörige des Diakonischen Werks gab einen Einblick in die verschiedenen Arten von Demenzerkrankungen, skizzierte die einzelnen Stufen der Erkrankung und stellte die Auswirkungen der Krankheit für die Betroffenen selbst und für deren Familien sowie die Gesellschaft dar. Die größte Angst Erkrankter sei, sich selbst zu vergessen und zu verlieren, so Kolb. Alltagsnahe Hinweise zum Umgang mit Erkrankten sowie kompetente Antworten auf alle Fragen der Teilnehmenden rundeten den informativen Vortrag ab.

Termine und Themen der nächsten Veranstaltungen sind unter Was bleibt zu finden. Kommenden Dienstag, 2. März, spricht Notar Dr. Ulrich Feierlein ab 19.30 Uhr zum Thema „Gutes Erben und Vererben“ , am Mittwoch, 3. März, ebenfalls um 19.30 Uhr Pfarrer Armin Langmann über seine Erfahrungen in der Begleitung von Menschen, die sich mit ihrem Vermächtnis beschäftigen und vom „Glück, letzte Dinge zu regeln“.

Die Anmeldung zu den Veranstaltungen ist kostenlos und erfolgt ganz unkompliziert über die Webseite. Bei Fragen und Problemen mit „Zoom“ helfen erfahrene Ehrenamtliche, die über eine eigene Hotline ab 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn erreichbar sind. Die Nummer befindet sich hier.

Die Ausstellung

Weltgebetstag 2021 “Worauf bauen wir?” Online aus Lauf

2021 kommt der Weltgebetstag von Frauen des pazifischen Inselstaats Vanuatu.

Der Weltgebetstag findet in Lauf dieses Jahr coronabedingt online statt und wird am 7. März um 10.30 Uhr über den YouTube-Kanal der evangelischen Gemeinde ausgestrahlt. Er kommt dieses Jahr aus St. Jakob und wurde wieder in ökumenischer Verantwortung vorbereitet. Sie finden den Link hier:

Youtube Livestream Kanal der Evangelischen Kirchengemeinde Lauf C1

Nähere Informationen

Worauf bauen wir?

2021 kommt der Weltgebetstag von Frauen des pazifischen Inselstaats Vanuatu.

Das Königreich Vanuatu liegt zwischen Papua-Neuguinea und Fidschi.

Felsenfester Grund für alles Handeln sollten Jesu Worte sein. Dazu wollen die Frauen aus Vanuatu in ihrem Gottesdienst zum Weltgebetstag 2021 ermutigen. „Worauf bauen wir?“, ist das Motto des Weltgebetstags aus Vanuatu, in dessen Mittelpunkt der Bibeltext aus Matthäus 7, 24 bis 27 stehen wird. Denn nur das Haus, das auf festem Grund stehe, würden Stürme nicht einreißen, heißt es in der Bibelstelle bei Matthäus. Dabei gilt es Hören und Handeln in Einklang zu bringen: „Wo wir Gottes Wort hören und danach handeln, wird das Reich Gottes Wirklichkeit. Wo wir uns daran orientieren, haben wir ein festes Fundament – wie der kluge Mensch im biblischen Text. Unser Handeln ist entscheidend“, sagen die Frauen in ihrem Gottesdienst.

Ein Ansatz, der in Vanuatu in Bezug auf den Klimawandel bereits verfolgt wird. Denn die 83 Inseln im pazifischen Ozean sind vom Klimawandel betroffen, wie kein anderes Land, und das, obwohl es keine Industrienation ist und auch sonst kaum CO2 ausstößt. Die steigenden Wassertemperaturen gefährden Fische und Korallen. Durch deren Absterben treffen die Wellen mit voller Wucht auf die Inseln und tragen sie Stück für Stück ab. Stei­gende Temperaturen und veränderte Regenmuster lassen Früchte nicht mehr so wachsen wie früher. Zudem steigt nicht nur der Meeresspiegel, sondern auch die tropischen Wirbel­stürme werden stärker. So zerstörte zum Beispiel 2015 der Zyklon Pam einen Großteil der Inseln, 24 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Wirbelsturm. Um dem entgegenzuwirken, gilt seit zwei Jahren in Vanuatu ein rigoroses Plastikverbot. Die Nutzung von Einwegplastiktüten, Trinkhalmen und Styropor ist verboten. Wer dagegen verstößt muss mit einer Strafe von bis zu 900 Dollar rechnen.

