500 Jahre: erste Lutherbibel!

Auf den Tag genau das 500. Jubiläum feierte der erste Teil der deutschen Lutherbibel: Am 21. September 1522 wurde das “September-Testament” veröffentlicht. Luther hatte das Neue Testament auf der Wartburg in nur gut 2 Monaten aus dem griechischen Urtext in gutes Deutsch übersetzt und seitdem immer wieder verfeinert.

Dies war in der damaligen katholischen Kirche ein revolutionäres Ereignis! Zwar gab es zuvor schon einzelne Bibelteile auf Deutsch. Doch erst durch Sprach-Genie Luther hat sich Gottes Wort in Erstauflage von 3000 Exemplaren in ganz Deutschland verbreitet – und wurde stilbildend für ein einheitlich verständliches Frühneuhochdeutsch.

Anmerkung von Pfarrer Thomas Hofmann: Wenn ich in diesen Tage die Zeit finde zu einer Video-Aufnahme, lade ich mein Luther-Gedicht von 2017 auf YouTube hoch, das seinerzeit das Laufer Publikums-Voting bei der Poetry-Slam-Kategorie “Luther” gewann (Alle Rechte: (c) 2017, Pfarrer Thomas S. Hofmann), aber hier schon einmal mein Text:

Klar, als lutherischer “Paster” fall ich durch das Slammer-Raster,

weil Ihr viel mehr Übung habt, technisch mich vom Acker schabt.

Liebe Leut, ma’ sollt’s net maana, heut tritt an a Lutheraner,

einer, der die Botschaft liebt, und der Gott die Ehre gibt.

Heuer wern’s 500 Jahr, dass – was bitter nötig war –

Luther nahm Papier und Hammer, denn: “Beim Ablasshandel kammer

nimmer zuschaun tatenlos!”, damals war der Irrtum groß

und das Elend obendrein in den Herzen, groß und klein.

Martin Luther schreibt dagegen an, und das der Wahrheit wegen,

nagelt 95 Thesen, dass es alle Leute lesen,

mutig dran ans schwarze Brett, an der Kirchentür steht fett:

Wenn únser Herr und Meister spricht:  „Tut Buße“, meint er wahrlich nicht,

dass wir Ablassbriefe kaufen   und auf Knien die Stufen laufen,

sondern dass das ganze Leben   sei für Gott und Mensch gegeben.

Damals ein bahnbrechend‘ Werk   an der Tür in Wittenberg.

Oder, wie es sagen Slammer, diese Tat, die war  „the hammer“.

Was heut mancher glatt verpennt, is:  WIE kam Luther zur Erkenntnis,

dass Jesus ihm Gnade schenkt, wenn man glaubend an ihn denkt?

Hat‘s entdeckt im Bibellesen, SO ist er von Angst genesen

und vom únruhigén Gewissen, nicht nur hoffen, man darf‘s WISSEN,

dass uns Gott die Schuld vergibt    und uns unbegreiflich liebt!

Denn in Römer 1, Vers 17, liest er, was ihm lieb, stehn:

Die Gerechtigkeit vor Gott kommt aus Glauben, kommt von Gott!

Was Gewissheit uns erlaubt: Angenommen ist, wer glaubt.

Ich dacht‘, die Tür geht mir auf – des Paradieses

Ja, die Tür geht mir auf – als ich las dieses,

ja, die Tür geht mir auf – des Paradieses,

und es fuhr mir so rein, hey, der Himmel ist mein,

alle Zweifel zu klein für den Herrn, der mich liebt aus Gnade!

Wer sich Jesus anvertraut, glaubend auf den Heiland baut,

dem wird so das Heil geschenkt   und der Weg zu Gott gelenkt.

Nicht mit allen guten Werken,   Leute, bitte tut’s euch merken,

kann den Himmel man verdienen, nein, denn Jesus schenkt es Ihnen!

Nichts und niemand kann es rauben    denen, die von Herzen glauben.

Dieses Glück selbst zu erleben, will uns Gott noch heute geben.

Was in Römer steht 1, 17, das gilt auch noch 20-17!

Das zu glauben, war genug, daher kennt man diesen Spruch:

„Gottes Wort und Luthers Lehr’ vergehen nun und nimmer mehr.“

Luther hätt ja sagen können: “Was ich fand, will ich nicht gönnen

Allen andern, Jungen, Alten, denn ich will’s für mich behalten.”

Nein, der Martin war getrieben   ganz von Jesu Christi Lieben,

Hey, das müssen ALLE wissen, doch die Mittel warn besch…eiden.

S‘gab noch keine deutsche Bibel, die was taugt, und ihm wurd‘  übel,

als er sah, wie unbekannt    war, das da darinnen stand.

Doch das Heil erkennt man dort, ganz allein in Gottes Wort.

Unsanft auf ein Pferd gezerrt, auf der Wartburg eingesperrt

Gut bewacht, die Heimat weit,   nutzt der Luther diese Zeit.

Mit Decknamen „Junker Jörg“   macht er sich sofort ans Werk:

Übersetzt ganz eloquent   er das Neue Testament.

Hat dem Volk aufs Maul geschaut, lange an dem Stift gekaut,

bis die Formulierung passte, was er da in Worte fasste.

Mancher Satz, den Luther schrieb, eine Redewendung blieb,

noch bis heute kennt man sie. Luther war ein Sprach-Genie!

Kam ihm mancher gar zu römisch, konnt’ er werden auch polemisch,

und – da juckt die Wimper mich – nicht mit Worten zimperlich.

Kommt uns mancher Satz recht herb oo,  galt doch: „sine vi sed verbo“

“Mit dem Wort, nicht mit Gewalt”, Gottes Reich gewinnt Gestalt.

Einmal, sage ich mit Bangen, Luther ist zu weit gegangen,

schwer enttäuscht und krank und bitter   rutscht ihm raus ein Wortgewitter:

„Von den Jud’n und ihren Lügen“, dem ist nichts hinzuzufügen.

Zwar will er nicht an Leib und Leben, und trotzdem krieg ich Magenheben.

Diese 18 schlimmen Seiten kann und will ich nicht bestreiten,

aber denk dran – Seiten-Hieb! – , dass Luther 50.000 schrieb!!

Unter ganzen Büchermetern ist sein abfälliges Zetern

eher eine Randnotiz. Deshalb finde ich’s nen Witz,

wenn man diffamiert den Luther! “Ethisches” Kanonenfutter!

Über solche Ehr-Abreißer, Besserwisser und Klugsch…wätzer

kriege manchmal so `ne Wut ich:   Wärt ihr heut mal halb so mutig!

Rechte, Linke, Islamisten   schmähen Jud’n, als wenn sie wüssten,

dass kaum einer regt sich auf. Judenhass nimmt seinen Lauf.

Heute musst du kaum was wagen, kannst die freie Meinung sagen.

Doch wird vieles heut versteckt, bleibt politisch bloß korrekt.

Vieles, was uns klingt zu hart, war halt damals „state of art“,

meint ja nicht mehr heut den Papst – Franzískus, wie mein Herz du labst!

Mittlerweil’ sind die “Katholen” fast dabei, zu überholen

uns in Sachen Bibeltreue. Und ich sage es aufs Neue,

dass in Lauf die Ökumene    ist `ne enge, reiche, schöne.

