Hurrikan IOTA verwüstet Mittelamerika

Diakonie Katastrophenhilfe und Mission EineWelt rufen zu Spenden auf

Nürnberg/Neuendettelsau, 23. November 2020 — Mit Hurrikan IOTA ist der zweite schwere Wirbelsturm binnen weniger Wochen über Mittelamerika hinweggezogen. Die Diakonie Katastrophenhilfe und Mission EineWelt helfen den betroffenen Menschen in Guatemala, Nicaragua und Honduras.

Das evangelische Hilfswerk stellt als schnelle Soforthilfe zunächst 100.000 Euro bereit. „Unsere lokalen Partner können die Nothilfe sofort starten“, sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. „Die Schäden sind immens und eine besonders große Herausforderung ist es nun, Sturmhilfe und den Schutz vor Covid-19 zu kombinieren. Die Menschen müssen mit dem Notwendigsten versorgt werden und gleichzeitig ist es wichtig, dass bei den Verteilungen Abstände eingehalten werden.“ In den kommenden Tagen werden Lebensmittel und Hygieneartikel, sowie – besonders in den überfüllten Notunterkünften – Masken und Desinfektionsmittel verteilt.

„Zigtausend Menschen, deren Leben dieses Jahr bereits durch Corona bedroht waren, haben nun ihre Häuser und Landwirtschaften verloren. Unsere Partnerkirchen berichten, dass dringend zunächst eine Erstversorgung und dann ein Wiederaufbau von Landwirtschaft, zum Beispiel durch Unterstützung mit Saatgut, das jetzt zerstört wurde, notwendig ist“, macht Gottfried Rösch, kommissarischer Leiter des Referats Lateinamerika von Mission EineWelt, den Hilfsbedarf deutlich. Jedes Jahr ziehen dutzende Hurrikans über die Region. Laut Experten ist die diesjährige jedoch die schlimmste Hurrikan-Saison seit Beginn der Aufzeichnungen.

Die Diakonie Katastrophenhilfe und Mission EineWelt bitten um Spenden

  • Diakonie Katastrophenhilfe
  • IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02
  • BIC: GENODEF1EK1
  • Stichwort: Sturmhilfe Mittelamerika
  • Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/
  • Mission EineWelt
  • IBAN: DE12 5206 0410 0001 0111 11
  • BIC: GENODEF1EK1
  • Stichwort: Hurrican IOTA
  • Online unter: www.mission-einewelt.de

„blick“-Austräger*innen gesucht

Um den Gemeindebrief „blick“ unseren Gemeindemitgliedern zukommen zu lassen, sind alle zwei Monate fast 100 ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unterwegs. Trotzdem gibt es zurzeit noch Straßen in Lauf, in denen kein Gemeindebrief verteilt wird.

Haben Sie Lust alle zwei Monate diesen Dienst zu übernehmen, dann melden Sie sich bei uns im Pfarramt. Wir freuen uns, wenn sie eine oder auch mehr Straßen übernehmen können.

Folgende Straßen suchen noch einen Austräger / eine Austrägerin

Sprengel I:

Sichartstraße und Deutscher Hof, Langwiesenstraße, Pegnitzstraße und Schlachthof

Sprengel II:

Am Galgenbühl, Galgenbühlstraße, Birkenstraße, Gartenstraße, Heckenweg

Meditation im Advent

Zeit zum Innehalten – zur Ruhe kommen – mir selbst und Gott begegnen

Jeweils an den vier Adventssamstagen von 18.00 – 18.30 Uhr in der Kunigundenkirche

Auch hier sind Mund- und Nasenbedeckung obligatorisch.

Anmeldung zu Gottesdiensten und Veranstaltungen

Für alle Gottesdienste und Veranstaltungen, bei denen wir für interessierten Besucher nicht genügend Plätze zur Verfügung haben (könnten), ist ab 1. Advent eine Anmeldung nötig. Die entsprechenden Gottesdienste und Veranstaltungen sind überall mit dem Vermerk „Anmeldung erforderlich“ gekennzeichnet.

