Pfarrer Thomas Hofmann: Abschied, aber erst 2023

Es fällt mir nicht leicht, es heute öffentlich zu machen: Die Stellenkürzung trifft mich, überraschend steht schon eine Stellenperspektive fest, doch lasst uns dieses gemeinsame Dreivierteljahr vor unserem Wechsel zum 2023 Gott und den Menschen dienen – und weiterhin!
Jetzt also ist es offiziell: Wie bereits berichtet, wird unsere Laufer Kirchengemeinde im neuen Landesstellenplan nicht nur von 1,0 auf 0,5 Diakonenstelle, sondern auch von 4,0 auf 3,5 Pfarrstellen gekürzt bzw. den Mitgliederzahlen angepasst.

Wen trifft es?

Zum einen kürzt die Landeskirche laut Dekan Tobias Schäfer „von hinten“, also im Laufer Fall an „meiner“ vierten der sonst gleichrangigen vier Pfarrstellen. Zum anderen sind Pfarrer Reuß und Pfarrerin Nikol-Eryazici zum Stichtag über dem Alter der (normalen) Versetzbarkeit, und Kollege Hanstein ist kürzer in Lauf als ich. Daher trifft die Stellen-Halbierung mich (Thomas Hofmann), nach mittlerweile gut 19 Jahren in Lauf.  Spätestens 30.06.2024 muss der neue Landesstellenplan umgesetzt sein, doch sollte man nicht bis zum „Ende der Ausbau-Strecke“ warten.

Welche Alternativen wurden überdacht?

  1. Das Dazu-Nehmen einer anderen halben Pfarrstelle (ob in einer anderen Gemeinde, Schule oder Seelsorgebeauftragung) hätte bedeutet, dass ich nur noch mit der Hälfte meiner Arbeitszeit in Lauf hätte arbeiten können. Dies wäre vielen Laufern schwer vermittelbar gewesen und mit realistisch „zwei ¾-Stellen“ bei meinem Anspruch an mich selbst kräftemäßig nicht „gesund“ bzw. ratsam.
  2. Mehrmals haben mir wohlhabende Mitchristen eine Spenden-Finanzierung der fehlenden halben Stelle an die Kirche angeboten und hätten diese auch verlässlich ermöglicht. Doch wollte ich nicht in den Ruf geraten, dass Menschen für „mich“ Geld sammeln. Zudem: falls kein Laufer Pfarrkollege wechselt, wäre die Spendenfinanzierung ja bis zu meinem Ruhestand nötig gewesen; und wenn in fünf bis zehn Jahren eine weitere halbe Stelle gekürzt würde, Geld für eine GANZE Pfarrstelle.
  3. So blieb mir nur die Lösung, mich langfristig nach einer anderen Gemeinde umzusehen. Ohne Selbstmitleid, aber mit Schmerz muss sich unsere Familie mit dem Gedanken an unsern Abschied von Lauf auseinandersetzen. Eine Pfarrstelle zu finden, war mir nie bange. Zahlreiche Tipps über vakante oder freiwerdende Stellen, die mich in der Nähe halten wollen, nehme ich als Kompliment.

Wann und wohin?

Hatte ich auswärtige Anfragen stets abgelehnt, kam in diese Situation der Ruf und die Bitte einer Kirchengemeinde meiner Heimatstadt, ob ich nach der baldigen Pensionierung des Noch-Inhabers die 1,0-Pfarrstelle übernehmen möchte. Weil sowohl Kirchenvorstand als auch Dekan und Regionalbischöfin nach meiner Einwilligung einstimmig die Besetzung durch mich ohne Ausschreibung beantragten, hat die Pfarrstellen-Kommission des Landeskirchenrats am Montag, 27.06. beschlossen:
Ab 1. September 2023 (!) soll ich anfangen in der Bayreuther Nikodemuskirche.
Nur wegen des Ausschreibungsverzichts ist die Perspektive so ungewöhnlich frühzeitig bekannt und erlaubt noch die Fortsetzung von Laufer Aufgaben sowie eine Fortbildungs- und Zwischenphase ab Frühjahr 2023 nach dann 20 Jahren in Lauf.

Menschlich kam uns der Gedanke: WENN schon ein Stück weg von unserm geliebten Lauf und engen Glaubensgeschwistern, dann in die Nähe unserer alten Eltern und Freunde. Doch weiß ich mich auch im Gebet, durch Winke und Verheißungen Gottes auf diesen Weg geführt, so wie 2003 hierher nach Lauf.

Ohne (zu viel) Wehmut durchstarten!

Doch NOCH BIN ICH DA! – und werde noch meinen aktuellen Konfi-Jahrgang 2023 konfirmieren. Ich lade Sie und Euch ein, dass wir noch eine gesegnete Zeit miteinander er-beten, nutzen, manche Kreise und Dienstgruppen selbstständiger machen und so vorbereiten auf die kommende Zeit. Nicht in voreilender Kürzung von Angeboten, sondern mit kostbaren Monaten voller Gemeinschaft mit Gott und mit Menschen, die uns sehr wichtig sind – und bleiben.

Bitte beten Sie mit um Gottes Führen für unsere Laufer sowie die dortige Gemeinde, auch für uns als Familie. Auch, dass die vielfältigen Aufgaben durch eine geeignete Person auf der dann halben Pfarrstelle, anteilig durch das ganze Pfarrteam sowie durch Euch engagierte Ehrenamtliche in gute Hände kommen.

Jetzt (und sicher noch öfter mal) traurig – aber noch einmal getrost in Lauf durchstartend,
Ihr/Euer Pfarrer und Glaubensbruder Thomas Hofmann mit Familie

Ein Stellungnahme von Pfarrer Jan-Peter Hanstein zu dieser Nachricht finden Sie hier.