Die Ehe, wie die Forschung zeigt, hat ihn spät erst überzeugt.

Ging das Werben und das Haus   eher von der Käthe aus.

Doch der Martin, frisch vermählt,   hat mal einem Freund erzählt,

dass die Freuden überwiegen, seit im Bett zwei Zöpfe liegen.

Schwärmt von ihrem Körperbau: „Ich schlaf oft mit `ner schönen Frau“.

Doch dabei meint er nur sie, untreu waren sie sich nie.

Luther sagte oft: was täte ich denn ohne meine Käthe?

Chefin, Mutter, Bäuerin,    Kochen, Bierbraun, Kind erziehn

Sechs eigene und Pflegekinder,   Knechte, Mädge, Schweine, Rinder,

Oft auch Streitigkeiten schlichten,  den depressiven Mann aufrichten,

ständig Angst, es nehmen “Cops”    ihren Ehegatten hops.

Eigentlich das Luther-Jahr    ehrt das Luther-Ehepaar.

Aber was die Hauptsach’ ist:  Alle Ehre Jesus Christ,

dass am letzten vom Oktober    nicht das ganze Fest-Zinnober,

sondern Gott im Mittelpunkt, der in unsre Herzen „funkt“:

Glauben, Hoffen, Beten, Lieben,  dass wir nicht dieselben blieben,

sondern uns verwandeln lassen    von dem Gott, der nicht die Massen,

sondern jeden einzeln sieht, liebend an sein Herz uns zieht.

Das ist Reformation, wenn nicht nur als Unterton,

wenn vom Bischof bis zum Kind   wir Nachfolger Jesu sind –

und je länger, desto mehr,   jeder Christ ein “Luther” wär.

Christuskirche Lauf: Volle Kirche, viele Ehrenamtliche, gut geklicktes Online-Angebot. Ein Artikel im SONNTAGSBLATT

SONNTAGSBLATT BAYERN, Timo Lechner

So geht Kirche der Zukunft. abgerufen am 10.9.2022

Es gibt Gemeinden, die modernisieren ihre Kirche aufwendig, um möglichst viele Menschen zu erreichen. In der Laufer Christuskirchengemeinde sind die Leute aber schon da: Bei fast jedem Gottesdienst predigt Pfarrer Hofmann vor vollem Haus.

Tauffest 2019 in der Christuskirche

In der Christuskirche “links der S-Bahn” spielt sonntags keine Orgel, sondern eine Band. Liedtexte werden auf eine Leinwand gebeamt.

Jahrzehnte bevor der Reformprozess “Profil und Konzentration” von der Landessynode für die evangelische Kirche in Bayern beschlossen wurde, hat man sich in Lauf an der Pegnitz bereits auf den Weg gemacht und Profile für die Kirchen festgelegt.

Im Falle der Christuskirche ist klar: Hier spielt sonntags keine Orgel, sondern eine Band. “Gesangbücher bleiben auch draußen, Liedtexte werden auf eine Leinwand gebeamt”, erklärt Pfarrer Jan-Peter Hanstein, der seit sieben Jahren Pfarramtsleiter in Lauf ist.

Rund 30 Ehrenamtliche helfen bei einer Veranstaltung mit

Eine Tradition, die schon kurz nach der Weihe der Kirche am 1. Advent 1971 ihren Anfang genommen hat und die seither gepflegt wird. “Es ist eine echte Mitmach-Kirche, und das seit mittlerweile drei Generationen”, meint Hanstein. Die Gemeinde sei dabei eng verzahnt mit dem CVJM Lauf, der vorwiegend mit den regelmäßigen “Lighthouse”-Gottesdiensten Akzente setzt. Gemeinsam stellt man bei Veranstaltungen zeitweise um die 30 Ehrenamtliche, die während der Feier als Lektoren oder Fürbittgestalter, Musiker oder Techniker dienen, den Kirchenkaffee oder manchmal das Mittagessen im angeschlossenen Gemeindezentrum vorbereiten.

Aus einem Pool von rund 150 Personen, die teils auch unterschiedliche Aufgaben begleiten, lässt sich schöpfen. Jane Dubrikow ist Teil des Kreativ-Teams, das die Gottesdienste mit vorbereitet. “Die Themen sind aktuell und lebensnah, man kann sich als junger Erwachsener gut damit identifizieren”, sagt die 31-Jährige, die gleich nach der Konfirmation hier “hängen geblieben” ist. Viele kämen auch durch Angebote wie Hauskreise oder Alpha-Kurse wieder in die Gemeinde und bringen sich ein.

Bis zu 6.000 Klicks für die Online-Gottesdienste während Corona

Schon 2018 begannen Überlegungen, die Fassade und deren Fenster zu sanieren und auch innen mit neuer Licht- und Klangtechnik und einer Fußbodenheizung den zeltförmigen Bau auf Vordermann zu bringen. Es sei klar gewesen, dass dies eine lohnenswerte Investition in die Zukunft ist, erklärt Pfarrer Hanstein. Corona bremste Anfang 2020 das Gemeindeleben wie allerorts aus, sorgte allerdings auch für einen gehörigen Digitalisierungsschub. Gottesdienste wurden fortan live auf Youtube gestreamt und erreichten bis zu 6.000 Klicks.

Lighthouse Gottesdienst für jüngere Menschen

Wenn die Kirchengemeinde in den kommenden Monaten viel Geld in die Hand nehmen will, um die Kirche für die kommenden Jahrzehnte technisch fit und weiter attraktiv zu machen, dann kommt nicht nur die alte Ölheizung raus und eine Fußbodenheizung rein, die über eine Wärmepumpe angesteuert wird. Allein rund 100.000 Euro sollen für Netzwerk- und Videotechnik, Saallicht und Akustikplatten ausgegeben werden. Man will den Kirchenraum auch für größere Zusammenkünfte nutzen und anderen innerhalb der politischen Gemeinde zur Verfügung stellen.

Von einem entsprechenden Antrag zur finanziellen Förderung, der von der bayerischen Landessynode im Herbst behandelt werden soll, erhofft sich der Pfarrer einiges. Allerdings könne er auch auf den Rückhalt der Gemeinde bauen. “Wir sind wohl die einzige Gemeinde in Bayern, die 2021 mehr Spenden als vor Corona erhalten hat.”

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Timo Lechner Redakteur Nürnberg | Kirche, Religion, Soziales, Kultur

ZUSAMMEN:HALT  Ökumenische FriedensDekade 2022

Vom 6. bis 16. November ist das Evang.-Luth. Dekanat Hersbruck das diesjährige Schwerpunktdekanat der Bayerischen Evangelischen Landeskirche für die Ökumenische Friedensdekade 2022 (www.friedensdekade.de).

Der zentrale Eröffnungsgottesdienst der Ökumenischen FriedensDekade findet am 6. November um 10.30 Uhr in der Christuskirche Lauf statt. Diesen Gottesdienst können Sie auch live auf „Youtube C1 Lauf“  verfolgen.

Bildrechte Ökumenische FriedensDekade e.V.

Frieden ist in diesem Jahr sicher ein besonders großes Thema, nicht nur in der Ukraine und anderen Regionen der Welt ist Friede insbesondere mit dem Thema Krieg verbunden. Gleichzeitig ist Friede aber weitaus mehr.