Unter dem Menue-Punkt “Gottesdienst-Anmeldung” finden Sie die ausführliche Erklärung.

Eine Anmeldung ist jeweils fünf Tage vor dem jeweiligen Gottesdienst möglich.

Die letzte Möglichkeit zur Anmeldung gibt es bis zum Tag vor dem Gottesdienst bzw. der Veranstaltung

Speziell bei Gottesdienst in der Christuskirche mit parallelen Kindergottesdienst ist zu beachten:

Für den Kindergottesdienst ist eine eigene Anmeldung der Kinder erforderlich

Für den Hauptgottesdienst nur die Personen anmelden, welche auch daran teilnehmen

Wenn Sie selbst keinen Zugang zur digitalen Welt haben, können Sie sich „digitale Paten“ suchen, die für Sie die Anmeldung übernehmen können.

Wer ganz unverbindlich das Anmeldesystem testen möchte, kann sich beim Test-Gottesdienst am 14.12.2020 ganz unverbindlich mal anmelden. Wir werden die Daten dann nach dem 14.12.2020 löschen.

Vielen Dank für Ihre Kooperation! Bis zum 22. November gilt die Testphase. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass Sie ohne gültige (bestätigte) Anmeldung in diesen Gottesdiensten keinen Zutritt erhalten werden.

Präsenzgottesdienste in der Christuskirche

In der Christuskirche finden wieder Präsenzgottesdienste statt. Allerdings ist auch hier nur eine begrenzte Anzahl an Besuchern möglich. Deshalb ist eine Anmeldung erforderlich.

Eine Anmeldung ist vor dem Gottesdienst von Donnerstag bis Samstag telefonisch oder per SMS unter folgender Telefonnummer möglich:

0176 75 989 402

Bitte geben Sie Ihren Namen und die Anzahl der Personen aus Ihrem Hausstand an, welche zusammen mit Ihnen am Gottesdienst teilnehmen.

Zur Info: In den Sommerferien findet parallel zum Hauptgottesdienst KEIN Kindergottesdienst statt.

Schutzkonzept der Evangelischen Kirchengemeinde Lauf für die Nutzung der Gemeinderäume

In Zeiten der Corona Pandemie – Stand: Juni 2020

Dieses Konzept wurde erstellt in Anlehnung an die derzeitigen Vorgaben des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege und darüber hinaus der aktuellen Empfehlungen des Bayerischen Jugend Rings (BJR)

Grundsätzlich gelten folgende Regeln:

Abstand
  • Das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes
  • Abstand halten: mindestens 1,5 Meter
  • Bei grippeähnlichen Symptomen ist eine Teilnahme nicht gestattet
  • Nies- und Hustenetikette einhalten: in Armbeuge niesen oder husten
  • Regelmäßiges Händewaschen: 20-30 sec
  • Nicht ins Gesicht fassen

Darüber hinaus ist zu beachten:

  • Häufiges Lüften: Empfohlen wird nach jeder Stunde 10 Minuten
  • Eine regelmäßige Desinfektion (Materialien, Türklinken, Toiletten) muss vorgenommen werden
  • Dokumentation der Kontakte (Teilnehmer der Gruppentreffen, Ort, Zeit):
  • Informationspflicht an beteiligte Personen u.a. die GruppenleiterInnen
  • Bei paralleler Belegung mehrerer Räume ist dafür zu sorgt, dass die Pausen nicht gleichzeitig stattfinden, um die aufeinandertreffende Personenzahl zu begrenzen.
  • Bei sportlichen Aktivitäten gilt das aktuelle Hygienekonzept des Bayrischen Landessportverbandes (BLSV).
  • Für musikalische Gruppen gilt zusätzlich noch ein entsprechendes Hygienekonzept

Mieter der Räumlichkeiten der Gemeindehäuser haben sich an das vorgelegte Hygienekonzept zu halten

2. Durchführung von Gruppentreffen in den Gemeindehäusern

(Vorrangig sollten Gruppenstunden im Freien stattfinden!)

