Leider kein Kabarett, aber Gottesdienst

Gern hätte ich Ihnen am 12.2. noch einmal Kabarett geboten. Doch aus gesundheitlichen Gründen wird es ein schöner, moderner “Normal”-C1-Gottesdienst vor Ort und online, durch Ihren KLICK HIER.

Seit vor Weihnachten bekomme ich grippale Infekte nicht ganz los und kam daher nicht zu den nötigen Ausarbeitungen der zahlreich vorhandenen Kabarett-Ideen. Zudem hatte ich mir nächstes Wochenende zum Schreiben und Proben freigehalten, doch eine verschobene Konfirmanden-Freizeit ging dienstlich vor und war nur hier terminierbar.

So bitte ich Sie und Euch herzlichst um Verständnis und möchte hoffentlich bald wieder bei vollen Kräften in Lauf Gott und den Menschen dienen, bis ich im August nach Bayreuth wechsle. (Wie berichtet: Die Anpassung der Laufer Pfarrstellen von 4 auf 3,5 trifft mich, weil zwei aus dem Pfarrteam über der Altersgrenze der normalen Versetzbarkeit sind und einer kürzer da als ich.)

Gottes Segen wünscht

Ihr Pfarrer Thomas Hofmann

passion:piano KLAVIERKONZERT KILIAN LANGRIEGER

Samstag 11. Februar, 19.30 Uhr, St. Jakob, Breslauer Str. 21

Kilian Langrieger  ©Foto Michael Vogl

Johann Sebastian Bach: Präludium und Fuge in C-Dur, c-Moll, f-Moll, a-Moll

Wolfgang Amadeus Mozart: Sonate Nr. 12 in F-Dur, KV 332

Frédéric Chopin: Sonate Nr. 3 in h-Moll, op. 58

Eintritt 20€. Jugendliche und Kinder frei.

Vorverkauf im Evang. Pfarramt Lauf und an der Abendkasse

Dem jungen Virtuosen am Bechstein-Flügel können Freunde der Musik aus nächster Nähe beim Spiel zusehen und zuhören. Mit Bach, Mozart und Chopin erklingt Musik von drei der genialsten Komponisten, die jemals auf der Erde gelebt haben. Nur wenige Menschen haben so viel Schönheit auf die Welt gebracht wie sie.

An der Sammlung „Wohltemperiertes Klavier“ arbeitete Bach mehr als 20 Jahre und sie wurde von Hans von Bülow einmal als das Alte Testament der Klavierliteratur bezeichnet. Es ist ein Monument und stellt große Herausforderungen an ziemlich jeden Bereich des Klavierspiels. Daraus erklingen vier Präludien und Fugen (C-Dur, c-Moll, f-Moll, a-Moll).

Es folgt die Sonate in F-Dur von Mozart (KV 332), die zu den schönsten und gleichzeitig schwierigsten Sonaten von ihm zählt. Visionäre Ideen sind zu hören, die den Verlauf der Musikgeschichte entscheidend geprägt haben.

Außerdem steht die letzte Sonate op. 58 in h-Moll von Chopin auf dem Programm. Dieses abgründige halbstündige Werk bringt Pianisten an ihre emotionalen und physischen Grenzen. Der erste Satz ist äußerst episodisch und ideenreich, das Scherzo zeigt besonders die Chopinsche Noblesse und Brillanz, der dritte Satz erinnert an ein Nocturne und das Finale schließt das Werk dramatisch und höchst virtuos ab.

Kilian Langrieger, Jahrgang 1999, erhielt eine gediegene Musikausbildung am Gymnasium der Regensburger Domspatzen. Parallel dazu spezialisierte er sich auf das Klavierspiel und war von 2014 bis 2018 Schüler von Professor Karl Betz und von Halina Siedzieniewska-Alberth in München. 2018 begann er ein Klavierstudium am Konservatorium F. A. Bonporti in Trient/ Italien bei Prof. Massimiliano Mainolfi. Weitere Impulse empfing er durch verschiedene Meisterkurse, u. a. in Brescia/ Italien. Das junge Talent konzertierte bereits erfolgreich in Riva del Garda, Arco und in der Philharmonie von Trient. Langrieger errang mehrfach erste Plätze bei „Jugend musiziert“ und einiger internationaler Klavierwettbewerbe (in Padua, Oleggio und Neapel). 2018 erschien seine erste Solo-CD.

Im Oktober 2022 hat Kilian Langrieger seine Trienter Studien in einem öffentlichen Konzert (Laurea) und dem Bachelor mit Maximalpunktzahl abgeschlossen. Er lebt in München. Seine Solokonzerte der letzten Jahre riefen ebenso bei den Zuhörern wie der Fachpresse begeisterte Reaktionen hervor.

Die neue Reihe passion:piano :: st. jakob bietet Ihnen Musik im ansprechenden Ambiente von St. Jakob, einem modernen Ort der Gemeinschaft und des Gebets. In St. Jakob präsentieren professionelle KünstlerInnen wunderbare Stücke aus ihrem Repertoire am Bechstein-Flügel. Begleitet z.B. von einem Akkordeon, einem Cello, einer Geige, der Stimme einer Sopranistin, einer Tänzerin oder ganz allein, kann das Piano mit Passion gehört werden und Kunst uns beflügeln.
 

Jesaja 40, 1-8 Rudolf Landau

11.12.1988 3. Advent in Neunkirchen am Brand

FIDELIO, Seebühne Bregenz 1995 copyright Bregenzer Festspiele

Diese Predigt habe ich selbst gehört 1988 als junger Theologiestudent und ich habe sie nie vergessen. Was soll ich predigen? Was kann ich predigen? Wie soll ich je besser predigen als mein freundlicher Lehrmeister Rudolf Landau, der in unserer Kirchengemeinde wohnte und versuchte, in Erlangen über die “Christologie der heutigen Predigt” zu habilitieren. Wer seine Predigt hört, wird verstehen, warum er sich nach einiger Zeit angeödet von der lauen Christologie seiner Zeitgenossen von diesem Thema abwendete… JPH 2022

Liebe Gemeinde! Auch über das von Erdbeben und Kriegen und vom Flugzeugabsturz verwüstete Land ruft es:

Tröstet!

Auch über die Rätsel menschlicher Not und über die Dunkelheiten und Ängste eines Menschenherzens ruft es:

Tröstet!

Alle, alles ist umfangen von diesem Ruf, der eine Wendung, um­ greifend und wohltuend, ansagt. Anfang und Ende umgreift er, Thema gibt er: Tröstet!, und noch einmal, damit niemand sagen kann, er habe es nicht gehört oder er habe sich verhört: Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott! Darin und dadurch ist er unser Gott, dass er tröstet, am Anfang und am Ende und mittendrin auch, tröstet, »wie einen seine Mutter tröstet«.

Ach, wie gut das tut: dass zum Herzen geredet wird! Nicht geredet, um Kopf- und Gedankenspiele zu treiben; einmal nicht, um zu argumentieren und Gründe und Gegengründe zu erforschen und aufzuzählen gegen all die Not und Todesgebanntheit in der Welt; nicht, um sich zu verlieren im Nachgrübeln und Überdenken, sondern um es dahinein zu sagen und da zu hören, wo ja doch alles Schwere und Dunkle, alle Grübeleien Wurzeln schlagen wollen in uns, dorthinein, wo alles dumpf und hart uns manchmal umstricken will, dahinein, wohin es längst abgesunken ist aus dem Kopf und wo es Atmen und Denken und Tun und Lassen und Sehnen und Hoffen bestimmt: ins Herz! Dahinein, in die Mitte unserer Existenz hinein, von wo aus wir leben und sind: Tröstet! Redet freundlich!