Er fehlt so oft in unseren Familien, in den Medien, in den Schulen und an unseren Arbeitsstätten, zwischen den Religionen.

Friede ist literarisch, musikalisch und in den bildenden Künsten vielfältig zum Thema gemacht. Friede kann gefordert und gefördert, besprochen und diskutiert, erstritten und erbeten werden.

Unter dem diesjährigen Motto „zusammen:halt“ wollen wir den vielfältigen Zugängen zum Thema Frieden einen besonderen Rahmen geben und eine Plattform für Begegnungen schaffen.

In den folgenden zehn Tagen bis Buß- und Bettag wird in zahlreichen Veranstaltungen deutlich, wie Friedensarbeit als Querschnittsaufgabe kirchlichen Handelns wahrgenommen wird.

Alle Veranstaltungen bei uns und im Dekanat finden Sie hier:

www.lauf-evangelisch.de/Friedensdekade2022

Friedensgebet der Religionen am Samstag 12. November in Lauf  

Beginn 17 Uhr in der Johanniskirche Lauf

Nach längerer Coronapause findet in diesem Jahr wieder das Friedensgebet der Religionen statt. Ein Krieg in Europa, Krisen und Klimakatastrophe machen so deutlich: Frieden und Zukunft können wir nur im Miteinander erreichen. Abgrenzungen und Überhöhungen, sei es im nationalen oder religiösen Sinn, führen in die Irre. Wir setzen auf: Zusammenhalt – ich + du = wir

Christen verschiedener Konfessionen in Lauf, Muslime und Juden wollen gemeinsam um den Frieden beten und den Zusammenhalt fördern. Das Vokalensemble St. Otto, sowie Nalan und Suleyman Benger werden das Gebet musikalisch begleiten.

Nach dem Gebet sind wir in der Laufer Moschee zur Begegnung bei Essen und Trinken eingeladen.

Am Abend des Buß- und Bettages wird um 18.00 Uhr in der Stadtkirche Hersbruck den Abschluss der Friedensdekade gefeiert.

Zum Plakat von Katherine Feldmann aus Berlin: Es zeigt eine Gruppe von Menschen, die durch leichte Verfremdung in ihrer Vielschichtigkeit und Unterschiedlichkeit gekennzeichnet sind. Kernbotschaft des Bildes: Wir sind aufgefordert, in unserer Vielfalt – egal welchen Glaubens wir sind oder welche Hautfarbe wir haben – gemeinsam für eine friedliche Welt und gegen Ausgrenzungen zum Beispiel aufgrund von Rassismus einzutreten.

Predigt von Pfarrer Hanstein, 10.7.22, Fallen, Wendungen und doppelte Böden in Joh 8 – Jesus und die Ehebrecherin

(Hier auch auf Youtube – es gilt das gesprochene Wort!)

Joh 8 Jesus und die Frau, die beim Ehebruch ertappt wurde NGÜ

2Früh am Morgen war Jesus wieder im Tempel. Das ganze Volk versammelte sich um ihn, und er setzte sich und begann zu lehren.

3Da kamen die Schriftgelehrten und die Pharisäer mit einer Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte, sodass jeder sie sehen konnte.

4Dann wandten sie sich an Jesus. »Meister«, sagten sie, »diese Frau ist eine Ehebrecherin; sie ist auf frischer Tat ertappt worden. 5Mose hat uns im Gesetz befohlen, solche Frauen zu steinigen. Was sagst du dazu?«

6Mit dieser Frage wollten sie Jesus eine Falle stellen, um dann Anklage gegen ihn erheben zu können. Aber Jesus beugte sich vor und schrieb mit dem Finger auf die Erde.

7Als sie jedoch darauf bestanden, auf ihre Frage eine Antwort zu bekommen, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: »Wer von euch ohne Sünde ist, der soll den ersten Stein auf sie werfen.« 8Dann beugte er sich wieder vor und schrieb auf die Erde.

9 Von seinen Worten getroffen, verließ einer nach dem anderen den Platz; die ältesten unter ihnen gingen als Erste. Zuletzt war Jesus allein mit der Frau, die immer noch da stand, wo ihre Ankläger sie hingestellt hatten.

10 Er richtete sich auf. »Wo sind sie geblieben?«, fragte er die Frau. »Hat dich keiner verurteilt?« – 11»Nein, Herr, keiner«, antwortete sie. Da sagte Jesus: »Ich verurteile dich auch nicht; du darfst gehen. Sündige von jetzt an nicht mehr!

Liebe Gemeinde,

nach diesem spannenden Evangelium erwartet ihr jetzt einiges. Einen guten Tatort am Sonntag Morgen. Sex and Crime. Vielleicht auch überraschende Bekenntnisse von mir als Pfarrer zum Thema Sexualität und Ehe, am besten auf Youtube abrufbar für die Ewigkeit  … aber da meine Frau es sehen könnte … 😊 Vielleicht auch eine saftige Geißelung des modernen Lebens, auch klerikal “Sodom und Gomorrha” genannt: Ehebruch, Scheidungen, Abtreibungen, Missbrauch, oder auch nur kirchliche Hochzeiten ohne Mitgliedsschein wie von unserem ach so konsequenten FDP-Vorsitzenden auf Sylt …

Aber da sind eure Erwartungen etwas hoch. Wer im Glaushaus sitzt … Noch mehr: ich würde das Thema verfehlen. Denn im Vers 6 steht:

6 Mit dieser Frage wollten sie (Schriftgelehrte und Pharisäer) Jesus eine Falle stellen, um dann Anklage gegen ihn erheben zu können.

Der Ehebruch und die beschämte, vermutlich spektakulär halbnackte Frau, die beim Ehebruch ertappt worden sein soll – das ist nur das erste Steinchen, der ins Rollen kommen soll. Die Lawine soll anschließend Jesus mitbegraben. Wir werden sehen, dass dieses Evangelium mit mehrfachen überraschenden doppelten Böden gestaltet ist, ganz wie ein richtiger guter Film.

Also nicht so primitiv wie die Sendung „Vorsicht Falle!“ warnt – Schutz vor Neppern, Schleppern, Bauernfängern; sondern mit Haken und Ösen. Ich hoffe, ihr könnt folgen.

2Früh am Morgen war Jesus wieder im Tempel. Das ganze Volk versammelte sich um ihn, und er setzte sich und begann zu lehren.

3Da kamen die Schriftgelehrten und die Pharisäer mit einer Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte, sodass jeder sie sehen konnte.

4Dann wandten sie sich an Jesus. »Meister«, sagten sie, »diese Frau ist eine Ehebrecherin; sie ist auf frischer Tat ertappt worden. 5Mose hat uns im Gesetz befohlen, solche Frauen zu steinigen. Was sagst du dazu?«

Jesus sitzt mit dem Volk im Tempel und lehrt. Er ist bereits berühmt und berüchtigt. Ein C-Promi. Sein Wort gilt schon etwas. Damals unterrichteten die Theologen fast ausschließlich mit Frage und Antwort. Viele trauten sich nicht zu fragen, denn mit jeder Frage kann man sich auch blamieren – wobei jeder selbst den Weisesten mit Fragen überfordern kann, getreu dem Motto: Ein Narr kann 1000 mehr Fragen stellen als ein Weiser beantworten kann.