  • Abstand halten von 1,5 m ab Betreten des Grundstücks
  • Bei Eintritt und Verlassen des Gemeindehauses ist ein Mund- und Nasenschutz zu tragen.
  •  Abstand in den Gruppenräumen entweder 1,5 m oder bei Unterschreitung der Abstandsregel mit Maske
  • Gruppenbildung vor den Gemeindehäusern nur unter Wahrung des Mindestabstandes und der Maskenpflicht
  • Eingang: durch Haupteingang (während der Veranstaltung sind die Türen offen zu halten)
  1. Mitarbeiter empfängt die Teilnehmer am Eingang, achtet auf Händedesinfektion und gibt Anweisungen über Ort der Veranstaltung und Verhalten
  2. Das Tragen von Mund-/Nasenschutz in den Räumen richtet sich nach den jeweils gültigen Vorschriften; außerhalb der Gruppenräume, im Treppenhaus und Foyer ist ein Mund/Nasenschutz zu tragen!
  3. Die Anzahl der Teilnehmer richtet sich nach den jeweiligen Vorgaben;
  4. Die Gruppengröße richtet sich nach der Raumgröße.
  • Möglichst kontaktloses Programm ausarbeiten
  • Auf vorgeschriebenen Abstand beim Spielen und Sitzen achten
  • Auf gemeinsames Singen ist nach Möglichkeit zu verzichten, falls Singen zwingend erforderlich, unbedingt darauf achten, dass in die gleiche Richtung gesungen wird.
  • Kein gemeinsames Kochen und Essen
  • Toilettengänge / Räume verlassen: nur Einzeln und mit Mund/Nasenschutz

Eine Checkliste mit den wichtigsten Regeln um Überblick können Sie hier herunterladen:

Zum silbernen Jubiläum: Die Laufer Stadtstreicher schreiben Geschichte(n)

25 Jahre sind eine gerade noch überschaubare, zweifellos lange Zeit. Wie auch immer man diese Zeitspanne betrachtet, wird sie ein Leben verändert haben. Für ein musikalisches Ensemble gilt dies umso mehr. Seit 1995 bestehen die Laufer Stadtstreicher der Johanniskantorei Lauf. Seit der ersten Stunde ist Heidi Braun als Gründerin und Leiterin der unermüdliche Motor und das Herzstück des Orchesters. Bei einem festlichen Muttertagskonzert am 10. Mai 2020 wird das Orchester mit seiner Dirigentin dieses Jubiläum mit den Zuhörenden im Dehnberger Hof Theater feiern. (Anmerkung der Redaktion: Aufgrund der aktuellen Lage steht noch nicht fest, ob das Konzert wie geplant stattfinden kann.) Grund genug, die Anfänge und Hintergründe, Geschichte und Geschichten des Orchesters einmal genauer zu betrachten, Mitglieder zu Wort kommen zu lassen und auch einen kleinen Blick in die Zukunft zu werfen.

Die Stadtstreicher 1997
Weihnachten 1996

Den Anstoß zur Gründung der Stadtstreicher gab die Laufer Geigen- und Klavierlehrerin Heidi Braun, die ihren jugendlichen Schülerinnen und Schülern ermöglichen wollte, die Freude des gemeinsamen Musizierens in einem kleinen Orchester zu erleben. Zusammen mit dem damaligen Kantor Reinhold Schelter entstand die Idee, das Ensemble an die Johanniskantorei zu binden, um Chorprojekte in Zukunft gemeinsam bestreiten zu können. Den Anfang wagte die Dirigentin mit einigen wenigen Musikerinnen und Musikern. Wie Günter Kohl sich erinnert, war der Erfolg des Projekts keinesfalls von Beginn an gesichert. „Natürlich war an große Werke bei unserem ersten Auftritt beim Adventssingen 1995 noch nicht zu denken. Aber manche Dinge brauchen eben ihre Zeit – und es hat sich wirklich gelohnt!“, erzählt Heidi Braun schmunzelnd. Gelohnt hat es sich in der Tat, denn die Begleitung des Weihnachtsoratoriums von J. S. Bach, ebenso wie die Aufführung des Mozart-Requiems sind nur zwei prominente Beispiele für die fruchtbare Zusammenarbeit der beiden Ensembles. Auch Kantorin Silke Kupper sieht eine große Bereicherung für das Gemeindeleben in den gemeinsamen Projekten: „Heidi Braun macht eine wunderbare Jugend- und Erwachsenen-Arbeit, und durch ihre kompetente und mitreißende Art hat das Orchester ein hohes musikalisches Niveau. Die Stadtstreicher machen unser Laufer Gemeindeleben und die Gottesdienste bunt und es ist zu spüren, dass es eine feste und bereichernde Orchestergemeinschaft gibt.“ So ist die Gestaltung von Gottesdiensten auch außerhalb von Lauf beispielsweise fester Bestandteil des Sonntagvormittags bei der Orchesterfreizeit. Für Heidi Braun ist das „Wunderbare an der aktiven Ausübung der Kirchenmusik, dass Menschen spirituelle Erfahrungen machen und innerlich tief berührt werden können von Inhalten, die mit Worten allein oft nur schwer auszudrücken sind.“