Keine Frau im Parlament

Doch nicht alles in dem Land ist so vorbildlich. So sitzt im vanuatuischen Parlament keine einzige Frau, obwohl sich 15 im Jahr 2020 zur Wahl stellten. Frauen sollen sich „lediglich“ um das Essen, die Kinder und die Pflege der Seniorinnen und Senioren kümmern. Auf sogenannten Mammas-Märkten ver­kaufen viele Frauen das, was sie erwirtschaften können: Gemüse, Obst, gekochtes Essen und einfache Näharbeiten. So tragen sie einen Großteil zum Familieneinkommen bei. Die Entscheidungen treffen die Männer, denen sich Frauen traditionell unterordnen müssen. Machen Frauen das nicht, drohen ihnen auch Schläge. Das belegt die einzige Studie über Gewalt gegen Frauen in Vanuatu, die 2011 durchgeführt wurde: 60 Prozent der befragten 2.300 Frauen gaben demnach an, dass ihr Mann schon einmal ge­walttätig geworden sei.

Mit seiner Projektarbeit unterstützt der Weltgebetstag Frauen und Mädchen weltweit: Zum Beispiel im pazifischen Raum, auch auf Vanuatu. Dort lernen Frauen sich über Medien eine Stimme zu verschaffen, damit ihre Sichtweisen und Probleme wahrgenommen werden. Oder in Indonesien, wo Frauen neben ökologischem Landbau lernen, welche Rechte sie haben und wie sie um deren Einhaltung kämpfen.

Auch hier in Deutschland will der Weltgebetstag in diesem Jahr für das Klima tätig werden. Deshalb sind bienenfreundliche Samen im Sortiment, die dazu beitragen sollen, Lebensraum für Bienen zu schaffen und die Artenvielfalt zu erhalten (https://www.eine-welt-shop.de/weltgebetstag/).

Der Weltgebetstag

Über Länder- und Konfessionsgrenzen hinweg engagieren sich Frauen seit über 100 Jahren für den Weltgebetstag und machen sich stark für die Rechte von Frauen und Mädchen in Kirche und Gesellschaft. Alleine in Deutschland werden rund um den 5. März 2021 hunderttausende Menschen die Gottesdienste und Veranstaltungen besuchen. Mehr Informationen: www.weltgebetstag.de

Predigt: Erste Fastenpredigt ” Was bleibt.” mit Dr. Edmund Sandermann, 21.2.2021, Koh 3

Erste Fastenpredigt ” Was bleibt.” mit Dr. Edmund Sandermann, 21.2.2021 auf Youtube

Was bleibt?

„Alles, was auf der Erde geschieht, hat seine von Gott bestimmte Zeit:

2geboren werden und sterben,

einpflanzen und ausreißen,

3töten und Leben retten,

niederreißen und aufbauen,

4weinen und lachen,

wehklagen und tanzen,

5Steine werfen und Steine aufsammeln,

sich umarmen

und sich aus der Umarmung lösen,

6finden und verlieren,

aufbewahren und wegwerfen,

7zerreißen und zusammennähen,

schweigen und reden.

8Das Lieben hat seine Zeit

und auch das Hassen,

der Krieg und der Frieden.“

Prediger 3, Verse 1 – 9

Beendet wird diese Aufzählung im Buch (Kohelet), Kapitel 3, Verse 1 – 9, hier zitiert nach der Bibelübersetzung „Die Gute Nachricht“, mit der Frage:

„9Was hat ein Mensch von seiner Mühe und Arbeit?“

Die Frage, die der Autor dieses Mitte des 3. vorchristlichen Jahrhunderts entstandenen Textes, der sich selbst Kohelet nennt (übersetzt etwa „der Sammler“) und behauptet ein König der Israeliten gewesen zu sein, hier stellt, ist die Frage der heutigen Fastenpredigt: „Was bleibt?“

Es ist eine Menschheitsfrage, die Kohelet hier aufwirft, eine Frage, die die Menschen seit Jahrtausenden bewegt.

Vor der eingangs zitierten Textstelle berichtet Kohelet davon, dass er seine Möglichkeiten als König voll ausgelebt habe; er habe umfangreiche Besitztümer erworben, Sklaven gekauft und sich einen Harem zugelegt habe, um Freude und Glück zu erfahren. Auch habe er nach Bildung und Wissen gestrebt, um sich in der Welt besser zurecht zu finden. Letztlich sei aber immer eine Frage unbeantwortet geblieben: „Was bleibt davon?“ Und Kohelet gibt selbst die Antwort: „Ein Windhauch“.