Liebe Gemeinde: Adventsbotschaft fasst sich zusammen in diese Worte, nichts anderes wird gesagt, gepredigt, gerufen, geseufzt in diesen Adventswochen; alles fasst sich zusammen in diese Worte – vom geschlagenen, verängstigten, zukunftslosen Volk Israel in der babylonischen Gefangenschaft her bis hin zu den Rätseln und den Gefangenschaften der V ölker, der Knechtung und Verachtung von Rassen und Menschen, von Gruppen und Gesichtern, hin zu den fast nicht mehr zu überblickenden und erst gar nicht zu bewältigenden [24] Problemen und Fragen und Ängsten bei uns. Von Gott her seit alten Zeiten zu uns hin: das Wort des lebendigen, heiligen, ewigen Gottes, der kommt und hilft und nahe ist und durchträgt: Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott!

Und umfangen ist das auch vom Ende her, das wir sogleich mit­ hören wollen, das erst den ganzen Ernst und die Schwere und die Bedeutsamkeit des Trostes ausmacht, damit niemand denke, es gehe mal wieder nur um die so wohlbekannte alljährliche christliche Weihnacht: Stimmungströstung, kurzfristig und oberflächlich, hinwegtäuschend über all die Kluften und Steilen und Abhänge des Lebens, an nichts heranreichend, alles nur überspielend und in silbrige Lamettafäden hüllend: Nein, mithören sollen wir das Ende, und vom Ende her sollen wir hören, was die Botschaft trägt und hebt und endgültig und zu einer macht, die allein noch und nur vom lebendigen Gott her­ kommt auf uns sterbliche, vergängliche Weltmenschen hin: Das Wort unseres Gottes aber bleibt in Ewigkeit!

Nicht wahr, so etwas braucht es, damit wir Christen es ja nicht vergessen; auch im Advent weht uns Osterluft, Auferstehungsgeist­ wind an: etwas, was gültig bleibt, was Bestand hat, was eben nicht aufgezehrt und aufgefressen und angenagt wird und nicht verdirbt in den Tiefen und Verliesen der müden Herzen und der schwermütigen Gedanken, die argwöhnen, und was nicht verschlissen wird im Lauf der Dinge, die uns zuraunen, ob das denn wirklich alles wahr sei, was da gesagt, verkündet, gepredigt wird in der Kirche unter und für uns. Da braucht es dies Tiefenwort, das Tiefenschärfe gibt nun in unser Leben und ins Leben und Vergehen der Welt und ins Leben und Treiben und Kämpfen und Verzweifeln der Völker, die gefangen sind und geknechtet werden von boshaften und todbringenden Mächten und ihren Helfershelfern. Dahinein braucht es Wahrheit von Gott, die sagt: Er kommt! Er umfängt uns von Anfang bis Ende! Seine Herrlichkeit soll offenbart werden allen miteinander …

Um diesen Gott geht es da in der Krippe, liebe Gemeinde, um diesen Gott da, der Jesus: »Gott rettet« heißt und der hört auf den schönen hebräischen Namen Immanuel: »Gott für uns, Gott mit uns«. Um den geht es, das ist der eine Name, der hinter der Botschaft des Propheten Jesaja schon steht, noch verborgen und nicht genannt, aber doch Triebkraft und Liebeswillen göttlichen Handelns von Anfang der Schöpfung an ist, und den wir Christen neu kennen und lieben und ehren und bezeugen und predigen dürfen: Jesus Christus, Gott für alle, der rettet. [25]

Und der allein bleibt. Ewig. Was heißt: unzählbar, unabsehbar lange für uns. Und weil unabsehbar lange für uns, deshalb auch unbeeinflussbar in seinem herrlichen, klaren Rettungswillen, frei in seiner umfassenden, niemanden ausscheidenden Liebe, herrscherlich entschlossen und nicht zu hindern. Dessen Werk kann niemand hindern, das er tut uns zu gut. Die Herrlichkeit dieses Herrn soll offenbart werden.

Und da wollen wir denn doch demütig und bescheiden bekennen: dass wir diesen Herrn und Gott nun nicht erwartet haben, ihn nun gerade nicht erwarten. Dass es uns längst nicht mehr aufreißt und hochreißt, in Bewegung versetzt, uns Christen, dass wir da sicherlich keine tiefen Täler auftragen und keine Berge abtragen würden, ihm den Weg zu bereiten auch zu unserem Nächsten hin und in die geschundene Menschheit hinein, dass wir ihn doch lieber kerzenhell und kaminwarm in unseren vier Herzenswänden einsperren, ein Exklusivgötzlein für unser angeschlagenes Seelchen, aber doch kein freier, hoher, allumfassender erbarmender Weltheiland. Nein, liebe Gemeinde, wir sind weithin angepasste Christen, wir sind eine Kirche, die müde und matt und gefangen und so oft heimlich und offen resigniert ist angesichts all der Ängste und des Unglaubens und der Torheiten und Frechheiten und Vergeblichkeiten und Krankheiten im eigenen und nächstliegenden Menschenleben. Krippenchristen, die den Herrn Jesus mit abgedroschenem Herzensstroh warm und liebreizend zudecken, damit er uns nicht hineintreibt in die kalte und herzlose und gefährliche Welt! Ist es nicht so, ihr Lieben, dass wir das eben bestenfalls noch mit dem Kopf hören, dass er der Weltheiland ist, und das im Kopf speichern für ein paar Augenblicke, dass aber alle anderen Welt­ und Menschenbilder uns viel mehr bedrängen und hilflos machen und ängstigen? Und dass wir unsere private Zukunft reduzieren auf die Rettung der Seele, aufs Durch- und Fortkommen im Beruf, auf Sorgen um Gesundheit und Zukunft im Alter, um Kinder und Enkelkinder noch – doch den Tröster nicht rufen hören: »Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit!«?

Dass Advent und Weihnachten nun doch jährlich wiederkehrende und abgedroschene, von Mal zu Mal aufgeblasene Ereignisse sind, wo die Pfarrer ins Hetzen und Herumreden und Herumandachten und also an das Ende ihrer Kräfte und völlig aus der Ruhe geraten und die Christen und Menschen in unserem Land etwas gefühlvoll und geschäftig werden – und doch wendet das keine Not, bringt keine bleibende Tröstung, schafft kein währendes Licht, was wir tun und spenden [26] und sagen und predigen – ist es nicht so? Und: Ist das nicht ein großes, hartes, geheimes Gericht über sein Volk, seine Kirche, dass wir diesen berge- und tälerversetzenden Gott, den Schöpfer und Erhalter alles Lebens, vergessen, diesen völker- und herrscherstürzenden, also: diesen wahrhaft und einzigen und einzigartigen, Natur und Geschichte revolutionierenden und seiner Gerechtigkeit zuführenden Gott so klein, so unscheinbar, so armselig, so verachtet gelassen und so beiseite­ geschoben haben?

Und nun, gegen allen Augenschein und gegen alle Herzensmüdigkeit und Gedankenschwere, gegen unser Gemüt und gegen die Botschaften der Welt gilt es:

Euer Gott kommt!