Gleichzeitig nahmen die Stadtstreicher immer komplexere Werke in ihr Repertoire auf, wie klassische Sinfonien, aber auch Werke aus der Film- und Musicalwelt. Oft spielten sie gemeinsam mit befreundeten Bläserinnen und Bläsern aus dem Großraum Nürnberg. „Wer kann schon behaupten, schon mal ein Marimbaphon-Konzert gespielt zu haben?“, so Andrea Sowa aus der Cellogruppe. Doch auch „Eigengewächse“ der Stadtstreicher sind solistisch immer wieder mit dem Ensemble zu hören und sie wachsen an diesen Aufgaben weit über sich hinaus.

Die gewachsene Gemeinschaft des Orchesters zeichnet sich dadurch aus, dass Junge und Junggebliebene zwischen neun und über achtzig Jahren in einem generationsübergreifenden Ensemble musizieren. Viele Mitglieder der Stadtstreicher sind selbst noch keine 25 Jahre alt, denn auch heute spielen vorwiegend Schülerinnen und Schüler von Heidi Braun mit, der die Nachwuchsförderung nach wie vor besonders am Herzen liegt. Und trotz der großen Altersunterschiede, „ist die Gemeinschaft einfach cool“, wie Lina Kupper findet. Anders als in anderen Ensembles ist der Wechsel der Mitspielenden ungewöhnlich hoch, denn viele gehen nach der Schule andere Wege, die sie aus Lauf wegführen. Oft bleibt der Kontakt über weite Entfernungen dennoch erhalten und spätestens zum Gottesdienst am Heiligen Abend in St. Johannis freuen sich die „alten Hasen“, wieder Teil der Stadtstreicher zu sein. „Dieses Orchester ist definitiv mehr als die Gruppe der musizierenden Menschen“, so Gründungsmitglied und langjährige Konzertmeisterin Kristina Glücker. Ein fester Kern von Erwachsenen verleiht den Stadtstreichern darüber hinaus Kontinuität und Stabilität. Die innige Verbindung der Musizierenden entsteht durch die geteilte Liebe zur Musik und die Freude an den gemeinsamen Proben, der jährlichen Orchesterfreizeit und den Konzerten. „Ich bin sehr dankbar, dass mich dieses Orchester in meiner Jugend begleitet hat“, so Sophia Maiwald, die wie Kristina Glücker selbst inzwischen die Geige zu ihrem Beruf gemacht hat und gerne an ihre ersten Orchestererfahrungen zurückdenkt. Und Clara Arantes fügt hinzu, dass ihr diese frühen Erlebnisse eine profunde Basis für das Spielen in anderen, größeren Orchestern mitgegeben haben.