Zurück zur Szene. Wir befinden uns im Tempel mit Jesus und vielen Menschen, die ihn befragen und zuhören. Ein großes Durcheinander von Menschen, die ein Ritual suchen, die nur beten möchten, Touristen, die die größte Baustelle der damaligen Welt sehen möchten sowie Lehrern, die gleichzeitig als Seelsorger und Richter fungieren.

Zu diesem Jesus kommt nun eine spezifische Gruppe: Pharisäer und Schriftgelehrte – Ich sehe demanch keinen Mob, der Lynchjustiz üben möchte, keine primitiv-islamische Taliban, die ihre Rückständigkeit mal wieder ausleben möchten, ich sehe keinen wütenden Ehemann, kurz vor einem Ehrenmord – sondern: Männer, die eine Frau benutzen, um Jesus eine Falle zu stellen. Sie bringen diese unbekannte Frau vor Jesus, um ihn äußerste Verlegenheit zu bringen:

»Meister«, sagten sie, »diese Frau ist eine Ehebrecherin; sie ist auf frischer Tat ertappt worden. 5Mose hat uns im Gesetz befohlen, solche Frauen zu steinigen. Was sagst du dazu?«

Was sagen wir dazu?

Im Strafgesetzbuch der Bundesrepublik konnte Ehebruch mit bis zu einem halben Jahr Gefängnis bestraft werden. Bis zur Abschaffung 1969 wurden immerhin 1600 Menschen deswegen verurteilt.

Gut – zu Jesu Zeiten sah das anders aus. Die Todesstrafe war eher theoretisch für jüdische Gerichten ausgeübt worden, weil das in vielen Jahrzehnten selten vorkam. Außerdem galt das jüdische Recht nur für “kleine” Vergehen. Die römischen Besatzer hatten sich das „ius gladii“, die Kapitalverbrechen mit Todesstrafe vorbehalten. In welche Falle sollte Jesus also gehen?

Ich denke, sie erwarteten nicht von ihm, dass Jesus den Richter spielen sollte. Sie haben nur gefragt: „Was sagst du dazu?“ Sie hätten auch fragen können: Willst du Richter sein? Denn jedes Urteil durfte damals nur gesprochen werden, wenn es Ankläger und Richter gab. Verteidiger waren erst Jahrhunderte später vorgesehen … die Richter hatten also eine hohe Verantwortung. Sie mussten auch die Verteidiger ersetzen.

Jesus wird also öffentlich nur um Rechtsberatung gebeten. Gleichzeitig steht Jesus im Ruf, ein Gesetzesbrecher zu sein. Speisegesetze, Sabbatgesetze, alle möglichen Gesetze hat er und seine Jünger schon übertreten. Weil plakativ gesagt – das Gesetz um des Menschen gemacht wurde und nicht umgekehrt.

Nochmal: Welche Falle wird ihm also gestellt? Ich denke, er sollte sich blamieren. Mit Drehungen und Wendungen sich in den komplizierten Gesetzen verfangen, bei der Befragung Zeugen und das Volk vor den Kopf stoßen und am Ende könnten die Schriftgelehrten und Pharisäer sagen: So einem Wirrkopf glaubt ihr? Der hat doch nichts drauf! Im schlimmsten Fall: ein Abtrünniger, er weicht von der Lehre ab – darauf stand übrigens erst recht die Todesstrafe!

Ihr wisst ja längst wie die Geschichte ausgeht.

Sehen wir genauer hin. Was sagt Jesus?

Erst einmal lange nichts. –

Nichts sagen ist auch etwas sagen, lehrt uns der Kommunikationstheoretiker Paul Watzlawick. Die gespannte Stille. Nicht immer gleich antworten, würde ich mir hinter die Ohren schreiben, der ich die Unart habe, oft Menschen zu unterbrechen, wenn ich glaube, dass ich weiß, was sie sagen wollen. Erst einmal sacken lassen. Stille in so einem aufgeheizten Atmosphäre kühlt auch ab. Immer mehr Menschen kommen und fragen sich, was da los ist. Schon weil da wahrscheinlich eine attraktive halbnackte Frau im Tempel zu sehen ist.

Vielleicht deshalb sieht Jesus nicht hin. Er möchte sie nicht beschämen, nicht ausziehen mit seinen Blicken, es reicht, was er hört. Die Justizia hat ja bekanntlich die Augen verbunden. Nicht weil sie blind ist, wie manche behaupten, sondern weil sie sich von dem äußeren Anschein nicht blenden lassen soll. Das Wort ist entscheidend, in jedem Gerichtsprozess gilt bis heute nur das gesprochene, nicht das geschriebene – besser nur das gehörte Wort. Deshalb dauern Gerichtsprozesse so lange, weil hunderte von Seiten öffentlich verlesen werden müssen.

Jesus schweigt. Und schreibt. Das einzige Mal, das wir hören, das Jesus schreibt! Wie Sokrates hat er kein einzigen geschriebenen Text hinterlassen, sondern nur im Hören und Reden gelebt, in Fragen und Antworten und Zeichenhandlungen… So ein Zeichen ist jetzt sein Schreiben.

Denn ich glaube Jesus mimt das Schreiben. Mimen heißt, er ahmt es bedeutungsvoll nach. Schriftgelehrte und Pharisäer sind da, die jedes Wort auswendig kennen.

Aber er ist vertieft wie einer, der nur schreiben will. Der nichts entscheiden muss, nur treu ist. Der schreibt sein Leben lang. Einfach die Tora abschreibt. Wie die tausenden von Mönchen, die tausende von Abschriften angefertigt haben.

Erst als es nicht mehr anders geht, richtet er sich auf, reckt sich und wagt einen Satz, der die ganze Tora zusammenfasst. Verifiziert vom jahrelangen Lesen der heiligen Worte, Murmeln und Schreiben. Redet als einfacher Schreiber, nicht wie ein Schriftgelehrter, seine Worte geben wieder, was er gelesen und verstanden hat, das ist seine einzige Vollmacht. Er spricht und interessiert sich nicht für die Folgen. Beugt sich wieder über die Worte, die ihm vorgesprochen werden und die seine Hand aufschreibt, bis seine Augen sie erfassen, die leuchtende Schrift sein Inneres erhellt und er versteht.

Diesen einen Satz “Wer ohne Sünde ist…”

Das genügt, er kann wieder weiterschreiben, er ist nicht verantwortlich für das, was geschehen wird. Die Ältesten gehen als erstes, einer nach dem anderen verschwindet. Nur sie weiß nicht, wohin. Bis er endlich auftaucht, aufrichtet und sich zu erkennen gibt. Das Spiel ist zu Ende.

So weit so einfach. Aber ich habe euch ja interessante Wendungen versprochen.

Nun ist Zeit zu bekennen, dass vielleicht manche von euch, die immer treu in ihren alten Bibel mitlesen, den Bibeln, in denen sie viele Anmerkungen, Lebensereignisse geschrieben haben – es könnte passieren, dass nun jemand diese seine eigene Bibel hochhebt und empört ruft: Herr Pfarrer Hanstein, diese Geschichte ist in meiner Bibel gar nicht drin!