Unsere Lebenserfahrung ist, dass alles wird und – irgendwann – wieder vergeht. Alles hat seine Zeit, und die ist begrenzt.

Aber irgendetwas in uns Menschen will sich damit nicht abfinden, sehnt sich nach Beständigkeit und Bleibendem, ja nach Unendlichkeit. Aus dieser Sehnsucht heraus fragen wir: „Was bleibt?“. Es ist eine existenzielle, eine je individuelle Frage.

Die Frage „Was bleibt“ ist eine Frage, die nur vor dem Hintergrund der Zeitlichkeit und damit auch der Geschichtlichkeit des Menschen richtig verstanden werden kann. Sie setzt einen zeitlichen Horizont des Lebens voraus, ein zeitliches „Woher“, die Vergangenheit, aus der Bleibendes sich ergeben kann, ein zeitliches „Wo“, die Gegenwart, in der wir Dinge anfassen und festhalten können – so scheint es zumindest -, und ein zeitliches „Wohin“, die Zukunft, in die wir uns und die uns liebgewordenen Dinge hinüberretten wollen, in der wir uns und den Dingen Bestand geben wollen.

Es erscheint daher sinnvoll, der Ausgangsfrage unter den Gesichtspunkten: 1.„Was bleibt zurück?“, 2.„Was bleibt bestehen?“ und 3.„Was bleibt zutun und zu hoffen?“ nachzugehen.

1. „Was bleibt zurück?“ Die Frage kann in zweierlei Hinsicht verstanden werden. Zum einen als Frage nach dem, was wir von unserem bisherigen Leben zurücklassen müssen, können oder dürfen. Zum anderen als Frage nach dem, was von Vergangenem fortwirkt in unsere Gegenwart, gewissermaßen als aufbewahrter Bestand.

Zurück bleibt im ersten Sinne der gelebte Augenblick, das empfundene Erlebnis, das wir hatten, als wir es zum ersten Mal geschafft haben, allein Fahrrad zu fahren, das Gefühl beim ersten Kuss, die Umarmungen von geliebten Menschen, mit zunehmendem Alter auch unsere Lebenschancen, die ergriffenen und verpassten. Es bleiben zurück die Aktualität von Gewalterfahrungen und Missbrauch, die Frustrationen in der Pubertät, die unerfüllten Wünsche, die Versagensängste, die großen und kleinen Sünden.

An ihre Stelle treten die Erinnerungen, die guten wie die schlechten. Sie bleiben, manchmal überdeutlich, manchmal nur noch verschwommen; hin und wieder sind wir uns nicht einmal mehr sicher, ob uns diese Erinnerungen nicht trügen, ob wir etwas verdrängen oder beschönigen oder überbewerten. Aber es sind nur noch Erinnerungen. Auf das was war, können wir nicht mehr zugreifen, es gewissermaßen wieder zum Leben erwecken. Einen „Windhauch“ nennt Kohelet dies.

Ich denke, dass Kohelet hier zu kurz greift, wenn er das Vergangene, vor allem die vergangenen Freuden und das vergangene Leid, nur als „Windhauch“ bezeichnet. Unsere Geschichte, unsere Biographie, wirkt schließlich in uns fort. Sie ist ein entscheidender Teil unserer Identität.

Unsere Identität speist sich nämlich nicht nur aus unserer Körperlichkeit und unseren Namen, sondern auch und hauptsächlich aus unserer Lebensgeschichte, aus unseren Taten wie aus unseren Unterlassungen, den Möglichkeiten zur Entwicklung, die das Leben uns gab, und die wir ergriffen habe oder verstreichen ließen, ebenso wie aus allen Verwundungen und Beschwernissen, die zu ertragen waren, den körperlichen wie den seelischen. Was wir jetzt sind, ist das Ergebnis unserer Geschichten, unserer Biographien.

Wenn Menschen im höheren Lebensalter oftmals, wie wir sagen „in ihren Erinnerungen leben“, dann hat dies auch mit deren Wunsch nach Selbstvergewisserung zu tun. Es geht darum, in einer Lebensphase, in der vieles in Vergessenheit gerät. für sich zu wissen: „Wer bin ich?“.