Weihnachtsoratorium 2015

Die Laufer Stadtstreicher sind nun seit Jahr(zehnt)en eine etablierte Institution im Kulturleben der Stadt Lauf und weit über ihre Grenzen hinaus. Dabei wollen das Ensemble und seine Leiterin aber nicht stehen bleiben. Es ist eine immerwährende Aufgabe, das Gewachsene zu pflegen und doch neue Herausforderungen zu suchen. Dies bedeutet auch, sich neuen Gegebenheiten anzupassen. „Herausfordernd ist, dass sich Menschen heute nicht mehr so gern langfristig festlegen für eine Sache. Insofern arbeiten wir mit Projektprobenplänen, so dass die nötige Planungssicherheit für beide Seiten dennoch besteht“, erläutert Heidi Braun. Und sie fügt schmunzelnd hinzu, dass für das nächste Projekt im Herbst – ausschließlich mit Werken von J. S. Bach und in Kooperation mit der Johanniskantorei und Silke Kupper noch Musizierende an der Geige und der Bratsche gesucht werden. Die Proben für das Konzert am 22. November 2020 beginnen am 28.5. – denn dann heißt es nach dem Jubiläumskonzert an Muttertag wieder: „Nach dem Konzert ist vor dem Konzert.“

Dass die Musiker auch individuell von den Orchestererfahrungen profitieren und ihr Können auf ihren Instrumenten weiterentwickeln, macht Cellistin Nicola Pfriem deutlich: „Ich lerne durch unsere Dirigentin Heidi Braun klassische Werke und Komponisten neu kennen, sie vermittelt uns anschaulich ein Verständnis für die Musik und ich entwickle mich durch ihre fachlichen Tipps auch auf meinem Instrument musikalisch weiter.“ Ein glückliches Händchen bei der Wahl der Stücke ist von Nöten, wenn man ein Ensemble gleichzeitig fördern und fordern möchte. So war es, so Heidi Braun, nie das vorrangige Ziel, möglichst schwierige Stücke einzuüben, sondern dem Orchester in seinem aktuellen Können gerecht zu werden und so der Freude an der Musik Raum zu geben.

Die Stadtstreicher 2019

Für weitere Informationen zum Konzertprogramm findet sich unter den Ankündigungen ein kurzer Überblick, auch auf den Seiten der Evangelischen Kirchengemeinde Lauf gibt es Aktuelles und Kontaktdaten: https://www.lauf-evangelisch.de/laufer-stadtstreicher/.

Katharina Leniger

Lebendig bleiben – nicht erstarren. Lot und seine Frau

Predigt zum Segnungsgottesdienst für Paare am 16.02.2020 in St. Otto

Als die Morgenröte aufstieg drängten die Engel Lot zur Eile: Auf nimm deine Frau und deine beiden Töchter, die hier sind, damit du nicht wegen der Schuld der Stadt hinweggerafft wirst.  Da er noch zögerte, fassten sie ihn, seine Frau und seine beiden Töchter an der Hand, weil der Herr mit ihm Mitleid hatte, führten ihn hinaus und ließen ihn erst draußen vor der Stadt los. Sie sagten: bring dich in Sicherheit, es geht um dein Leben. Sieh dich nicht um und bleib in der ganzen Gegend nicht stehen. Rette dich, sonst wirst du hinweggerafft….

Als die Sonne aufgegangen war und Lot in Zoar angekommen war, ließ der Herr auf Sodom und Gomorra Schwefel und Feuer regnen vom Himmel herab. ER vernichtete jene Städte von Grund auf  und die ganze Gegend und alles was auf den Feldern wuchs.Als Lots Frau zurückblickte, erstarrte sie zu einer Salzsäule.

nach Moses 19, 15-26

Eine ungewöhnliche Bibelstelle für einen Segnungsgottesdienst für Paare, nicht wahr?

Im Vorbereitungsteam haben wir uns in unseren Familien und Freundeskreisen umgehört. Warum dreht Lots Frau sich um? Und warum erstarrt sie dann zur Salzsäule? Einhellige Meinung: Na klar, das ist nun mal die Strafe für neugierige Frauen!

So klischeehaft wollten wir das nicht stehen lassen und haben noch eine andere Erklärungsmöglichkeit entdeckt.