Noch hat man damals nichts gesehen. Da wird uns nur dies im Exil dahindämmernde und verzagende Volk Israel vor zweieinhalbtausend Jahren zum Gleichnis, steht es neben uns, der Kirche. Gott sei Dank, zum Gleichnis des immer wieder und immer neu gültigen Gottesgeschehens. Ja, dadurch zum Gleichnis, weil sich alles geheilt, erklärt, aufgeklärt hat, was damals noch im Dunkel und in der Verdeckung vieldeutiger Ereignisse blieb, was aber im Schauen und Deuten und Entdecken erkannt und bekannt wurde von Israel und erkannt und bekannt werden darf von uns, im Glauben nun sichtbar und klar werden darf. Gleichnis: des Volkes Verbitterung und Mutlosigkeit all dem von Gott Berichteten und Gepredigten und Erzählten gegenüber und seinen Boten gegenüber: dass ER der Schöpfer und der Lenker und Herr der Geschichte ist, dass, wie man hört, die Herren dieser Welt gehen müssten, dass aber unser Herr komme, dass das alles zwar gesagt und gehört wurde, aber nicht geglaubt, nicht zum Trost wurde, nicht in die Herzen derer drang, die da saßen im Schatten des Todes und in der Lähmung innerer und äußerer Gefangenschaft. Und die keine Hoffnung mehr zu haben wagten!

Und dahinein klingt dieses Aufbruchsignal! Ganz von außen, in keines Menschen Herz wurde es ersonnen, von keinem Menschenhirn wurde es erdacht, auch gar nicht mehr erhofft: das Signal der Rettung und des Trostes.

Gewiß kennen einige von Ihnen die Beethoven-Oper Fidelio. Da ist der Florestan im Kerker unschuldig gefangen, von einem ungerechten und düsteren und gemeinen Tyrannen, dem er die Wahrheit sagte und der ihn aus dem Weg räumen ließ und nun dort unten ermorden will, heimlich und im Dunkel. Florestans Frau, als Kerkermeistergehilfe Fidelio – was heißt: die Treue – verkleidet, findet ihren Mann am Ende seiner Kräfte, todgeweiht, soll gar helfen, ihm das Mördergrab zu graben, kann ihm nur noch das Totenlied vielleicht singen und seufzen. Weiß zwar von einer vielleicht nahenden, rechtzeitig eintreffenden Befreiung, aber der soll durch schnellen und heimlichen Mord vorgebaut werden; von einer Befreiung, wie die Menschen zu allen Zeiten es ahnten und wie es immer wieder ins Bewusstsein einzelner und von Gruppen heraufstieg: dass es doch eine Wende, eine Rettung aus tödlicher ungerechter Knechtschaft geben müsse und aus Folter und Haß und Todesverfolgung durch ungerechte, wahnhafte Herrscher

– Namen und Gestalten müssen wir ja nun wahrlich nicht nennen, solche kleinen und großen machtbesessenen Blutherrscher geistern durch die Menschengeschichte und lassen zigtausende Schlachtopfer sich bringen und ihrem blutigen besessenen Machtwahn. Und da hinein, in den Kerker des Menschen Florestan, da tönt plötzlich von außen das Signal, ein helles Trompetensignal. Die Musik hat den Atem angehalten, alles zittert vor dem erhobenen Mörderarm und dem Todesstoß – da tönt es, laut und klar, von außen: Rettung ist da, kommt, von außen bricht sie herein in den Kerker: »Beglänzt von seinem Lichte hält euch kein Dunkel mehr, von Seinem Angesichte kam euch die Rettung her!« Tröstet, tröstet mein Volk, redet zu Jerusalem freundlich: ihre Kerkerschaft hat ein Ende.

Liebe Gemeinde: dieses Trompetensignal des Beethoven-Fidelio, dieses Signal der unerschütterlichen Treue und des unumstößlichen Rettungswillens Gottes, das anzeigt, meldet, rufen lässt: der gerechte und wahre Herr kommt, den ungerechten, tyrannischen, todesrünstigen Statthalter zu strafen und die Gekerkerten zu befreien: dieses Signal von außen hat Ernst Bloch, der Philosoph und Rettungssehnsüchtige, einmal das erschütterndste und hellste und deutlichste Signal der Musik genannt. Und wie anders kann es einmünden dann im himmel­hoch jauchzenden Freudenjubelgesang der Geretteten: »Oh, du namenlose Freude!«

Ja, ihr Lieben, das erschütterndste und klarste und hellste Signal

unsres Lebens und des Lebens dieser Menschen- und Völker- und aller Kreaturwelt aber ist dieser Ruf am Anfang des Advents Jesu Christi: Tröstet, tröstet mein Volk! Hinwegräumen der Hindernisse, der Wüsten und Berge, der Schluchten und Abhänge, der Grate und Riffe: das geschieht für ihn und uns. Nicht durch uns! Für uns!

Ach, wie sollten wir auch räumen, begradigen, ab- und auftragen, Wege bauen können in unserer Zagheit und Zweifellage, in unserer [28] Müdigkeit und Armseligkeit? Aber Er ruft, ja: Gott arbeitet: »Mir hast du Mühe gemacht, mit deinen Sünden«, aber aus lauter Liebe tritt er selber ein: »Ich, ich tilge deine Übertretungen um meinetwillen und gedenke deiner Sünden nicht!« Welch ein Adventsgott: 0, du namenlose Freude!

Seelenschutt und Lebensangst, Schöpfungsseufzer und Kreatur­ schrei, Jammer und Not: was haben wir für einen Gott, der da herein­ bricht und hilft, Wendung und Rettung trompeten und durchführen lässt! Ja, jetzt wird es deutlich, das Ende, das wir erwarten, und das Ende, das uns umfängt, das er bringt: Ja, ja, alles vergeht, und die Katastrophen und das Erdbeben in Armenien und der Flugzeugabsturz in Remscheid und die Kriege und Morde im Iran und in Afghanistan, die erschütternden Folter- und Mord- und Todesnachrichten sind die Botschaften der Herrscher dieser Welt, alle wissen es, schieben es beiseite, aber bekommen es unübersehbar wieder und wieder vor Augen geführt: Alles vergeht, alles verbrennt unter dem Gluthauch des Wüstenwindes Gottes.

Alles Fleisch ist wie Gras! Die frühlingsblühende, blumenfeldweite Landschaft Galiläas steht als Bild, über die dann im Sommer der heiße Wüstenwind weht, alles verbrannt, kahl und braun und steinig zurück­ lassend: so, so ist es mit dem Leben, so ist es mit den Mächtigen, so ist es mit denen, die immerwährend zu blühen scheinen in ihrer eigenen Kraft und Macht.

Jedes hat sein Ende, die irdische Herrlichkeit und auch die blühendste Not: weil Er kommt und weil nur eines gilt, bleibt und hält und den heißesten tödlichen Sturm übersteht: Sein Wort aber bleibt ewiglich.

Was aber, liebe Gemeinde, sagt sein Wort? Nicht billig ist sein Trost, nicht dies kümmerliche Bildersprüchlein an der Wand: »Immer, wenn du meinst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Licht­ lein her.« Nein! Nicht dies kindliche »Heile, heile Gänschen, es wird bald wieder gut!« 0, wie gottlos und hilflos sind solche Sprüchlein und wie trostlos solche Pflästerlein, wenn die Bilderwände einstürzen und der Todesgluthauch weht! Sind allesamt doch nicht besser als Drogen und Alkohol und Vergessenheitsspender für kurzfristiges Leben herüberretten in einen neuen Tag. Oh nein: hier wird aufgerüttelt, hier wird nicht vergessen, sondern abgeschafft; hier wird nicht vertröstet, sondern Neues, Gerechtigkeit, geschaffen durch den Lebenswillen Gottes; hier erscheint der wahre und gerechte und heilbringende [29] Erlöser: »Nun komm, der Heiden Heiland!« Der Heiland: der macht sich auf und provoziert diesen Ruf, diesen Trost, diese weltändernde Bahn schafft er.