Das was zu uns und zu unserem Leben gehört, verweist dabei immer auch auf unsere Gegenwart. Im Hier und Jetzt stehen wir auf dem Fundament unserer Lebensgeschichte. Was wir sind, sind wir geworden. Und was wir geworden sind, ist eine Mischung aus unabänderlichen Widerfahrnissen und unseren Entscheidungen, von Schicksal und Tat. Ist darauf die Frage „Was bleibt? gerichtet?

Natürlich gibt es auch materielle Güter, die uns für eine gewisse, unter Umständen längere Zeit zur Verfügung stehen. Wir fahren unser Auto für mehrere Jahre, haben vielleicht seit Jahren eine Eigentumswohnung oder ein Haus, ein Sparbuch, eine Rentenversicherung. Das bleibt, jedenfalls für eine gewisse Zeit. Aber fragen wir wirklich danach, wenn wir uns die existenzielle Frage stellen: „Was bleibt?“?

Auch Beziehungen könne Jahre und Jahrzehnte bestehen, manche sogar ein Leben lang. Aber selbst da ist jedem von uns klar: auch das bleibt nicht für immer. Die Frage nach dem Bleibenden ist wohl keine Frage nach dem unabänderlich Vergänglichen.

2. „Was bleibt bestehen?“

Erst einmal kann es sich allenfalls um das handeln, was jetzt (noch) da ist. Das Vergangene ist vergangen. Bestehen bleiben kann allenfalls das, was jetzt noch „gegenwärtig“ ist. Aber was ist diese Gegenwart?

Wenn etwas besteht, dann doch wohl das, was ich sehen, hören, anfassen kann. Das Bleibende ist doch das Immer-zur-Verfügung-Stehende, und wenn es so etwas überhaupt gibt, dann doch wohl im „Hier und Jetzt“, oder?

Aber das „Hier und Jetzt“, die Gegenwart, in der wir unsere Welt und alles darin mit allen Sinnen wahrnehmen und aufnehmen können, in der wir uns entscheiden und handeln können, das Heute ist morgen schon gestern – wie ein bekanntes Sprichwort lautet.

Die Geschichtlichkeit unseres Menschseins ist „ein immer auf dem Weg sein“. „Verweile doch, Du bist so schön“, wie Goethes Faust es erbittet, ist nur ein Wunsch, ohne die Möglichkeit der Erfüllung. In ihm drückt sich die Erkenntnis aus, dass nichts festgehalten werden kann. Nichts in der Gegenwart hat existenziellen Bestand. Das mag überraschen. Aber machen wir uns Folgendes klar.

Das Hier und Jetzt, liegt nur wenige Sekunden zwischen Vergangenheit und Zukunft, wie Psychologen meinen. Der Philosoph Ernst Bloch spricht sogar vom „Dunkel des gelebten Augenblicks“.

Das „Dunkel des gelebten Augenblicks“ fügt nach Bloch das, was aus der Vergangenheit geblieben ist und das, was zu tun und zu hoffen bleibt, zusammen, ohne dass wir es in diesem Moment unmittelbar begreifen können. Erst wenn das Jetzt zur Vergangenheit gerinnt, können wir es betrachten, beurteilen und verstehen.

Das „Jetzt“ ist kein Ort für Bleibendes, es ist ein Ort für Veränderung, gewollt oder nicht, zu kurz zum Verweilen. „Panta rhei“, „alles fließt“, wie dies der griechische Philosoph Heraklit bereits vor 2.500 Jahren formuliert hat.

Gerade im Jetzt, in der Gegenwart, wo wir die größte Stabilität vermuten, weil wir Dinge anfassen und festhalten, Menschen umarmen und lieben, aber auch verletzen und töten können, ist kein Bleibendes. Sobald wir uns des Geschehenden bewusst werden, uns ihm gedanklich zuwenden, ist es schon vergangen. Die Antwort auf die Frage „Was bleibt“ finden wir daher offenbar nicht in der Gegenwart.