Andere sagen: Und bei mir nur mit eckigen Klammern und der Anmerkung: diese Perikope ist in den ältesten Handschriften nicht zu finden und ist erst später eingefügt worden.

Vollkommen richtig. Ich lege heute mit hoher Wahrscheinlichkeit den jüngsten Text der Bibel aus. Geschrieben Jahrhunderte nach den anderen neutestamentlichen Texten. Auch innerliche Gründe sprechen dafür: Bei Johannes hätte Jesus sonst gewiss eine lange Rede gehalten.

Seltsam ist, Jesus schreibt in den Sand. Wie als würden die späten Verfasser uns darauf hinweisen, dass nicht der bleibt, der schreibt, sondern der, über den geschrieben wird …

Anmerkung: in diesem Tempel gibt es keine Steine, die geworfen werden könnten. Und es gibt auch keinen Sand. Vielleicht etwas Staub, aber da wird gleich ein Beflissener kommen und fegen, damit das Heiligtum blitzblank ist.

Nein, wir glauben nicht an die Schrift, wir glauben nicht an die historische Methode, dass das Älteste das Richtigste ist, so wichtig es ist, zu kennen, wie sich etwas zugetragen und entwickelt hat. Sonst müssten wir ja steinzeitliche Gesetze ausführen oder eben die 10 Gebote, die ein Nomadenstamm von 4000 Jahren entwickelt hat. Wir müssten Menschen töten, wegen absurdester abergläubischer Vergehen, die wir heute dann doch lieber psychiatrisch behandeln lassen.

Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben auch nicht nachgefragt: Wo steht das geschrieben? Sondern sie haben begriffen, dass Jesus die Barmherzigkeit und die Gerechtigkeit Gottes in diesen Worten perfekt zusammengefasst hat wie in dem Doppelgebot der Liebe, das ihnen bekannt war.

Die Ältesten gingen zuerst weg. Die „Presbyteroi“ auf griechisch. Die Gemeindeältesten mit Anspielung auf den Kirchenvorstand, aber auch die Ältesten, die so viel Lebenserfahrung hatten, dass sie wussten, was für Sünden sie begangen hatten, die ihnen jede Autorität zu richten nehmen würde.

Jesus fordert sie auf: Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.

Ein gewagtes Spiel. Er weiß, dass der erste Stein die anderen nach sich ziehen würde. Der erste Stein ist der schwerste.

Er kennt das Mobbing, er kennt die Zusammenrottungen von selbstgerechtesten Menschen im Internet und auf Facebook, die am liebsten vernichten, spalten und ungestraft mit Steinen werfen, oft ohne ihr absurdes Tun zu bemerken. 

VORSICHT FALLE!

Jesus rettet. Er wirft mit einem Satz ein Netz aus wie der liebende Ehemann in Werner Bergengruens Geschichte von einer Ehebrecherin. Er rettet vielleicht ein Familie. Einen Ehemann, der gar nicht befragt wurde, Kinder, die auf ihre Mutter warten und weinen. Er rettet die Würde einer Frau, deren Leben ein paar skrupellose Meinungs-Macher gefährden, nur um Jesus eine Falle zu stellen.

Jesus entgeht den Netzen der Verfolger, den Fallstricken, den üblen Nachreden und den Scherbengerichten. Er, der selbst richten könnte – nicht nur über diese arme Frau, sondern über einen jeden, der da ihn fragt: Was sagst du dazu. Auch über jeden von uns, die schon wieder die Steine in der Hand haben und mal wieder einen Shitstorm auslösen wollen. Oder aus politischen und scheinbar religiösen Machtgründen wieder Frauen Rechte und Würde nehmen wollen. Wenn Vergewaltigungen und Missbrauch auf dem Rücken von Frauen und Mädchen ungestraft bleiben und sie sogar mit den Konsequenzen leben sollen. Seht die Waisenhäuser in Rumänien an und dann wisst ihr wohin das alles führt. Aber das wäre noch eine ganz andere Predigt.

“Wer ohne Sünde ist werfe den ersten Stein.” Wenn du den Stein schon in der Hand hast – baue mit anderen ein Haus oder lege ihn auf ein Grab eines Menschen, den du verehrst, wie die Juden es tun. Gut, dass es nicht wirklich ein Grab Jesu gibt, sonst gäbe es dort nicht nur die gigantische Grabeskirche, sondern einen Steinberg, der bis zum Himmel reicht. Jesus lebt – durch diesen einen Satz.

Wer ohne Sünde ist werfe den ersten Stein.

Ein toller Satz. Jesus hat alles gesagt, was wir wissen müssen, jetzt müssen wir es nur noch tun. Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet.

AMEN.

Der angekündigte Abschied von Pfarrer Thomas Hofmann aus Lauf, erläutert von Pfarrer Hanstein

Stellungnahme der evangelischen Kirchengemeinde Lauf zu dem angekündigten Stellenwechsel von Pfarrer Thomas Lauf

Pfarrer Thomas Hofmann hat am vergangen Sonntag, den 8.7. per Videobotschaft angekündigt, die Pfarrei Nikodemuskirche in seiner Heimatstadt Bayreuth zu übernehmen. Pfarrer Hofmann folgt einem Ruf des dortigen Kirchenvorstands aus eigener Initiative, die von dem Landeskirchenrat so bestätigt wurde. Als Kirchenvorstand haben wir keine Möglichkeit mehr, darauf Einfluss zu nehmen. Diese Veränderung nach fast 20 Jahren hochengagierten Dienstes weckt starke Anteilnahme nicht nur bei Gemeindegliedern. Jetzt ist es noch nicht an der Zeit, all seine Arbeit zu würdigen – schließlich werden wir ihn und seine Familie erst im Frühjahr Mitte 2023 in allen Ehren verabschieden. Bis dahin möchte er möglichst ungestört seinem Pfarrdienst ausüben.

Pfarrer Hofmann erklärt auch seine Motivation zu wechseln. Seine Begründung lässt aber Gemeindeglieder mit weiteren Fragen zurück, die ich beantworten möchte. Ich schreibe als Kollege von Thomas Hofmann und als Sprecher des Kirchenvorstands Lauf, nicht als Dienstvorgesetzter. Das ist Dekan Schäfer in Hersbruck.

Wie kam es zu diesem Wechsel durch die Landesstellenplanung?

Verschiedentlich wurde in unserem Gemeindejournal „Blick“ wie auch in Zeitung und Medien über die „Landesstellenplanung“ der evangelischen Kirche Bayern berichtet.

Wir gehören zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Die Evangelisch-Lutherische Landessynode in Bayern ist unser Kirchenparlament, in dem VertreterInnen der Kirchengemeinde, der Werke und der Angestellten der Landeskirche demokratisch Beschlüsse fassen. Sie müssen sich mit den Realitäten in Bayern befassen und darauf reagieren.