Und wir Christen, seine Gemeinde? Was tun wir? Zuerst, zunächst und immer noch: hören, aufmerken, es uns vom Himmel hoch singen und sagen lassen, es als gute, neue Mär gelten lassen für uns: »Die Herrlichkeit unseres Heilandes soll noch offenbar werden über aller Welt!«

Keiner hat das damals sehen können. Im Himmel, bei Gott, war die Rettung vorbereitet für sein Volk, waren die Rettungspläne, die Wegebegradigungs- und Aufbau- und Abbaupläne fertig und genehmigt, und das Arbeitspersonal war berufen: der Perserkönig Kyros – der sich für den mächtigsten und alleinbestimmenden Herrscher, Eroberer und Sieger von Babylon hielt: nur ein Werkzeug, ein Aus­ führender im Architekturplan Gottes. Wie alle die Mächtigen und Regenten dieser Welt: so müsst ihr sie sehen, die gernegroßen Kleinen und die kindischen Großen: Erfüllungsgehilfen Gottes in seinem Rettungs- und Hilfsplan! Alles ist vorbereitet, das Signal abgesprochen, das wir hören dürfen: den hellen Trompetenstoß: Tröstet, tröstet mein Volk – damit beginnt es und geht es fort unaufhaltsam: »Was er sich vorgenommen und was er haben will, das muss doch endlich kommen, zu seinem Zweck und Ziel!«

Was sie damals hörten, war nur das Signal, nur der Ruf, eben: die Predigt, die Freudenbotschaft ins Herz hinein, das in Worten gemalte Befreiungsgemälde von der königlichen Prachtstraße der Rettung und Führung ins Leben. Und es ging in Erfüllung. Sie haben es gesehen, erkannt, wiedererkannt: Gott lässt seine Welt nicht, seine Schöpfung nicht, seine Menschen nicht, sein Volk Israel nicht, seine Kirche nicht, er lässt uns nicht, dich auch nicht, sondern beugt sich zu dir herunter und sagt dir hinein ins Herz, lässt dir freundlich mitteilen in dein Leben hinein, in die Kerker deiner Angst oder deiner Selbstzufriedenheit oder deiner Schuld, deiner selbstgemachten und geglaubten Gottesferne: Die Knechtschaft hat ein Ende, ihr gehört dem Heiland, ihr seid Menschen Gottes!

Advent, liebe Gemeinde: Gott kommt zu dir, dir das anzusagen;

Advent: du kommst zu Gott, dir das sagen zu lassen und dich zu freuen: 0, du namenlose Freude. Das ist seine Gemeinde: die sich das sagen lässt und nun der Freude einen Namen gibt, damit der hineingerufen werde in die dunkelsten Menschenecken und erleuchtetsten [30] Menschenköpfe: Jesus, Jesus von Nazareth, »zu Bethlehem geboren, in der Stadt Davids«. Und dann, da du nun um Namen, Zeit und Ort dieses Retters weißt, und das alles in deinem Herzen bewegt hast, dann gehst du hin, liebe Gemeinde, und verkündigst, erzählst, berichtest von dem gekommenen Gottessohn. Und wirst drüber zur Freudenbotin: ein anderes Amt, eine andere Aufgabe, einen anderen, wie man so sagt, Sinn, hat unser Leben nun nicht mehr, das genügt: zum ersten nach dem Trost des Reiches Gottes zu trachten …

Dann reden wir zu den anderen tröstlich und gewiss, und der Nächste wird hineingeholt in die Gottesbewegung, auf den Rettungsweg, auf dem ihm die Herrlichkeit des Herrn entgegenkommt, sein Leben neu zu machen, erstrahlen zu lassen im Glanz, in der Pracht nun nicht mehr des vergänglichen Fleisches, sondern allein noch Seines Wortes. Was wir zu sagen haben und nach welcher Richtschnur wir nun adventlich zu leben und in diese Welt hineinzusehen und in ihr zu wirken haben, das ist uns vom Propheten längst vorgesagt, und jetzt· habt ihr es auch wieder gehört:

Alles Fleisch ist Gras; und all seine Pracht ist wie eine Blume des Feldes. Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt. Aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich. Amen.

Rudolf Landau 11.12.1988 3.Advent in Neunkirchen am Brand

Aus seiner Predigtsammlung. „Gottes Sohn ist kommen“ Predigten und Bilder zur Weihnacht. Herausgeber Rudolf Landau, Stuttgart 1994, S.24-30

Podcast Nikolaus Special: Strafe & Belohnung

Die Podcast-Crew posiert vor einem atemberaubenden Winter-Wonderland

Ein ganz neues Format: Wir interviewen im Vorfeld zur Wanderung neue Gäste, die Experten in bestimmten Themenfeldern sind. Den Anfang macht Sheryl Geitner zum Thema Erziehung: “Strafe & Belohnung”. Das passt doch wie die Faust aufs Auge zum großen Buch vom Nikolaus, oder?

Diesmal auch mit auf der Wanderung und im Podcast zu hören: Nina Naßler, David’s Frau 🙂

Gipfelstürmer des Leitenbergs (616m) nördlich von Pommelsbrunn

7 Gipfel im Nürnberger Land? Auf der Website https://urlaub.nuernberger-land.de/outdoor/wandern/sevensummits kann man sich seinen Wunschgipfel aussuchen und loslaufen. Zur Aufnahme dieses Podcasts sind wir durch weitläufige Buchenwälder, zu markanten Felsblöcken und zu einer Burgruine bis auf den Leitenberg gewandert.

Schnee, wohin man auch sieht

Podcast: “Nächstenliebe & Menschlichkeit”

Podcast Nächstenliebe & Menschlichkeit
Die Podcast-Crew posiert vor der Klosteranlage Michaelsberg in Bamberg

Unseren neuen Gast Lucas beschäftigt das Thema Nächstenliebe und Menschlichkeit gerade in seiner Arbeit und Hochschulgemeinde sehr: Sie haben viele ukrainische Gaststudierende, die über 15 Ecken geschoben werden und keiner will weiterhelfen. “Fast acht Milliarden Menschen, doch die Menschlichkeit fehlt.” – so Sido und Andreas Bourani in ihrem Song Astronaut. Fehlt uns die Menschlichkeit und damit auch die Nächstenliebe? Eine spannende Podcast-Tour durchs wunderschöne Bamberg auch mit Steffi und ihrem Hund Xena!

Mit dabei und immer am Ziehen an der Leine: “Xena”, die liebenswürdige Hündin von Steffi

Zur Aufnahme des Podcasts sind wir vom Bamberger Zentrum über die Klosteranlage Michaelsberg bis zur Altenburg und zurück gelaufen. Keine große Tour aber dafür gerade im Herbst wunderschön!

Podcast Nächstenliebe & Menschlichkeit
Biergarten auf der Altenburg

Gebet für die Friedensdekade von Larissa Kostenko, Winnyzja

Alle Menschen auf diesem Planeten brauchen FRIEDEN! Wir in der Ukraine brauchen den Frieden und wünschen ihn uns so sehr zurück!