3. „Was wird bleiben?“

Die Frage „Was bleibt“, verweist erstaunlicherweise und gegen jede Intuition auf das Zukünftige. Sie ist nicht sinngleich mit der Frage „Was ist da?“, sondern mit der Frage „Was wird bleiben?“

Wenn wir nach vorne schauen, drängt sich zunächst das unter Umständen harte Fundament des Vergangenen in den Blick. Es ist wie es ist und kann nicht mehr rückwirkend verändert oder verschoben werden. Als „Bleibendes“ ist es aber nur für unsere künftigen Lebens- und Handlungsmöglichkeiten von Bedeutung. Ein davon absoluter Wert kommt ihm dagegen nicht zu.

Als Ausgangspunkt vorwärts in unserer Lebensgeschichte begründet es Möglichkeiten für die Zukunft. Diese Möglichkeiten beinhalten einen mehr oder weniger offenen Entwicklungshorizont, und zwar sowohl aus guten als auch aus prekären Lebensumständen. Dies ist kein billiger Trost, sondern unsere menschliche Lebenswirklichkeit.

Was geblieben ist, das ist einerseits das Konkrete „Es ist wie es ist“. Wenn ich in der Vergangenheit geschlemmt habe, bleiben die überflüssigen Pfunde und der Bauch, wenn ich Suchtmittel genossen habe und süchtig geworden bin, bin ich es möglicherweise noch jetzt. Wenn ich gestern noch schön, reich, gesund und beliebt war, bin ich es wahrscheinlich auch heute noch; ebenso, wenn ich arm, krank und einsam war. Deswegen hat Kohelet keineswegs recht, wenn er meint, dass alles Vergangene nur ein „Windhauch“, nur „Schall und Rauch“ ist. Die Vergangenheit kann ein harter Boden sein, aber sie ist eben immer auch eine Startrampe.

Andererseits ist, auch wenn das Fundament aus Verletzungen, Ängsten, Süchten und persönlicher Schuld besteht, ein Start in die Zukunft in verschiedenen Richtungen möglich. Auch im Sinne dessen, was Christen Umkehr nennen.

Ich möchte dies anhand einer Geschichte aus der Bibel verständlich machen:

Schriftgelehrte und Pharisäer brachten eine Ehebrecherin zu Jesus, damit dieser ein Urteil über sie fällen solle. Nach jüdischem Gesetz stand die Todesstrafe auf ihr Vergehen. Jesus widersprach dem Gesetz nicht, forderte aber die aufgebrachte Menge mit den Worten heraus: „Der, der unter Euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“. Daraufhin gingen bekanntermaßen alle unverrichteter Dinge davon. Nur die Frau blieb zurück mit Jesus. Mit ihrer Schuld, mit ihrer Vergangenheit, ihrem harten Fundament. Jesus sagte zu ihr: „Auch ich verurteile Dich nicht. Geh und sündige in Zukunft nicht mehr“.

Die biblische Sünderin wird höchstwahrscheinlich trotz dieses „Freispruches“ zunächst auch weiterhin mit der Verachtung und Ausgrenzung durch ihr soziales Umfeld zurechtkommen müssen. Es ist das hartes Fundament für ihr weiteres Leben. Aber was auch und vor allem bleibt, ist, dass sie die Chance hat, die Dinge neu und anders anzupacken, sich gegebenenfalls auch wieder Achtung und Anerkennung bei anderen zu verschaffen. Die Vergebung Jesu schafft einen unerwarteten Entwicklungsraum für die Frau, die nur kurze Zeit vorher sich sogar dem Ende ihres Lebens gegenübersah.

Was bleibt, ist daher eine Frage, die uns auf  die Perspektive in Richtung Zukunft verweist. Das Vergangene ist als Erlebnis vergangen, aber noch immer unser Fundament. Dieses Fundament, unseren Ausgangspunkt, können wir nicht mehr rückwirkend ändern, aber wie unsere Zukunft aussehen soll, können wir beeinflussen.

Die Gegenwart ist zwar die Zeit der Veränderung, die aber in Richtung der persönlichen Zukunft geplant und entworfen sein muss.

Wahr ist allerdings, dass einige dafür noch viele Lebenschancen und eine lange Lebenserwartung zur Verfügung haben, andere dagegen nur Weniges von beidem, im Einzelfall vielleicht sogar nur noch eine kurze Zeit zu leben.

Was bleibt, ist aber in allen Fällen die existenzielle Möglichkeit, jederzeit das Leben, solange es währt, neu ausrichten, und – aus christlicher Sicht – mit und bei Gott jeden Tag einen neuen Anfang wagen zu können. Nach christlicher Überzeugung bleibt vor Gott alles, was wir aus Liebe zu ihm und unsere Mitmenschen tun, für immer bestehen. Schätze im Himmel, die wir schon hier sammeln können, sagt Jesus. Was das ist, kann in jeder Lebenslage anders aussehen.