Geburtenstarke Jahrgänge von evangelischen Mitgliedern sterben und ebenfalls geburtenstarke Jahrgänge von Pfarrern gehen zunehmend in Pension. Dazu kommen zur Zeit viele Austritte und wir verlieren so ca. 1% der Mitglieder im Jahr. Eine Gemeindestelle versorgt durchschnittlich 1700 Mitglieder. In dichter mit Evangelischen besiedelten Gebieten und großen Kirchengemeinden wie Nürnberg wird mit zwei- bis dreitausend Mitgliedern pro Pfarrstelle gerechnet. Da die Landestellenplanung bisher nur alle 10 Jahre erfolgte, wird 2024 wieder angepasst. Die Mitgliederveränderungen sind in Bayern örtlich sehr verschieden. So wachsen in Ober- und Niederbayern manche Gemeinde stark durch Zuzug von jungen Familien und die Kirche in Bayern hat dort in den letzten 10 Jahren 9 neue Kirchen gebaut. Die Veränderung des PfarrerInnen-Nachwuchses verhält sich ähnlich dem allgemeinen Fachkräftemangel und ist in keiner Weise mit dem Priestermangel in der katholischen Kirche vergleichbar. 

Die Landesstellenplanung 2024 kürzt moderat 10% der Stellen und reagiert damit auf Mitgliederschwund und verfügbaren Personal. Die Synode beschließt weist jedem Dekanat ein Stellenkontingent aus Pfarrstellen und Diakonen- bzw. Gemeindepädagogen zu.

Auch die gemeindeübergreifenden Dienste wie Jugendarbeit, Erwachsenenbildung, Kirchenmusik und Seelsorge sind in diesem Pool enthalten. In Lauf von 5 auf 4 gekürzt – eine halbe Pfarrstelle und eine halbe Diakonenstelle. Wer nachrechnet, kommt auf 20% und nicht 10% Kürzung. Das liegt am Plan des Dekanatsausschusses: gemeindeübergreifende Dienste wie die Jugendarbeit wurden verstärkt, daher werden die Kirchengemeinden 20% gekürzt.

Unser Kirchenvorstand hat dafür gekämpft, dass Lauf weniger gekürzt wird und damit argumentiert, dass die Kirchengemeinde mit Kirchenmusik, sozialen Einrichtungen und auch der Christuskirche weit über das Stadtgebiet hinauswirkt. Der Dekanatsausschuss hat aber umgekehrt argumentiert, dass Lauf organisatorisch sehr gut aufgestellt ist und schon längst in dieser größeren Einheit Synergieeffekte nutzen kann, die andere Kirchengemeinde in neuer Zusammenarbeit erst erreichen müssen. Unser Erfolg ist in diesem Prozess sogar ein Nachteil. Wir unterlagen im Dekanatsausschuss mit 2:13 Stimmen.

Pfarrer Hofmann ist in seiner Bekanntgabe darauf eingegangen, warum von vier Pfarrern mit teilweise ebenfalls langen Dienstzeiten ausgerechnet er wechseln muss. Die Kürzung erfolgt nach Kirchengemeindeordnung und nicht nach Verhalten, Erfolg oder Sozialpunkten wie in Firmen. Die Pfarrstellen wurden von 1-5 aufgebaut, die 5. Pfarrstelle haben wir vor 20 Jahren verloren, nun wird seine 4. Stelle halbiert.

Die Landeskirche sieht auch nicht gerne, dass „reiche“ Kirchengemeinden wie Starnberg oder vielleicht auch Lauf eigene Stellen finanzieren – die dort angestellten Pfarrer fehlen dann woanders. Auf Dauer ergibt das ein erhebliches Ungleichgewicht. Außerdem verlässt kaum ein beamteter Pfarrer diesen privilegierten Status. Befristete Stellen anderer Berufsgruppen wie Musiker oder Pädagogen sind leichter anzustellen und zu finanzieren. Das wird durchaus schon angedacht.

Ich möchte auch auf einen wichtigen theologischen Grund eingehen, warum Pfarrer kein Job wie jeder andere ist. 

1) Als PfarrerInnen werden wir berufen – d.h. von der Kirche und von Gott in die Gemeinden gesendet. Genau auf diesem Weg ist  Pfarrer Hofmann vor fast 20 Jahren als junger Mann in die Kirchengemeinde gekommen und verlässt sie auf diese Weise wieder. Thomas Hofmann geht der evangelischen Kirche in Bayern als guter Pfarrer nicht verloren – er folgt dem Ruf in die Nikodemuskirche nach Bayreuth und wird dort seine Sendung fortsetzen. Die Gemeinde dort freut sich darüber, während wir natürlich traurig sind.

2) Normalerweise wechseln PfarrerInnen nach dem Pfarrerdienstgesetz alle 10 Jahre die Gemeinde. Durch besondere familiäre Gründe können es 15 Jahre werden. PfarrerInnen haben die Aufgabe Menschen allein auf Christus ausrichten und nicht auf sich selbst.

Außerdem sind die neuen Impulse wichtig, die PfarrerInnen und andere Hauptamtliche aus ihren vorherigen Erfahrungen an anderen Orten mitbringen. Deswegen müssen PfarrerInnen verschiedene Stationen durchlaufen und ihre vertrauten Stellen immer wieder verlassen, um neue Erfahrungen mit Gott zu machen. Jesus ist da sogar Bayern zu klein, wenn er sagt: „Gehet hin in alle Welt …“ (Mt 28)

3) Bekannt ist:  “PfarrerInnen kommen und gehen – die Gemeinde bleibt.” Pfarrer Hofmann hat die Kirchengemeinde Lauf und besonders den C1-Gottesdienst mitaufgebaut, damit Menschen sich auf Gott verlassen. Glauben wird immer auch von Menschen vermittelt. Aber Jesus Christus bleibt, auch wenn diese Menschen uns verlassen.

Der Kirchenvorstand Lauf wird zusammen mit den Hauptamtlichen in Ruhe reagieren und in absehbarer Zeit eine neue 0,5 Stelle ausschreiben. Das Profil Christuskirche bleibt ein wichtiges Projekt der Gesamtgemeinde.

Wir sind Pfarrer Thomas Hofmann dankbar, dass er in seinem persönlichen Statement auf alle diese Faktoren hingewiesen hat. Thomas Hofmann hat für sich und unsere Kirchengemeinde in einer schwierigen Situation eine gute Lösung gefunden. Für persönliche Gespräche stehen Ihnen die PfarrerInnen und der Kirchenvorstand Lauf gerne zur Verfügung

Geschäftsführender Pfarrer Jan-Peter Hanstein

Pfarrer Thomas Hofmann: Abschied, aber erst 2023

Es fällt mir nicht leicht, es heute öffentlich zu machen: Die Stellenkürzung trifft mich, überraschend steht schon eine Stellenperspektive fest, doch lasst uns dieses gemeinsame Dreivierteljahr vor unserem Wechsel zum 2023 Gott und den Menschen dienen – und weiterhin!
Jetzt also ist es offiziell: Wie bereits berichtet, wird unsere Laufer Kirchengemeinde im neuen Landesstellenplan nicht nur von 1,0 auf 0,5 Diakonenstelle, sondern auch von 4,0 auf 3,5 Pfarrstellen gekürzt bzw. den Mitgliederzahlen angepasst.

Wen trifft es?