Aber wie können wir Frieden zurückerhalten und wann? Ich weiß es nicht.

Deshalb beten Sie mit mir in den nächsten 10 Tagen, während dieser Friedensdekade und darüber hinaus:

“Herr Gott, Herr über Leben und Tod. Auf Dich vertrauen wir, Dir danken wir.

Schenke uns deinen FRIEDEN, schenke uns deinen Heiligen Geist, der unsere Herzen mit deiner Liebe wärmt. Unterweise jeden in aller Wahrheit und Güte. Wärme die traurigen, weinenden Herzen der Menschen. Mögen sie dich in Freude preisen und die Sorgen auf dieser Erde vergessen.

Amen.”

Всем людям на этой планете нужен МИР! Мы в Украине нуждаемся в мире и очень хотим его вернуть!

Но как и когда мы можем вернуть мир? Я не знаю.

Поэтому молитесь вместе со мной в течение следующих 10 дней, во время Десятилетия мира и после него:

“Господь Бог, Господь над жизнью и смертью. На Тебя мы уповаем, Тебя мы благодарим.

Дай нам Твой МИР, дай нам Твоего Святого Духа, согревающего наши сердца Твоей любовью. Наставляйте всех во всякой истине и благости. Согрейте печальные, плачущие сердца людей. Пусть они восхваляют Тебя в радости и забывают печали этой земли.”

Аминь. Лариса Костенко

Deutsch-Ukrainisch-Russischer Friedens-Gottesdienst am 6.11. in Christuskirche Lauf mit INGRET – Немецко-украинско-российская служба мира 6.11. в Христускирхе Лауф совместно с INGRET

Die Ökumenischen FriedensDekade in Bayern wird am 6. November um 10.30 Uhr in der Christuskirche Lauf zum Thema ZUSAMMEN:HALT eröffnet.  Diesen Gottesdienst können Sie auch live auf dem Youtube Kanal „C1 Lauf“ verfolgen. – Экуменическое десятилетие мира в Баварии будет открыто 6 ноября в 10.30 утра в Христускирхе Лауф на тему TOGETHER:STOP.  Вы также можете смотреть эту услугу в прямом эфире на канале Youtube “C1 Lauf”.

INGRET wurde international bekannt durch den Gewinn von „Voice of Ukraine“ 2017 mit ihrem Song „Birdie“. -INGRET стала известна на международном уровне после победы на “Голосе Украины” 2017 года с песней “Birdie”.

Die Künstlerin INGRET Kostenko wird den Gottesdienst musikalisch gestalten und vom Leben in der Ukraine berichten. Sie ist die Tochter der lutherischen Pastorin Larissa Kostenko aus Winnyzja. Larissa wird uns per Video auf Deutsch grüßen. Sie leitet das Projekt „Tafel Trapeza“, für das unsere Kirchengemeinde schon 50.000€ gespendet hat.

Pfarrer Martin Tontsch, Konfliktberater und Wirtschaftsmediator wird predigen, Pfarrer Hanstein leitet durch den Gottesdienst mit weiteren Gästen.

Diesen Gottesdienst können Sie auch auf Youtube “C1 Lauf” miterleben!

Артист ИНГРЕТ Костенко предоставит музыку для службы и расскажет о жизни в Украине. Sie ist die Tochter der lutherischen Pastorin Larissa Kostenko aus Winnyzja. Larissa wird uns per Video auf Deutsch grüßen. Она руководит проектом “Tafel Trapeza”, на который община нашей церкви уже пожертвовала 50 000 евро.
Пастор Мартин Тонтш, консультант по конфликтам и бизнес-медиатор, будет проповедовать, пастор Ханштейн будет вести службу вместе с другими гостями.
Вы также можете посмотреть эту услугу на Youtube “C1 Lauf”!

Vom 6. bis 16. November ist das Evang.-Luth. Dekanat Hersbruck das diesjährige Schwerpunktdekanat der Bayerischen Evangelischen Landeskirche für die Ökumenische Friedensdekade 2022.  

Unter dem diesjährigen Motto „zusammen:halt“ werden vielfältigen Zugängen zum Thema Frieden einen besonderen Rahmen geben und eine Plattform für Begegnungen schaffen.

In den folgenden zehn Tagen bis Buß- und Bettag wird in zahlreichen Veranstaltungen deutlich, wie Friedensarbeit als Querschnittsaufgabe kirchlichen Handelns wahrgenommen wird.

Alle Veranstaltungen bei uns und im Dekanat Hersbruck finden Sie hier:

www.lauf-evangelisch.de/Friedensdekade2022

Bildrechte Ökumenische FriedensDekade e.V.

frei sein – Predigt am Reformationstag 2022 von Pfarrer Jan-Peter Hanstein

Predigt freisein mit Gal 5, 1-6 und Xavier Naidoo. Es gilt das gesprochene Wort.

Glaubst Du, dass der Wind weht,
weil irgend jemand sagt: “Wind, weh jetzt”
Glaubst Du, dass die Sterne, die am Himmel stehen
leuchten, weil irgendwer sie an knipst? Glaubst Du das?
Glaubst Du, dass die Elemente tun, was sie sollen,
und nicht, was sie wollen? Glaubst Du das? Glaubst Du das?
Wenn Du das glaubst, dann wirst Du nie sehen
und verstehen, was ich mein, wenn ich sag’:

Ich will frei sein,
frei wie der Wind, wenn er weht.
Ich will frei sein,
frei wie ein Stern, der am Himmel steht.
Ich will frei sein,
ich will frei sein, nur frei sein, nur frei sein, nur frei sein.
Ich will frei sein, nur frei sein,
ich will frei sein, nur frei sein, nur frei sein, nur frei sein.

Glaubst Du, dass die Erde
aufhören würde, sich zu drehen,
wenn irgendwer entschiede,
dass es besser wär’ für sie zu stehen? Glaubst Du das?
Glaubst Du, dass irgendwer, irgendwo, irgendwann
für Dich Dein Leben leben kann? Glaubst Du das? Glaubst Du das?
Wenn Du das glaubst, dann wirst Du nie sehen
und verstehen, was ich mein, wenn ich sag’:

Ich will frei sein,
frei wie der Wind, wenn er weht.
Ich will frei sein,
frei wie ein Stern, der am Himmel steht.
Ich will frei sein,
ich will frei sein, nur frei sein, nur frei sein, nur frei sein.
Ich will frei sein, nur frei sein,
ich will frei sein, nur frei sein, nur frei sein, nur frei sein.

Glaubst Du, dass Dein Leben
bereits geschrieben steht,
und dass irgendwo ein Weiser
für Dein Tun die Konsequenzen trägt – glaubst Du das?
Glaubst Du, dass von allen Leben auf der Welt eins
wertvoller ist als Deins? Glaubst Du das? Glaubst Du das?
Wenn Du das glaubst, dann wirst Du nie sehen
und verstehen, was ich mein, wenn ich sag’:

Ich will frei sein,
frei wie der Wind, wenn er weht.
Ich will frei sein,
frei wie ein Stern, der am Himmel steht.
Ich will frei sein,
ich will frei sein, nur frei sein, nur frei sein, nur frei sein.
Ich will frei sein, nur frei sein,
ich will frei sein, nur frei sein, nur frei sein, nur frei sein.

Liebe Gemeinde,

von der Freiheit möchte ich so singen können wie Xavier Naidoo und von der Freiheit so predigen wie Paulus:

Gal 5, 1-6                                        

Zur Freiheit hat uns Christus befreit!