Habe ich noch viele Lebenschancen und bin bei guter Gesundheit kann ich noch vieles tun, was als Tat bleibt. Aber auch wenn ich nur (noch) wenige Möglichkeiten habe, kann ich Dinge tun, die etwas verändern. Ein Lächeln, ein gutes Wort und Verständnis für andere als eine Ermutigung für entmutigte oder Stärkung für verängstigte Mitmenschen.

Das bleibt, fließt selbst in das Fundament der dadurch aufgebauten und veränderten Menschen, in ihre Familien, ihr soziales Umfeld, vielleicht sogar der gesamten Menschheit ein, und in deren Erinnerung an einen liebevollen Menschen, der ihnen zur Seite stand und geholfen hat.

Alles andere können wir nicht festhalten, müssen es früher oder später loslassen. Reichtum, Einfluss, Geld, Ruhm und Ehre ohnehin. Ein „Windhauch“, wie Kohelet sagt.

Ich möchte daher einen Wechsel der Blickrichtung dahin vorschlagen, die Frage „Was bleibt?“ nicht rückschauend, sondern vorwärtsblickend zu stellen und zu beantworten.

Was für uns Christen und darüber hinaus für jeden Menschen, der sich für die Botschaft Jesu öffnen kann, zu guter Letzt bleibt, ist die Perspektive Ewigkeit, nach der sich alle Menschen sehnen. Nicht in vergangenem Reichtum oder Ruhm, nicht im Hier und Jetzt, sondern in bleibender Gemeinschaft mit Gott, unserem Schöpfer und Herrn. „Was bleibt, ist das Angebot Gottes, das Angebot, das Angebot der jederzeitigen Umkehr, der Vergebung für unsere Fehltritte und das Angebot bedingungsloser Liebe.

„Was bleibt?“ – Wir werden es herausfinden, wenn wir uns mit Gott auf den Weg machen.

Was bleibt?“ – Wir werden es nur herausfinden, wenn wir uns auf den Weg machen.

Amen

Nun aber bleiben Glaube, Liebe, Hoffnung: ein Video von lieben Menschen aus unserer Gemeinde

Liebe ist das, was uns als Kirchengemeinde trägt: Gottes Liebe und die Liebe untereinander. So haben viele liebe Menschen aus unserer Laufer Evangelischen Kirchengemeinde diesen wunderschönen Text von Paulus über die Liebe gelesen: das Hohelied der Liebe aus 1.Korinther 13.

Viel Freude beim Anschauen und Zuhören!

Ein kleiner Gruß zum Valentinstag. =)

anker|zellen – Bibelteilen auf ZOOM

Neue Bibel-Gruppen im Internet: Ankerzellen.de

Bibelteilen. Miteinander und von überall. Zu jeder Zeit.

Im Lockdown suchte ich nach Möglichkeiten, wie wir Christen uns über eine Videokonferenz treffen könnten. Da stieß ich auf die „Ankerzellen“. Der Begriff gefiel mir gleich.

ANKER: Ein fester Termin in der Woche ist ein Anker in der formlos dahinfließenden Zeit mit weniger Kontakt. ZELLEN: wenn es gut ist und von Gottes Geist inspiriert, werden diese Zellen wachsen und sich teilen. Entwickelt wurde dieses Konzept durch Pfarrer Jens Stangenberg von der Zellgemeinde Bremen.

anker|zellen

Das Bilden einer Ankerzelle
In einem ersten Schnupper-Treffen finden sich Interessierte zusammen. Dieses Treffen dauert in der Regel knapp eine Stunde. Zu Beginn des Treffens gibt es einführende Erklärungen. Dann durchläuft die Gruppe probeweise einen Anker-Zyklus. Am Ende ist noch Zeit für Rückfragen. Wenn es bei diesem ersten Treffen ausreichend Interesse gibt, startet in der darauffolgenden Woche die neue Ankerzelle. Für einen Start sollten es möglichst vier Personen sein. Bei dem ersten regulären Anker-Treffen orientieren wir uns dann an der 40 min Zeitbegrenzung. Gut wäre es, wenn die Teilnehmenden nach den ersten zwei bis drei Treffen entscheiden, ob sie für die nächste Zeit fest zur Ankerzelle dazugehören möchten. Stabile Ankerzellen finden einmal pro Woche statt. Die Teilnahme ist (möglichst) verbindlich und sollte nur in seltenen Fällen ausgesetzt werden. Durch das flexible Online-Format kann man von nahezu jedem x-beliebigen Ort daran teilnehmen. Man kann eine Gruppe jederzeit wieder verlassen. Schön wäre es allerdings, wenn man für eine gewisse Zeit stabil zusammenbleibt.