Zum einen kürzt die Landeskirche laut Dekan Tobias Schäfer „von hinten“, also im Laufer Fall an „meiner“ vierten der sonst gleichrangigen vier Pfarrstellen. Zum anderen sind Pfarrer Reuß und Pfarrerin Nikol-Eryazici zum Stichtag über dem Alter der (normalen) Versetzbarkeit, und Kollege Hanstein ist kürzer in Lauf als ich. Daher trifft die Stellen-Halbierung mich (Thomas Hofmann), nach mittlerweile gut 19 Jahren in Lauf.  Spätestens 30.06.2024 muss der neue Landesstellenplan umgesetzt sein, doch sollte man nicht bis zum „Ende der Ausbau-Strecke“ warten.

Welche Alternativen wurden überdacht?

  1. Das Dazu-Nehmen einer anderen halben Pfarrstelle (ob in einer anderen Gemeinde, Schule oder Seelsorgebeauftragung) hätte bedeutet, dass ich nur noch mit der Hälfte meiner Arbeitszeit in Lauf hätte arbeiten können. Dies wäre vielen Laufern schwer vermittelbar gewesen und mit realistisch „zwei ¾-Stellen“ bei meinem Anspruch an mich selbst kräftemäßig nicht „gesund“ bzw. ratsam.
  2. Mehrmals haben mir wohlhabende Mitchristen eine Spenden-Finanzierung der fehlenden halben Stelle an die Kirche angeboten und hätten diese auch verlässlich ermöglicht. Doch wollte ich nicht in den Ruf geraten, dass Menschen für „mich“ Geld sammeln. Zudem: falls kein Laufer Pfarrkollege wechselt, wäre die Spendenfinanzierung ja bis zu meinem Ruhestand nötig gewesen; und wenn in fünf bis zehn Jahren eine weitere halbe Stelle gekürzt würde, Geld für eine GANZE Pfarrstelle.
  3. So blieb mir nur die Lösung, mich langfristig nach einer anderen Gemeinde umzusehen. Ohne Selbstmitleid, aber mit Schmerz muss sich unsere Familie mit dem Gedanken an unsern Abschied von Lauf auseinandersetzen. Eine Pfarrstelle zu finden, war mir nie bange. Zahlreiche Tipps über vakante oder freiwerdende Stellen, die mich in der Nähe halten wollen, nehme ich als Kompliment.

Wann und wohin?

Hatte ich auswärtige Anfragen stets abgelehnt, kam in diese Situation der Ruf und die Bitte einer Kirchengemeinde meiner Heimatstadt, ob ich nach der baldigen Pensionierung des Noch-Inhabers die 1,0-Pfarrstelle übernehmen möchte. Weil sowohl Kirchenvorstand als auch Dekan und Regionalbischöfin nach meiner Einwilligung einstimmig die Besetzung durch mich ohne Ausschreibung beantragten, hat die Pfarrstellen-Kommission des Landeskirchenrats am Montag, 27.06. beschlossen:
Ab 1. September 2023 (!) soll ich anfangen in der Bayreuther Nikodemuskirche.
Nur wegen des Ausschreibungsverzichts ist die Perspektive so ungewöhnlich frühzeitig bekannt und erlaubt noch die Fortsetzung von Laufer Aufgaben sowie eine Fortbildungs- und Zwischenphase ab Frühjahr 2023 nach dann 20 Jahren in Lauf.

Menschlich kam uns der Gedanke: WENN schon ein Stück weg von unserm geliebten Lauf und engen Glaubensgeschwistern, dann in die Nähe unserer alten Eltern und Freunde. Doch weiß ich mich auch im Gebet, durch Winke und Verheißungen Gottes auf diesen Weg geführt, so wie 2003 hierher nach Lauf.

Ohne (zu viel) Wehmut durchstarten!

Doch NOCH BIN ICH DA! – und werde noch meinen aktuellen Konfi-Jahrgang 2023 konfirmieren. Ich lade Sie und Euch ein, dass wir noch eine gesegnete Zeit miteinander er-beten, nutzen, manche Kreise und Dienstgruppen selbstständiger machen und so vorbereiten auf die kommende Zeit. Nicht in voreilender Kürzung von Angeboten, sondern mit kostbaren Monaten voller Gemeinschaft mit Gott und mit Menschen, die uns sehr wichtig sind – und bleiben.

Bitte beten Sie mit um Gottes Führen für unsere Laufer sowie die dortige Gemeinde, auch für uns als Familie. Auch, dass die vielfältigen Aufgaben durch eine geeignete Person auf der dann halben Pfarrstelle, anteilig durch das ganze Pfarrteam sowie durch Euch engagierte Ehrenamtliche in gute Hände kommen.

Jetzt (und sicher noch öfter mal) traurig – aber noch einmal getrost in Lauf durchstartend,
Ihr/Euer Pfarrer und Glaubensbruder Thomas Hofmann mit Familie

Ein Stellungnahme von Pfarrer Jan-Peter Hanstein zu dieser Nachricht finden Sie hier.

Online-Bibellesen über 3. Joh.

Im heutigen “Bibellesen mit Pfarrer Hofmann” geht es um den kurzen 3. Johannesbrief. Heute um 19.00 Uhr, diesmal NUR online durch Ihren KLICK HIER! Natürlich können Sie dieses oder auch vergangene Bibelstunden nachhören unter demselben YouTube-Kanal.

Der 3. Johannesbrief aus der Lutherbibel 2017:

1 Der Älteste an den lieben Gaius, den ich lieb habe in der Wahrheit.
2 Mein Lieber, ich wünsche, dass es dir in allen Stücken gut gehe und du gesund seist, so wie es deiner Seele gut geht.
3 Denn ich habe mich sehr gefreut, als Brüder kamen und Zeugnis gaben von deiner Wahrheit, wie du wandelst in der Wahrheit.
4 Ich habe keine größere Freude als die, zu hören, dass meine Kinder in der Wahrheit wandeln.
5 Mein Lieber, du handelst treu in dem, was du an den Brüdern tust, zumal an fremden.
6 Sie haben deine Liebe bezeugt vor der Gemeinde; und du wirst gut daran tun, wenn du sie weitergeleitest, wie es würdig ist vor Gott.
7 Denn um Jesu Namens willen sind sie ausgezogen und nehmen von den Heiden nichts an.
8 Solche sollen wir nun aufnehmen, damit wir Gehilfen der Wahrheit werden.
9 Ich habe der Gemeinde geschrieben; aber Diotrephes, der unter ihnen der Erste sein will, weist uns ab.
10 Darum, wenn ich komme, will ich ihn erinnern an seine Werke, die er tut; denn er verleumdet uns mit bösen Worten und begnügt sich nicht einmal damit: Er selbst weist die Brüder ab und hindert auch die, die sie aufnehmen wollen, und stößt sie aus der Gemeinde.
11 Mein Lieber, nimm nicht das Böse zum Vorbild, sondern das Gute. Wer Gutes tut, der ist von Gott; wer Böses tut, der hat Gott nicht gesehen.
12 Demetrius hat ein gutes Zeugnis von jedermann und von der Wahrheit selbst; und auch wir sind Zeugen und du weißt, dass unser Zeugnis wahr ist.
13 Ich hätte dir viel zu schreiben; aber ich will es nicht mit Tinte und Feder an dich schreiben.
14 Ich hoffe aber, dich bald zu sehen; dann wollen wir mündlich miteinander reden.
15 Friede sei mit dir! Es grüßen dich die Freunde. Grüße die Freunde, jeden mit Namen.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.
Die Verwendung des Textes erfolgt mit Genehmigung der Deutschen Bibelgesellschaft. www.die-bibel.de

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10.5. Bibellesen über Glaubens-Gewissheit

Vom bloßen Meinen, Hoffen, Ahnen zur felsenfesten Gewissheit: im heutigen Bibellesen mit Pfarrer Hofmann lesen wir im 1. Johannesbrief Kapitel 5, 1-12. Sehen und hören Sie es um 19.00 Uhr im Gemeindehaus Christuskirche oder online … live oder danach durch Ihren Klick HIER!