So steht nun fest

und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!

Siehe, ich, Paulus, sage euch:

Wenn ihr euch beschneiden lasst,

so wird euch Christus nichts nützen.

Ich bezeuge abermals einem jeden, der sich beschneiden lässt,

dass er das ganze Gesetz zu tun schuldig ist.

Ihr habt Christus verloren,

die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt,

und seid aus der Gnade gefallen.

Denn wir warten im Geist

durch den Glauben auf die Gerechtigkeit,

auf die man hoffen muss.

Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung

noch Unbeschnittensein etwas,

sondern der Glaube,

der durch die Liebe tätig ist.

Ich will frei sein, nur frei sein … singt Xavier Naidoo.

Zur Freiheit hat uns Christus befreit, sagt Paulus.

Was glaubst du? Was glaube ich?

1. Freiheit ohne Bedingungen

Freiheit – ist Freiheit und sonst nix, hat der Münchner Weiß Ferdl gesagt. In Zeiten als diese Freiheit schon verloren, korrumpiert war und man die Freigeister festgesetzt hat.

Zur Freiheit hat uns Christus befreit, sagt Paulus.

Wenn in der Kirche von Freiheit geredet wird, auch heute noch und sogar in der evangelischen Kirche, dann wird’s ernst. Wenn ich heute so von der Freiheit singe wie ein Xavier Naidoo und rede wie ein Paulus, dann werden hinterher tausend Einschränkungen kommen und Fragen  – „Ich möchte ja nur einmal anmerken, Herr Pfarrer“. – „haben Sie nicht etwas vergessen?“

Liebe Freunde, Ach die Freiheit: ich kann eure Gedanken schon hören.

Bedenklich: Kann die Freiheit nicht so schrecklich missbraucht werden?

Besorgt: Müssen wir der Freiheit deshalb nicht Schranken setzen?

Ganz klug: endet meine Freiheit nicht an der Freiheit des anderen?

Natürlich kenne ich auch die Einwände, einen zu Recht umstrittenen Künstler wie Xavier Naidoo zu spielen, der erst in allerletztem Moment vor kurzem von seinen obskuren Verschwörungstheorien und Corona-Schwurbeleien abgerückt ist und öffentlich Abbitte geleistet hat. Aber ich wollte dieses Lied von 1999, komponiert von Moses Pelham und gedichtet von Martin de Setlur – denn welches andere Lied transportiert so zart, so wehmütig die Sehnsucht nach Freiheit, die jetzt nach über 20 Jahren fast absurd klingt? wie frei waren wir 1999 ohne Corona Lockdowns, ohne die Finanzkrise, ohne einem Krieg wie dem in der Ukraine aufgezwungenen, der unser gesamtes System durchschüttelt. Niemals hätten wir Kinder der 80er uns solche Einschränkungen vorstellen können. Deshalb – lasst mir den Naidoo, er steht für eine Phase meines Lebens, auch für die Freiheit eines Songs, der von dem Leben eines Künstlers nicht abhängig sein sollte.

Zurück also zur Frage: Wie viel Freiheit braucht der Mensch?

Liebe Schwestern und Brüder:

Freiheit – ist Freiheit und sonst nix. Wer als Christ die Freiheit unter Bedingungen stellt wie: Freiheit Ja, aber, – ja, wenn nur, – wer die Freiheit in Nebensätzen klein redet, der braucht sich nicht wundern, wenn große Philosophen Max Scheler, ein Jean Paul Sartre, ein Nicolai Hartmann sich hinstellen und sagen:

„Um meiner Freiheit willen kann ich nicht wollen, dass es einen Gott gibt.“

Für mich wie viele andere  ist heute Freiheit die entscheidende Frage.  Als Christ und Theologe Gott und die Freiheit zusammenbringen, zu denken, das ist die immer noch theologische Meisterfrage der Neuzeit. Für mich auch. Denn:

2. Gott und die Freiheit gehören zusammen.

Dieser Gott, der in Christus befreit, ist die Freiheit. Noch einmal: Warum nicht? Gott ist die Freiheit! Warum scheuen wir uns, so etwas frei herauszusagen und kommen mit den Bedenken, dass Freiheit missbraucht werden kann. Und dann reden wir in der Kirche von Liebe und Glaube – kann nicht Liebe und noch viel mehr Glaube ebenso furchtbar missbraucht werden?

Ist nicht die Freiheit der Schutz vor Missbrauch? Weil da einer sich hinstellen kann und kann sagen: Nein – so nicht.

Gegen die Autoritäten, gegen die Tradition stellt sich einer hin und protestiert und beruft sich auf die Freiheit des Gewissens und die Freiheit der Vernunft und die Freiheit der Schrift.

Auf diesen Paulus. Und gehorcht nicht.

Nicht dem Kaiser und nicht dem Papst, der ihn bis heute nicht rehabilitiert hat.

Ja  – ich meine Martin Luther.

Ein Christenmensch ist ein freier Herr aller Dinge und niemanden untertan. PUNKT.

Kein Wenn. Kein Aber. Auch wenn dann folgt:

Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.

Der erste Satz zählt und auf ihn kommt es an.

3. Und wenn die Welt voll Teufel wär

und wollt uns gar verschlingen,

so fürchten wir uns nicht so sehr,

es soll uns doch gelingen.

Der Fürst dieser Welt,

wie sau’r er sich stellt,

tut er uns doch nicht;

das macht, er ist gericht’:

Ein Wörtlein kann ihn fällen.

Welches Wort ist das?

FREIHEIT!! Nicht nur Gedankenfreiheit!

Zur Freiheit hat Christus euch befreit.

So lasst euch nicht wieder unter das Joch des Gesetzes zwingen.

Ich bezeuge einem jeden von euch:

Wer jetzt die Moral auspackt und die Sitte,

wer jetzt die Tradition anführt und die Zwänge,

der fällt aus der Gnade Christi

und muss wieder das ganze Gesetz erfüllen. ALLES.

Ach ich möchte das Lied Freisein mit diesen wunderbaren Strophen weiterdichten:

Glaubst Du, dass Dein Leben bereits geschrieben steht,
und dass irgendwo ein Weiser für Dein Tun die Konsequenzen trägt – glaubst Du das?
Glaubst Du, dass von allen Leben auf der Welt eins wertvoller ist als Deins? Glaubst Du das? Glaubst Du das?
Wenn Du das glaubst, dann wirst Du nie sehen
und verstehen, was ich mein, wenn ich sag’:
Ich will frei sein.

Heute – 2022 – erkennen wir: Es ist gar nicht so einfach, in der Freiheit zu leben.

Da ergeht es einem leicht wie einem Zootier, das zufällig freikommt: meistens kehrt es nach kurzer Zeit freiwillig zurück in den Käfig. Zu gefährlich ist es in der freien Wildbahn…

Die Unfreiheit des Imperialismus

Wie frei ich war, wie frei wir aufgewachsen sind, das habe ich immer geschmeckt und gefühlt, wenn ich in der DDR auf Tage hinweg in unserer Partnergemeinde in Neubrandenburg gelebt habe. Ich habe das hier schon erzählt.

Heute sage ich: Schaut auf die Ukrainer. Wie sie um ihre Freiheit kämpfen. Ihr Leben geben. Obwohl sie im Gegensatz zu uns die Freiheit nur ein bisschen geschmeckt haben. Trotz aller Korruption und Armut in ihrem Land.  Sie wollen nicht zurück in die Rolle der Sklaven, nicht in der Unterdrückung der Sowjetunion, niemals wieder Nazis, auch nicht als billige Arbeitssklaven der Europäischen Union.