EINLADUNG zum Ankern: Schnuppertreffen und kurze Einführung: Dienstags | 8:00 – 8:40 Uhr  mit Pfarrer Jan-Peter Hanstein.

Über lauf-evangelisch.de/ankerzellen kannst du dich auf ankerzellen.de registrierenund erhältst dann die Einladung für das Zoomtreffen. Natürlich kannst du auch in einer ganz anderen Ankerzelle starten! Pfarrer Jan-Peter Hanstein

Gospelkonzert Black & White am 22. März 2022

Das geplante Konzert vom Dienstag, 24. März 2020, mit dem Laufer Gospelchor „Vocal Sound Of Praise“ und Deborah Wood musste leider aufgrund der Corona Pandemie entfallen. Nun steht der neue Termin für die Konzert-Tournee fest. Am 22.3.2022 wird Deborah Wood gemeinsam mit unserem Gospelchor “Vocal Sound Of Praise” unter der Leitung von Silke Kupper nun endlich das Konzert feiern.

Bereits gekaufte Karten behalten selbstverständlich ihre Gültigkeit. Falls Sie die Karten jedoch zurückgeben möchten, wenden Sie sich bitte an das Gospelbüro Köln Kontakt (blackandwhitegospel.de)

Buchtipp

von Petra Dechent für Herzenssache: Leih’ mir dein Ohr und ich schenk’ Dir mein Herz von Sabine Bösel und Roland Bösel.

Zitat Klappentext : „Eine Beziehung ist nicht zu Ende, wenn eine Krise ausbricht. Im Gegenteil. Jedes Paar trägt alle Qualitäten in sich, um glücklich und leidenschaftlich zu lieben und zu leben.“

Ein praxisnahes Buch mit vielen Tipps. Zu bestellen in der Alpha Buchhandlung!

Marriage Week 7.–14.2.

Vom 07.–14.02.2021 findet die Marriage-Week, als „Woche der Ehepaare“, mit einem vielseitigen Programm statt.
Mehr Infos findet ihr unter www.marriage-week.de

zwischenRÄUME – Ökumenische Alltagsexerzitien 2021

Auch in Zeiten der Corona-Pandemie: Gestalten Sie die Fastenzeit ganz bewusst und gönnen Sie sich Zeit für sich und mit Gott!
Die Teilnehmenden nehmen sich täglich (ca. eine halbe Stunde) Zeit für Gebet und Betrachtung. Einmal in der Woche treffen sie sich zum Austausch über ihre Erfahrungen. In Abhängigkeit von der Infektionslage finden die Gruppentreffen online über Zoom statt oder – falls das bis dahin möglich sein sollte – im Pfarrzentrum von St. Otto.

Unter dem Titel zwischenRÄUME laden die fünf Wochen der Exerzitien ein, sich mit diesem Thema zu beschäftigen:

zwischenRÄUME. Ökumenische Alltagsexerzitien 2021
  • 1. Woche: Gott? Im Raum dazwischen!
  • 2. Woche: Weiter Raum.
  • 3. Woche: Zwischen allen Stühlen.
  • 4. Woche: Zwischen Gott und mir – sich Nähe gefallen lassen.
  • 5. Woche: Zwischen Himmel und Erde.

Es kostet 6,50  Euro und kann auch ohne Teilnahme an den Gruppentreffen bestellt werden.

Geplante Termine für die Gruppentreffen:
 jeweils Dienstag, 19.15 online (Der Link wird an die Teilnehmer verschickt)  oder im  katholischen Pfarrzentrum St. Otto
(23.2.., 2.3., 9..3., 16.3. 23.3., 30.3)

Anmeldung / Bestellung der Bücher bis 10.2. 2021 in den Pfarrbüros oder direkt bei
Gertrud Bohrer –
Holger Wielsch