Wir haben es bereits eingangs gehört. Das, was wir hier am Beispiel von Lot und seiner Frau hören, ist keine Mann-Frau-Geschichte. Kein Stereotyp: „So sind sie, die Frauen und Männer“. Sondern Lot und seine Frau stehen für zwei Möglichkeiten, mit Erinnerung und Verlust, mit Schmerz und Trauer umzugehen. Diese zwei Typen kennt jedes Paar. Durchaus in wechselnder Besetzung. Und diese zwei Verhaltensweisen kenne ich auch ganz tief in mir drin. Dazu brauche ich meinen Mann gar nicht!

Lot will, was war, was geschehen ist, was nicht zu ändern ist, hinter sich lassen. Neu anfangen! Keine Zeit verlieren! Vielleicht auch keine Energie verschwenden und sich mit aller Kraft dem Neuen zuzuwenden.

Seine Frau, von der wir leider keinen Namen kennen, ist da anders! Sie gibt, was war, nicht so schnell auf! Will die guten Zeiten, die sie in Sodom hatte, nicht so schnell abhaken. Will nach-spüren, nach-schauen, sich um-schauen. Das hat durchaus etwas sehr Wertschätzendes und Bewahrendes.

Doch das, was sie sieht, lässt sie nicht mehr los. Sie verharrt im Vergangenen. Die glücklichen Lebensphasen, von denen sie sich verabschieden muss. Die Zeit als unbekümmertes junges Liebespaar. Die Zeit als die Kinder zwar anstrengend waren, aber immer für Stimmung und Gesprächsstoff sorgten.

Verabschieden müssen wir uns auch von manch schwierigen Lebensphasen. Von erlittenem Schmerz und Enttäuschungen.

Das, was sie so gefangen nimmt, muss jedoch gar nicht so vernichtend sein, wie die Zerstörung Sodoms. Es sind die vermeintlichen Kleinigkeiten des Alltags. Wenn wir an alten Rollenbildern, an alten Bildern, die wir uns von einander gemacht haben, festhalten. „Da brauche ich gar nicht dran zu denken, das macht der nie! Das war schon immer so!“

Wenn wir in der Routine des Alltags feststecken. Wenn die Abläufe des Zusammenlebens vorhersehbar und einengend sind. Wenn kein Platz mehr ist für Fantasie und Leichtigkeit.

Aber vielleicht kommt Lots Frau auch nicht los von den Träumen und Zukunftsplänen, die jetzt nicht mehr realisierbar sind. Wir hatten doch so viel vor… wo ist die Zeit hin? Uns fehlt die Kraft.

Ihr Blick bleibt verhaftet in dem, was war oder schon immer so zu sein scheint.

Das Erstarren ist also vielleicht keine Strafe Gottes, sondern die Folge von Wehmut, Trauer, Enttäuschung und Unachtsamkeit, die mich bindet und nicht mehr loslässt.

Das Verbot, sich umzudrehen, kann dann auch als wohl gemeinter Schutz verstanden werden. Als Schutz davor, sich fest zu beißen. Warum kann es nicht so sein, wie damals? Als Schutz davor, sich in alten Routinen zu verfangen. Das haben wir doch immer so gemacht?!

Doch die Erstarrung muss nicht das Ende sein! Auch in der Natur kennen wir die Erstarrung. Wenn im Winter alles ruht. Wenn sich die abgeerntete Erde zurückziehen darf und Zeit bekommt, sich zu erholen. Wenn wir uns nach einer schweren oder anstrengenden Zeit für die Heilung zurückziehen dürfen. Dann kann Neues gedeihen!

Jetzt entscheidet sich, wie es Lot und seiner Frau weiter ergeht. Ob es gelingt, das, was war, zu verwandeln. Den Erinnerungen einen würdigen und liebevollen Platz in der neuen Situation zu geben. Das Erlebte im Guten wie im Schlechten als eine Kraft zu verstehen, die mich für das Neue, das da kommen soll, stark macht. Die Älteren kennen das sicherlich, wenn sie dankbar und vielleicht auch etwas wehmütig in alten Fotoalben blättern. Wissen um das, was sie erleben durften und geschafft haben. Und zugegebenermaßen: Auf manches davon würden wir gerne verzichten.