Es ist eine Schande, dass diese Freiheit, die Grundrecht der Menschen oft gegen ein Christentum erkämpft werden musste, dass vom ungerechten System profitierte und ausgehalten wird. In diesem Fall innerhalb der orthodoxen Kirche:

Ich rede vom obersten russischen Bischof, dem Metropoliten Kyrill. Dem Putin eine Kathedrale der Armee für hunderte von Millionen Euros geschenkt hat und ihn längst in der Tasche hat. Die russisch-orthodoxe Kirche wird nicht manipuliert. Diese Kirche ist vielmehr längst “Teil eines kriminellen Regimes”.

Ich will frei sein – ein freier Christenmensch! Oft geht es dann gegen verknöcherte religiöse Institutionen, aber auch gegen geschickte Manipulationen, die unser Gewissen versklaven!

Let Freedon rain? – da ist der Ruf von Martin Luther King von seiner berühmte Rede in Washington hineingemischt. Ich habe den Ruf nicht so ganz verstanden, bis ich ihn nachgelesen habe. Let Freedon rain? Let Freedom reign?

“Let freedom ring!” ruft martin Luther King. Lasst die Freiheit regieren. Nie wieder Sklaven! Kein Rassismus, der Menschen als Untermenschen ausbeuten lässt.

Jetzt kommt der Kern unseres Glaubens.

Was glaubst du? Wie ist das mit Gott und der Freiheit?

Christus hat uns zur Freiheit befreit:

Radikal!

Wer ist Jesus für mich?

Ein absolut freier Mensch: so frei wie Gott selbst auf eine so tolle Art und Weise, das ich immer noch staune, wenn ich die Bibel lese: ein so freier Mensch, der so frei ist, völlig er selbst zu sein und so offen mit allen umzugehen. Ein freier Mensch, der tut was er will und nicht was er soll: uns zu zeigen wie Gott ist. Frei und liebevoll. Der mir beibringt: kein Leben ist wertvoller als deins, und keiner hier kann dein Leben leben. Aber auch kein anderes Leben ist weniger wertvoll als meins!

Glaubst Du, dass irgendwer, irgendwo, irgendwann
für Dich Dein Leben leben kann ? Glaubst Du das ? Glaubst Du das ?
Wenn Du das glaubst, dann wirst Du nie sehen
und verstehen, was ich mein, wenn ich sag’:

Freiheit ohne Einschränkung. Frei sein zu dem was ich entdecke, das ich bin, wozu ich wohl geschaffen bin.

Da verstand ich und glaubte.

Freiheit ist die Grundlage allen Lebens. Dazu hat Gott uns geschaffen. Dazu hat er sun bestimmt. Er möchte keine Roboter, keine Marionetten. Sondern menschen aus Flaisch und Blut. Gut und böse, aber frei zu leiben und zu glauben.

Dazu kam Jesus, das freieste und gleichzeitig liebevollste Wesen auf der Erde und im Himmel, der Sohn Gottes.

Jesus zeigt es uns: gegenüber der Ehebrecherin, dem Zöllner, den sogenannten Sündern, den Frau und Kindern, ja sogar den Heiden – zur Freiheit hat Christus uns befreit. Und aus diesem wahnsinnigen Bewusstsein der Freiheit wächst die Liebe und dann der Glaube. Aus der Freiheit wächst der Glaube als Antwort auf dieses wunderbare Geschenk Gottes. Wie Paulus sagt: Der Glaube, der in der Liebe tätig ist.

Und die Bindungen, Ehe, Kinder, Beruf die bilden neue Schwingen der Freiheit, die den Wind spüren und die anderen die Sehnsucht nach Freiheit lehrt.

Da ist der Schmerz des Liebenden, der in Freiheit den anderen ziehen lassen muss.

Das ist der wehe Stolz der Eltern auf ihre Kinder, die selbstbewusst und frei ihren Weg gehen. Auch wenn dieser Weg ganz anders aussieht als ihrer.

So ist Gott. Seine Liebe schafft den freien Menschen und hört nicht auf zu lieben.

Alles andere ist wieder „Gesetz“ oder gesetzlich, wie wir nach Luther sagen.

Nein – Ich möchte nicht von einer wahren und einer falschen Freiheit geredet haben.

Ja ich glaube: der Glaube, der in der Liebe tätig wird bildet die Grundlage zum fliegen im Glauben. Für den Freien ist der Himmel frei und der Wind, die Wolken, und die Erde mit ihrer Fruchtbarkeit.

Für den Unfreien ist der Himmel verschlossen mit einer Stahlplatte und die Elemente gegen ihn.

Wer die Freiheit kennt, weiß, was ich meine.

Wer die Freiheit geschmeckt hat, weiß, was ich glaube.

Denn Freiheit ist Freiheit und sonst nix.

(Wort des lebendigen Gottes nach Luther am Reformationstag.)

Ich kann nicht anders. So helfe mir Gott. AMEN.

500 Jahre: erste Lutherbibel!

Auf den Tag genau das 500. Jubiläum feierte der erste Teil der deutschen Lutherbibel: Am 21. September 1522 wurde das “September-Testament” veröffentlicht. Luther hatte das Neue Testament auf der Wartburg in nur gut 2 Monaten aus dem griechischen Urtext in gutes Deutsch übersetzt und seitdem immer wieder verfeinert.

Dies war in der damaligen katholischen Kirche ein revolutionäres Ereignis! Zwar gab es zuvor schon einzelne Bibelteile auf Deutsch. Doch erst durch Sprach-Genie Luther hat sich Gottes Wort in Erstauflage von 3000 Exemplaren in ganz Deutschland verbreitet – und wurde stilbildend für ein einheitlich verständliches Frühneuhochdeutsch.

Anmerkung von Pfarrer Thomas Hofmann: Wenn ich in diesen Tage die Zeit finde zu einer Video-Aufnahme, lade ich mein Luther-Gedicht von 2017 auf YouTube hoch, das seinerzeit das Laufer Publikums-Voting bei der Poetry-Slam-Kategorie “Luther” gewann (Alle Rechte: (c) 2017, Pfarrer Thomas S. Hofmann), aber hier schon einmal mein Text:

Klar, als lutherischer “Paster” fall ich durch das Slammer-Raster,

weil Ihr viel mehr Übung habt, technisch mich vom Acker schabt.

Liebe Leut, ma’ sollt’s net maana, heut tritt an a Lutheraner,

einer, der die Botschaft liebt, und der Gott die Ehre gibt.

Heuer wern’s 500 Jahr, dass – was bitter nötig war –

Luther nahm Papier und Hammer, denn: “Beim Ablasshandel kammer

nimmer zuschaun tatenlos!”, damals war der Irrtum groß

und das Elend obendrein in den Herzen, groß und klein.

Martin Luther schreibt dagegen an, und das der Wahrheit wegen,

nagelt 95 Thesen, dass es alle Leute lesen,

mutig dran ans schwarze Brett, an der Kirchentür steht fett:

Wenn únser Herr und Meister spricht:  „Tut Buße“, meint er wahrlich nicht,

dass wir Ablassbriefe kaufen   und auf Knien die Stufen laufen,

sondern dass das ganze Leben   sei für Gott und Mensch gegeben.

Damals ein bahnbrechend‘ Werk   an der Tür in Wittenberg.

Oder, wie es sagen Slammer, diese Tat, die war  „the hammer“.