1 Wer glaubt, dass Jesus der Christus ist, der ist aus Gott geboren; und wer den liebt, der ihn geboren hat, der liebt auch den, der aus ihm geboren ist.
2 Daran erkennen wir, dass wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten.
3 Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer.
4 Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.
5 Wer ist es aber, der die Welt überwindet, wenn nicht, der da glaubt, dass Jesus Gottes Sohn ist?
6 Dieser ist’s, der gekommen ist durch Wasser und Blut, Jesus Christus; nicht im Wasser allein, sondern im Wasser und im Blut; und der Geist ist’s, der das bezeugt, denn der Geist ist die Wahrheit.
7 Denn drei sind, die das bezeugen:
8 der Geist und das Wasser und das Blut; und die drei stimmen überein.
9 Wenn wir der Menschen Zeugnis annehmen, so ist Gottes Zeugnis größer; denn das ist Gottes Zeugnis, dass er Zeugnis gegeben hat von seinem Sohn.
10 Wer an den Sohn Gottes glaubt, der hat dieses Zeugnis in sich. Wer Gott nicht glaubt, der macht ihn zum Lügner; denn er glaubt nicht dem Zeugnis, das Gott gegeben hat von seinem Sohn.
11 Und das ist das Zeugnis, dass uns Gott das ewige Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn.
12 Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.
Die Verwendung des Textes erfolgt mit Genehmigung der Deutschen Bibelgesellschaft.

www.die-bibel.de

Gottes Kind sein

Dieses Geschenk entfaltet Pfarrer Thomas Hofmann im aktuellen Bibellesen am 29.3. über 1. Johannesbrief 3. Seien Sie live dabei oder hören Sie es nach durch Ihren Klick HIER.

Das heutige Kapitel, je nach dem, wie weit wir kommen 🙂

1 Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch! Darum erkennt uns die Welt nicht; denn sie hat ihn nicht erkannt.
2 Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen: Wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.
3 Und jeder, der solche Hoffnung auf ihn hat, der reinigt sich, wie auch jener rein ist.
4 Wer Sünde tut, der tut auch Unrecht, und die Sünde ist das Unrecht.
5 Und ihr wisst, dass er erschienen ist, damit er die Sünden wegnehme, und in ihm ist keine Sünde.
6 Wer in ihm bleibt, der sündigt nicht; wer sündigt, der hat ihn nicht gesehen noch erkannt.
7 Kinder, lasst euch von niemandem verführen! Wer die Gerechtigkeit tut, der ist gerecht, wie auch jener gerecht ist.
8 Wer Sünde tut, der ist vom Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang an. Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.
9 Wer aus Gott geboren ist, der tut keine Sünde; denn Gottes Same bleibt in ihm, und er kann nicht sündigen; denn er ist aus Gott geboren.
10 Daran wird offenbar, welche die Kinder Gottes und welche die Kinder des Teufels sind: Wer die Gerechtigkeit nicht tut, der ist nicht von Gott, und auch, wer seinen Bruder nicht lieb hat.
11 Denn das ist die Botschaft, die ihr gehört habt von Anfang an, dass wir uns untereinander lieben sollen,
12 nicht wie Kain, der von dem Bösen stammte und seinen Bruder umbrachte. Und warum brachte er ihn um? Weil seine Werke böse waren und die seines Bruders gerecht.
13 Wundert euch nicht, Brüder und Schwestern, wenn euch die Welt hasst.
14 Wir wissen, dass wir aus dem Tod in das Leben hinübergegangen sind; denn wir lieben die Brüder. Wer nicht liebt, der bleibt im Tod.
15 Wer seinen Bruder hasst, der ist ein Mörder, und ihr wisst, dass kein Mörder das ewige Leben bleibend in sich hat.
16 Daran haben wir die Liebe erkannt, dass Er sein Leben für uns gelassen hat; und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen.
17 Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat und sieht seinen Bruder darben und verschließt sein Herz vor ihm, wie bleibt dann die Liebe Gottes in ihm?
18 Meine Kinder, lasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit.
19 Daran erkennen wir, dass wir aus der Wahrheit sind, und können vor ihm unser Herz überzeugen,
20 dass, wenn uns unser Herz verdammt, Gott größer ist als unser Herz und erkennt alle Dinge.
21 Ihr Lieben, wenn uns unser Herz nicht verdammt, so reden wir freimütig zu Gott,
22 und was wir bitten, empfangen wir von ihm; denn wir halten seine Gebote und tun, was vor ihm wohlgefällig ist.
23 Und das ist sein Gebot, dass wir glauben an den Namen seines Sohnes Jesus Christus und lieben uns untereinander, wie er uns das Gebot gegeben hat.
24 Und wer seine Gebote hält, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Und daran erkennen wir, dass er in uns bleibt: an dem Geist, den er uns gegeben hat.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.
Die Verwendung des Textes erfolgt mit Genehmigung der Deutschen Bibelgesellschaft.

Wahrer Trost (Predigt)

Die Predigt am 27.3. in der Kunigundenkirche hielt Pfarrer Thomas Hofmann über Trost. Sie können sie nach-hören und -sehen durch Ihren Klick HIER.

Der Bibelabschnitt zur Predigt lautet:

2. Korinther 1,3-7:

3 Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes,

4 der uns tröstet in aller unserer Bedrängnis, damit wir auch trösten können, die in allerlei Bedrängnis sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott.

5 Denn wie die Leiden Christi reichlich über uns kommen, so werden wir auch reichlich getröstet durch Christus.

6 Werden wir aber bedrängt, so geschieht es euch zu Trost und Heil; werden wir getröstet, so geschieht es euch zum Trost, der sich wirksam erweist, wenn ihr mit Geduld dieselben Leiden ertragt, die auch wir leiden.

7 Und unsre Hoffnung steht fest für euch, weil wir wissen: Wie ihr an den Leiden teilhabt, so habt ihr auch am Trost teil.

Leider brach kurz vor Predigtende die Kamera ab. Am Ende sprachen wir gemeinsam die berühmte 1. Frage (das Trost-Bekenntnis) vom Heidelberger Katechismus:

Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben?

Dass ich mit Leib und Seele,

beides, im Leben und im Sterben,

nicht mein, sondern meines getreuen

Heilands Jesu Christi eigen bin,

der mit seinem teuren Blut

für alle meine Sünden vollkömmlich bezahlt

und mich aus aller Gewalt des Teufels erlöst hat
und also bewahrt, dass ohne den Willen meines Vaters im Himmel kein Haar von meinem Haupt kann fallen,

ja auch mir alles zu meiner Seligkeit dienen muss.

Darum er mich auch durch seinen

Heiligen Geist des ewigen Lebens versichert

und ihm forthin zu leben von Herzen willig und bereit macht.