Für mich stecken in dieser Erzählung zwei wichtige Erfahrungen des Menschen. Jeder von uns, auch der Gerechteste, muss sich von Vertrautem, Liebgewonnenem und auch schlimmen Erfahrungen und Enttäuschungen lösen. Muss den Blick abwenden können. Das wird uns allen immer wieder geschehen.

Aber da ist auch die Rede von zwei Engeln, die Lot und seine Familie begleiten und zur Eile mahnen. Die schon da sind, als es beginnt brenzlig zu werden. Für mich heißt das:

Wir haben einen Gott, der uns aus den schwierigen Phasen unseres Lebens herausführen will! Der unseren Blick weiten will und uns in Bewegung bringt. Der nicht will, dass wir in einem gefühlten Niemandsland zwischen Abschied und Ankunft stecken bleiben.

Ob diese Engel nun Freunde sind, die die Krise des Paares erkennen und versuchen, sie durch Gespräche und gemeinsame Unternehmungen zu unterstützen. Ob es der eigene Partner ist, der sich traut, von Wünschen und Hoffnungen zu sprechen. Die er bisher nicht zu sagen wagte. Ob es die Paartherapeutin ist, die den Partnern hilft, die eignen Hemmschwellen im Übergang zu etwas Neuen anzuschauen.

Ich glaube, jeder von uns kennt solche Engel und durfte schon einmal so ein Engel sein.

Hier sitzen so viele Jahre an Lebens- und Beziehungserfahrung. Sie haben schon viele Hürden miteinander gemeistert. Haben immer wieder miteinander Schwung aufgenommen. Auch wenn Sie zwischenzeitlich glaubten, in eine Sackgasse geraten zu sein.

Lot und seine Frau sind zwei Teile desselben Themas. Im Zurückschauen können das Bewahrende, Wertschätzung und Verarbeitung liegen. Im Vorwärtsgehen liegen Kraft und Zuversicht, die Erschaffung von etwas Neuem. Sie sind das Yin und Yang der chinesischen Philosophie. Die sich nicht bekämpfen, sondern im Einklang miteinander

ihre Wirkung erzielen.

Wir kennen ja auch den Spruch: „Gegensätze ziehen sich an.“ Wenn sich diese vermeintlichen Gegensätze aber als gut und schlecht bewerten, kommt es zu einem Kampf, der uns erstarren lässt. Wir sind dann hin- und hergerissen und kommen nicht vom Fleck! Denn auch Lot kommt ins Stocken. Er rennt ja nicht einfach weiter. Er ist irritiert,

versucht sicherlich, seine Frau aus ihrer Fixierung zu befreien. Das Problem des einen

ist also immer das Problem des Paares!

Auch das kennen Sie aus Ihrer gemeinsamen Geschichte. Wir sind auf das schwächste oder sensibelste Glied in der Kette angewiesen. Wenn es uns aber gelingt, beide Seiten wert zu schätzen, beides zur Geltung kommen zu lassen. Wenn das, was war, sein darf und seinen rechtmäßigen Platz in der Geschichte des Paares oder des einzelnen bekommt, wird daraus ein Hin- und Her-Schwingen. Dann kommt Bewegung ins Spiel!

Dann wird es ein achtsamer Umgang mit den Bedürfnissen und Grenzen des anderen, der mich bereichert. Weil er etwas wahrnimmt, was ich nicht sehe. Die Lebendigkeit und Vielfalt unseres Lebens und unserer Paarbeziehung wird spürbar, und wir entdecken Bewegungsspielräume für Neues.

Von der amerikanischen Psychotherapeutin Virginia Satir stammt der Spruch: Wir kommen zusammen aufgrund von Gemeinsamkeiten und wir wachsen aufgrund von Unterschieden.

Und wenn es gut geht, hat uns Gott für geraume Zeit genau den Menschen an die Seite gestellt, an dem wir wachsen und mit dem wir beweglich bleiben dürfen.

Stefanie Dietze