Was heut mancher glatt verpennt, is:  WIE kam Luther zur Erkenntnis,

dass Jesus ihm Gnade schenkt, wenn man glaubend an ihn denkt?

Hat‘s entdeckt im Bibellesen, SO ist er von Angst genesen

und vom únruhigén Gewissen, nicht nur hoffen, man darf‘s WISSEN,

dass uns Gott die Schuld vergibt    und uns unbegreiflich liebt!

Denn in Römer 1, Vers 17, liest er, was ihm lieb, stehn:

Die Gerechtigkeit vor Gott kommt aus Glauben, kommt von Gott!

Was Gewissheit uns erlaubt: Angenommen ist, wer glaubt.

Ich dacht‘, die Tür geht mir auf – des Paradieses

Ja, die Tür geht mir auf – als ich las dieses,

ja, die Tür geht mir auf – des Paradieses,

und es fuhr mir so rein, hey, der Himmel ist mein,

alle Zweifel zu klein für den Herrn, der mich liebt aus Gnade!

Wer sich Jesus anvertraut, glaubend auf den Heiland baut,

dem wird so das Heil geschenkt   und der Weg zu Gott gelenkt.

Nicht mit allen guten Werken,   Leute, bitte tut’s euch merken,

kann den Himmel man verdienen, nein, denn Jesus schenkt es Ihnen!

Nichts und niemand kann es rauben    denen, die von Herzen glauben.

Dieses Glück selbst zu erleben, will uns Gott noch heute geben.

Was in Römer steht 1, 17, das gilt auch noch 20-17!

Das zu glauben, war genug, daher kennt man diesen Spruch:

„Gottes Wort und Luthers Lehr’ vergehen nun und nimmer mehr.“

Luther hätt ja sagen können: “Was ich fand, will ich nicht gönnen

Allen andern, Jungen, Alten, denn ich will’s für mich behalten.”

Nein, der Martin war getrieben   ganz von Jesu Christi Lieben,

Hey, das müssen ALLE wissen, doch die Mittel warn besch…eiden.

S‘gab noch keine deutsche Bibel, die was taugt, und ihm wurd‘  übel,

als er sah, wie unbekannt    war, das da darinnen stand.

Doch das Heil erkennt man dort, ganz allein in Gottes Wort.

Unsanft auf ein Pferd gezerrt, auf der Wartburg eingesperrt

Gut bewacht, die Heimat weit,   nutzt der Luther diese Zeit.

Mit Decknamen „Junker Jörg“   macht er sich sofort ans Werk:

Übersetzt ganz eloquent   er das Neue Testament.

Hat dem Volk aufs Maul geschaut, lange an dem Stift gekaut,

bis die Formulierung passte, was er da in Worte fasste.

Mancher Satz, den Luther schrieb, eine Redewendung blieb,

noch bis heute kennt man sie. Luther war ein Sprach-Genie!

Kam ihm mancher gar zu römisch, konnt’ er werden auch polemisch,

und – da juckt die Wimper mich – nicht mit Worten zimperlich.

Kommt uns mancher Satz recht herb oo,  galt doch: „sine vi sed verbo“

“Mit dem Wort, nicht mit Gewalt”, Gottes Reich gewinnt Gestalt.

Einmal, sage ich mit Bangen, Luther ist zu weit gegangen,

schwer enttäuscht und krank und bitter   rutscht ihm raus ein Wortgewitter:

„Von den Jud’n und ihren Lügen“, dem ist nichts hinzuzufügen.

Zwar will er nicht an Leib und Leben, und trotzdem krieg ich Magenheben.

Diese 18 schlimmen Seiten kann und will ich nicht bestreiten,

aber denk dran – Seiten-Hieb! – , dass Luther 50.000 schrieb!!

Unter ganzen Büchermetern ist sein abfälliges Zetern

eher eine Randnotiz. Deshalb finde ich’s nen Witz,

wenn man diffamiert den Luther! “Ethisches” Kanonenfutter!

Über solche Ehr-Abreißer, Besserwisser und Klugsch…wätzer

kriege manchmal so `ne Wut ich:   Wärt ihr heut mal halb so mutig!

Rechte, Linke, Islamisten   schmähen Jud’n, als wenn sie wüssten,

dass kaum einer regt sich auf. Judenhass nimmt seinen Lauf.

Heute musst du kaum was wagen, kannst die freie Meinung sagen.

Doch wird vieles heut versteckt, bleibt politisch bloß korrekt.

Vieles, was uns klingt zu hart, war halt damals „state of art“,

meint ja nicht mehr heut den Papst – Franzískus, wie mein Herz du labst!

Mittlerweil’ sind die “Katholen” fast dabei, zu überholen

uns in Sachen Bibeltreue. Und ich sage es aufs Neue,

dass in Lauf die Ökumene    ist `ne enge, reiche, schöne.

Die Ehe, wie die Forschung zeigt, hat ihn spät erst überzeugt.

Ging das Werben und das Haus   eher von der Käthe aus.

Doch der Martin, frisch vermählt,   hat mal einem Freund erzählt,

dass die Freuden überwiegen, seit im Bett zwei Zöpfe liegen.

Schwärmt von ihrem Körperbau: „Ich schlaf oft mit `ner schönen Frau“.

Doch dabei meint er nur sie, untreu waren sie sich nie.

Luther sagte oft: was täte ich denn ohne meine Käthe?

Chefin, Mutter, Bäuerin,    Kochen, Bierbraun, Kind erziehn

Sechs eigene und Pflegekinder,   Knechte, Mädge, Schweine, Rinder,

Oft auch Streitigkeiten schlichten,  den depressiven Mann aufrichten,

ständig Angst, es nehmen “Cops”    ihren Ehegatten hops.

Eigentlich das Luther-Jahr    ehrt das Luther-Ehepaar.

Aber was die Hauptsach’ ist:  Alle Ehre Jesus Christ,

dass am letzten vom Oktober    nicht das ganze Fest-Zinnober,

sondern Gott im Mittelpunkt, der in unsre Herzen „funkt“:

Glauben, Hoffen, Beten, Lieben,  dass wir nicht dieselben blieben,

sondern uns verwandeln lassen    von dem Gott, der nicht die Massen,

sondern jeden einzeln sieht, liebend an sein Herz uns zieht.

Das ist Reformation, wenn nicht nur als Unterton,

wenn vom Bischof bis zum Kind   wir Nachfolger Jesu sind –

und je länger, desto mehr,   jeder Christ ein “Luther” wär.

Podcast: “Work-Life”

Der doppelte David
Aufnahme der Folge in einem Waldkindergarten

„Und macht euch die Erde untertan […] und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut.”

Das ist Gottes Auftrag an die Menschheit, denn er hat die Welt „gut“ gemacht. Doch wie entdecken wir „das Paradies auf Erden“ angesichts von Zeitdruck, Team-Konflikten oder Überstunden in unserem herausfordernden Arbeitsalltag.

Die neue, und wie wir finden überragende :-), Podcastfolge bietet dir einige Denkanstöße wie du in deinem Arbeitsalltag etwas mehr vom göttlichen “Sehr gut” in dieser Welt entdecken kannst.

Der doppelte David
Wildgehege mit wunderschönen Bambis

Zur Aufnahme des Podcasts waren wir diesmal von Steindl über Thalmässing und wieder zurück nach Steindl unterwegs.

Der Doppelte David
Die Tour können wir definitiv empfehlen: 16 km und ca. 4,5 h reine Gehzeit